Impfdurchbrüche in Sachsen Mehr als 99 Prozent der Covid-19-Patienten in Krankenhäusern ungeimpft

In den vergangenen Wochen haben die MDR SACHSEN-Redaktion zahlreiche Zuschriften zum Verhältnis von Geimpften und Ungeimpften bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus und in den Krankenhäusern erreicht. In vielen Familien wird über den Sinn der Impfungen diskutiert und diese Zahlen werden dabei offenbar oft nachgefragt. "Ein Krankenpfleger behauptet, es sei etwa 1:1", schreibt ein Nutzer über das Verhältnis der Corona-Patienten in den Kliniken. MDR SACHSEN hat nachgefragt.

Eine Notfallsanitäter der DLRG zieht an der Universität Potsdam den Corona-Impfstoff von Biontech in eine Spritze. Neben den Studierenden haben alle Menschen heute die Möglichkeit, sich ohne Termin an der Uni Potsdam mt Biontech impfen zu lassen.
In Sachsen waren laut Angaben des Sozialministeriums seit Februar 2021 nur knapp ein Prozent der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern vollständig geimpft. Bildrechte: dpa

Viele Menschen fragen sich, wie sinnvoll die Impfung gegen das Coronavirus und wie hoch der tatsächliche Schutz vor einer schweren Erkrankung ist. Aktuelle Daten zum Verhältnis von geimpften und ungeimpften Covid-19-Patienten in den sächsischen Krankenhäusern sprechen eine deutliche Sprache: Impfdurchbrüche sind selten.

Nur 0,9 Prozent der Covid-Patienten in Krankenhäusern geimpft

Wie das sächsische Sozialministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN mitteilte, wurden seit Februar 2021 insgesamt 6.691 Covid-19-Patienten im Freistaat im Krankenhaus behandelt. "Davon waren 0,9 Prozent vollständig geimpft (58 Betroffene) und demzufolge 99,1 Prozent (6.633 Betroffene) nicht oder nicht vollständig geimpft", so das Sozialministerium.

Die zum Aufbau des vollen Impfschutzes benötigten zwei Wochen nach der zweiten Impfung seien dabei mit eingerechnet worden. In den Monaten August und September wurden den Angaben zufolge 267 Fälle in den Kliniken aufgenommen. "Von diesen Patienten wiesen 31 Personen einen vollständigen Impfschutz auf", gibt das Sozialministerium Auskunft.

Eine Grafik zeigt Daten zu Covid 19-Patientinnen und Patienten.
Die Zahlen des Sozialministeriums in Sachsen zeigen, dass es zwar zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen kann. Doch die Zahl der Covid-19-Patienten mit vollständigem Impfschutz in sächsischen Krankenhäusern ist verschwindend gering. Bildrechte: MDR/Sozialministerium Sachsen

Keine geimpfte Person auf der Intensivstation

Auch auf den Intensivstationen der sächsischen Kliniken zeigt sich ein ähnliches Bild. Seit Februar 2021 wurden laut Sozialministerium insgesamt 447 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Davon sei kein Betroffener vollständig geimpft gewesen.

Die 7-Tage-Inzidenz unter Geimpften und Ungeimpften weicht in Sachsen stark voneinander ab. Während die Inzidenz bei Geimpften nur bei knapp über zehn liegt, weist sie bei Ungeimpften einen Wert von mehr als 70 auf (Stand 17.9., 12:30 Uhr).

Quelle: MDR/al

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 20. September 2021 | 19:00 Uhr

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