Corona-Zahlen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bundesweiter Inzidenz-Spitzenreiter

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen beträgt am Sonntag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 444 auf 100.000 Einwohner. Damit setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Tage fort. Am höchsten ist die Inzidenz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge mit 865.

Auf einem Schild mit Pfeil steht "Covid Patienten".
Die Inzidenz in Sachsen steigt weiter rapide an. Auch in den Krankenhäusern liegen immer mehr Covid-19-Patienten. Indes erreicht im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge die Inzidenz ein bundesweites Rekordhoch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner ist in Sachsen weiter deutlich gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Sonntag meldete, liegt der Wert inzwischen bei 444. Am Vortag betrug er 415,8. Die Infektionsrate im Freistaat liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 191,5. Sachsen ist damit erneut das Bundesland mit der höchsten Inzidenz in Deutschland. Am Freitag hatte der Freistaat noch auf Platz zwei hinter Thüringen gelegen. Dort lag die Inzidenz am Sonntag bei 419,9, danach folgt Bayern mit 293,0.

Fünf Landkreise mit Inzidenzen von mehr als 500

Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden in Sachsen 2.568 neue Corona-Infektionen festgestellt. Die bundesweit höchste Infektionsrate und damit auch die höchste Inzidenz hat der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (865,1). Dort liegt der Inzidenz-Wert mit Abstand vor dem Landkreis Mühldorf am Inn in Bayern (752).

Die Landkreise Görlitz (619,8), Meißen (567,0), Bautzen (535,6) und Mittelsachsen mit 512,5 weisen ebenfalls ein extrem hohes Infektionsgeschehen aus. Die niedrigste Ansteckungsrate hat bei den Landkreisen Nordsachsen mit einem Wert von 264,9. Aus den Großstädten wurden Inzidenzen von 460,1 in Dresden, 400,6 in Chemnitz und 222,9 in Leipzig gemeldet.

1.508 Covid-Patienten im Krankenhaus

Wie das sächsische Sozialministerium informiert, befinden sich 1.213 Menschen mit Covid-19 auf Normalstationen in den Krankenhäusern (Stand: 06.11.2021, 15 Uhr). Damit steht Sachsen kurz vor dem Erreichen der Überlastungsstufe von 1.300 Betten.

Zusätzlich müssen 295 Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen behandelt werden. Laut DIVI-Intensivregister werden 122 Erkrankte invasiv beatmet (Stand: 07.11.2021, 12:50 Uhr). Vier Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung sind gestorben.

Vorwarnstufe erreicht - aktuell gültige Regeln

Am Freitag sind in Sachsen verschärfte Corona-Regeln in Kraft getreten. Hintergrund ist das Erreichen der Vorwarnstufe bei der Bettenbelegung in den Krankenhäusern. Der Belastungswert von 650 belegten Betten auf den Normalstationen ist nach Ministeriumsangaben überschritten. Seit dem 30. Oktober 2021 liegen weit mehr als 650 Patientinnen und Patienten mit Covid-19 auf den Normalstationen der Kliniken. Einige Häuser haben inzwischen den Regelbetrieb heruntergefahren und konzentrieren sich vor allem auf die Corona-Patienten. Auch werden Besucherstopps verhängt, so wie ab morgen auch im Uniklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

Vorwarn- und Überlastungsstufe Zusätzlich zu den Inzidenzwerten sieht die neue Schutzverordnung eine Vorwarnstufe und eine Überlastungsstufe aufgrund der Bettenbelegung in den sächsischen Kliniken vor. Die Vorwarnstufe gilt nun, wenn 650 Betten auf der Normalstation oder 180 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind.

Die Überlastungsstufe ist erreicht, wenn 1.300 Betten auf der Normalstation oder wenn 420 Betten auf der Intensivstation mit Covid-19-Patienten belegt sind. Anders als bei den Inzidenzwerten gilt bei der Bettenbelegung die 3+2-Regel.

In der aktuellen Corona-Schutzverordnung wird auch die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" als Kenngröße genannt. Sie ist aber nicht ausschlaggebend für das Eintreten der Vorwarn- und Überlastungsstufe. Die "7-Tage-Inzidenz Hospitalisierungen" beschreibt die Anzahl der ans Robert-Koch-Institut übermittelten Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten in Krankenhäuser pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Auswirkung der Vorwarnstufe:

  • im privaten Bereich: Zusammenkünfte mit maximal zehn Personen aus verschiedenen Hausständen (Kinder unter 14 Jahren sowie Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • Versammlungen im öffentlichen Bereich (z.B. Corona-Demo in Leipzig): nur ortsfest, maximal 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Geimpfte oder genesene Personen zählen mit)
  • Schule: Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen (ab Klasse 5)

In verschiedenen Bereichen ist eine strengere Kontakterfassung vorgeschrieben. In Krankenhäusern, Behinderten-Wohnheimen und geschützten Werkstätten müssen die Beschäftigten nun zweimal pro Woche verpflichtend getestet werden.

Geplante 2G-Regeln und Homeoffice-Empfehlung

Sachsens Landesregierung hat vor diesem Hintergrund am Freitag eine neue Corona-Schutzverordnung verabschiedet. Darin werden die Regeln weiter verschärft. Die Verordnung tritt ab dem 8. November in Kraft. Sie sieht eine 2G-Regelung - Zugang nur für Geimpfte und Genesene - in der Innengastronomie, bei Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultureinrichtungen, Clubs und Bars vor. Für Weihnachtsmärkte gilt eine gestaffelte Regelung. Nicht betroffen sind der Einzelhandel und Gottesdienste.

Bestehende Ausnahmeregelungen für Kinder- und Jugendliche sowie Menschen, die sich nicht impfen lassen können, gelten fort. Sie brauchen aber einen Test. An Arbeitgeber wird appelliert, den Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 07. November 2021 | 19:00 Uhr

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