Pandemie Kita, Schule, Arbeitsalltag - wie Familien den zweiten Corona-Advent meistern

Wie Familien den Alltag zwischen Arbeit und Kinderbetreuung in der Pandemie meistern, hat MDR SACHSEN seine Nutzerinnen und Nutzer gefragt. Was läuft gut? Wo sind Eltern am Rande der Verzweiflung? Die Reaktionen sind unterschiedlich, aber viele beschreiben die Situation in Schule und Kita als belastend. Doch es wird auch Positives beobachtet.

Corona Advent
Corona unterm Weihnachtsbaum - das braucht keiner. Bildrechte: MDR/Panthermedia

Gut zwei Wochen vor Weihnachten ist bei vielen Familien in Sachsen, die uns geschrieben haben, die Luft raus. "Den zweiten Corona-Winter meistern wir halt irgendwie, kurz vor dem Nervenzusammenbruch stehend," schreibt eine Nutzerin. Auch Dana Book aus Freital "funktioniert" nur noch, wie sie schreibt: "Dadurch, dass alles Schöne abgesagt wurde, obwohl wir alles getan haben, dass die Pandemie enden kann, entsteht der Eindruck, dass wir arbeiten dürfen und der Rest ist verboten."

Den Advent genießen, kann man nicht wie gewohnt. Es gibt keine wirkliche 'Vorfreude' mehr. Da die 'Vorangst" vor dem, was noch kommt, immer größer wird.

Anonyme Nutzerin aus Sachsen

Schule und Kita lassen Eltern verzweifeln

Was sie und auch andere Familien in der Adventszeit vor allem belastet, ist die Situation in Schulen und Kitas. "Was mich seit Anfang an stört, ist die Intransparenz in den Schulen (wieviel Infektionen usw. gibt es), die unklaren Regeln der Ämter (was passiert bei Coronafällen in der Klasse usw.?), aber auch das ewige Zögern der Politik, bis es fast zu spät ist", schreibt Christopher Rölke aus Leipzig. Andere beklagen die eingeschränkten Öffnungszeiten der Einrichtungen und dass es keinen wirksamen Schutz für Kitakinder gebe.

Eingeschränkter Regelbetrieb heißt bei uns konkret, dass 50 Kinder ohne Abstand und Maske täglich zusammenkommen, das Personal ist auch nur zur Hälfte geimpft.

Anonyme Nutzerin

Die Durchseuchung der Kinder sei in vollem Gange. Sie fürchtet, am Ende zu Weihnachten in Quarantäne zu sitzen.

Angst vor Ansteckung von Oma und Opa

Dass die Großeltern derzeit nicht aushelfen können, wenn Kinder wegen Quarantäne oder Krankheit zuhause sind, lässt Jacqueline Mosebach aus Görlitz verzweifeln. "Schade, dass Oma und Opa nicht helfen, da die Angst vor Corona zu groß ist. Das macht mich ganz schön wütend, zumal alle geimpft und geboostert sind."

Andere verzweifeln über die niedrige Impfquote in Sachsen und die "immer noch vorherrschende Ignoranz der Leute".

Im Rest Deutschlands findet eine halbwegs normale Weihnachtszeit statt, nur bei uns in Sachsen ist tote Hose, weil ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung einfach nicht begreift, dass wir es in der Hand hätten, diese Pandemie einzudämmen.

Katja H. aus Leipzig.

Auch der Umgang untereinander lässt Nutzer verzweifeln oder dass es kein Hilfsprogramm für Unternehmer, etwa im Tourismus, gebe.

Zusammenhalt in Familien gestärkt

Doch es gebe auch Lichtblicke in der Pandemie - trotz geschlossener Weihnachtsmärkte, schreiben die Nutzerinnen und Nutzer. "Für die Kinder sind Weihnachtsmarktbesuche sowieso nicht so spannend. Basteln und Plätzchen backen zu Hause macht ihnen mehr Spaß." Und Uwe Dulz aus Pirna schreibt: "Wir machen uns einfach zu Hause eine gemütliche Weihnachtsatmosphäre". Auch dass Familien jetzt noch stärker zusammenhalten, wird positiv bewertet sowie die gegenseitige Hilfe unter Eltern etwa bei der Kinderbetreuung.

Wir sind während der gesamten Pandemie-Zeit auf jeden Fall enger zusammengerutscht.

Christopher Rölke aus Leipzig

Wie den zweiten Corona-Advent meistern?

Um in der Pandemie keinen Schaden zu nehmen, raten Nutzerinnen und Nutzer zum Durchhalten, aber auch zu mehr Gelassenheit. "Lockerer mit allen Dingen sein. Sich selber auch mal rausnehmen", meint Jana aus Dresden. Peggy Grünert aus Leipzig schreibt dazu: "Ganz wichtig, positive Momente schaffen. Positiv denken und nur von Tag zu Tag planen und denken, sonst wird man verrückt." Tanja Sandlaß aus Leipzig setzt neben einem geregelten Tagesablauf auf alt bekannte Rezepte: "Auch wenn wir es nicht mehr hören können und es uns zum Halse raushängt: Basteln, backen, frische Luft, auch in den Wald gehen, kann Wunder wirken, Geocaching, musizieren und Weihnachtslieder singen etc.".

Quelle: MDR/(kb)

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