Neuer Beschluss Strengere Corona-Regeln für Sachsen über Ostern

Hase mit FFP2-Maske
Das zweite Jahr in Folge wird es wegen der Corona-Pandemie ein Osterfest mit Einschränkungen geben. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Noch vor Ostern sollen in Sachsen besonders strenge Corona-Regeln gelten. Das haben Ministerpräsident Michael Kretschmer und Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag angekündigt. Entsprechend des Bund-Länder-Beschlusses werden auch im Freistaat der 1. und 3. April zu Ruhetagen erklärt. Ab Gründonnerstag soll das öffentliche Leben so weit wie möglich heruntergefahren werden. Ziel ist es den Angaben zufolge, die aktuell stark steigende Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Freistaat zu bremsen.

Zwei Ruhetage vor Ostern geplant

Der Gründonnerstag soll nach Aussage der Sozialministerin arbeitsfrei sein, Kitas sollen geschlossen bleiben. Ob Lebensmittelgeschäfte öffnen dürfen, werde noch diskutiert. Zwei Tage später, am Karsamstag, sollen Lebensmittelgeschäfte wie Supermärkte, Frischemärkte, Bäcker und Tankstellen öffnen dürfen. Ob auch Gartencenter und Baumärkte Kunden bedienen dürfen, sei noch nicht entschieden.

Sozialministerin Köpping kündigte im Bezug auf Kontaktbeschränkungen an, dass Treffen zwischen zwei Hausständen mit maximal fünf Personen erlaubt sind - Kinder unter 14 Jahren werden nicht gezählt. Ausflüge sind laut Ministerpräsident Kretschmer möglich, eine 15-Kilometer-Regelung rund um den Wohnsitz solle es nicht mehr geben.

Versammlungsverbot vom 1. bis 5. April

Zudem gibt es von Gründonnerstag bis einschließlich Ostermontag ein Versammlungsverbot. Ministerpräsident Kretschmer sagte hinsichtlich der christlichen Feiertage: "Wir werden in Sachsen mit den Kirchen sprechen und die Situation analysieren." Er habe ein großes Verantwortungsbewusstsein wahrgenommen und "keinen Zweifel, dass die Situation mit der gleichen Umsicht geregelt wird, wie es die Zeit für uns verlangt." Ob und wie das traditionelle Osterreiten stattfinden könne, darüber müsse gesprochen werden.

Ich finde es richtig, die Tage um Ostern zu nutzen, um diese Welle zu brechen. Es gibt wenige Länder, die das Brechen der Welle so sehr brauchen wie das Land Sachsen.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident

Der Ministerpräsident verwies auf die Dringlichkeit der Maßnahmen. Bereits in zehn Tagen sei voraussichtlich die Auslastung von 1.300 Krankenhausbetten für Covid-19-Patienten erreicht. Deshalb müssten nun wieder Schritte eingeleitet werden, die bereits im Dezember Wirkung gezeigt hätten: Grundsätzliche Kontaktvermeidung und Einschränkung der Mobilität hätten damals zu Erfolg geführt. Das müsse auch jetzt geschehen.

Mehr Freiheiten nach Ostern mit negativen Tests

Nach Ostern wollen wir einen neuen Weg gehen.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident

Das Kabinett hat aber offenbar nicht nur strengere Regeln besprochen. Nach den Feiertagen soll es neue inzidenzunabhängige Lockerungen geben. Demnach könnten beispielsweise Zoos, Kultureinrichtungen oder Kosmetikstudios auch in Regionen öffnen, in denen die 7-Tage-Inzidenz dauerhaft über 100 liegt. Dafür seien allerdings negative Corona-Tests von Besuchern, Kunden und teilweise auch Angestellten Voraussetzung. Lockerungen sind auch im Bereich Individual- und Vereinssport geplant.

Erweiterte Testpflicht an Schulen

Köpping gab außerdem eine Ausweitung der Testpflicht an Schulen bekannt. Ziel sei es, Schulschließungen auch bei Inzidenzen über 100 zu vermeiden. Deswegen solle es eine Corona-Testpflicht auch für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler an Grundschulen geben. Verpflichtende Tests sind demnächst zwei Mal wöchentlich geplant. Auch erweiterte Testmöglichkeiten für Erzieherinnen und Erzieher in Kitas sollen ermöglicht werden.

Hotels und Gastronomie bleiben weiter geschlossen

Keine Lockerungen soll es hingegen in den Bereichen Gastronomie und Hotels geben. Allerdings verwiesen Köpping und Kretschmer auf die Modellversuche in Augustusburg und Oberwiesenthal. Diese sollen wissenschaftlich begleitet werden und Aufschluss darüber geben, wie weitere Öffnungen sinnvoll durchgeführt werden können. Dafür hat das Kabinett laut Sozialministerin am Dienstag grünes Licht gegeben: "Die Projekte sind gut vorbereitet und durchdacht", ein Modellversuch in Leipzig sei noch in Abstimmung.

Abgesperrter Freisitz
Vorerst soll es keine Lockerungen in den Bereichen Gastronomie und Hotelerie geben. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Kretschmer warnt vor vierter Welle

Ministerpräsident Kretschmer sagte: "Es wird garantiert eine vierte Welle geben." Er habe aber Hoffnung, dass sich die Situation Ende Mai verbessern würde, wenn weite Teile der Bevölkerung eine Impfung erhalten hätten. Bis dahin sei "testen eine Möglichkeit, die Zeit zu überbrücken. Was wir hier haben, ist eine Naturkatastrophe, mit der wir keine Erfahrung haben und die unsichtbar ist." Er sei dankbar für alle Ideen und Vorschläge - auch auf lokaler Ebene - wenn es um den Infektionsschutz gehe. "Wir sind auf der Suche nach Instrumenten, die das Infektionsgeschehen abbremsen können."

Quelle: MDR/cb/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.03.2021 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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