Versorgung von Corona-Patienten Landesärztekammer Sachsen fordert Wiedereinführung von Notmaßnahmen

Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer (SLäk) hat bei der diesjährigen Kammerversammlung die Reaktivierung der Notfallmaßnahmen für die stationäre Versorgung von Corona-Erkrankten gefordert. In seiner Rede zur Versammlung sagte Kammerpräsident Erik Bodendiek, alle Notfallmaßnahmen aus der "ersten Pandemie-Welle" seien mit dem 30. September ausgelaufen. Die bisher ausgebliebene Reaktivierung sei "indiskutabel".

Vier Maßnahmen erforderlich

Konkret forderte Bodendiek die Wiedereinführung von vier Maßnahmen, die das weitere Funktionieren der Kliniken gewährleisten würden:

  • Freihaltepauschalen, die Krankenhäuser für das Vorhalten von Betten für Corona-Patienten entschädigen
  • Freigabe von Reha-Einrichtungen zur Akutbehandlung von Corona-Erkrankten
  • Erlaubnis von Zwölf-Stunden-Schichten, insbesondere im Intensivbereich
  • keine Sanktionen bei Unterschreitung der Personaluntergrenze

Diese Maßnahmen seien notwendig, um das Personal in den Krankenhäusern während der zweiten Welle flexibel einsetzen zu können. "Teilweise wird aus wirtschaftlichen Gründen weiteroperiert und dabei das total überlastete Personal verbrannt", so Bodendiek. Man brauche jetzt Unterstützung durch die Politik.

Probleme auch in Praxen

Auch viele Arztpraxen fühlen sich in Anbetracht der logistischen Herausforderungen durch steigende Patientenzahlen in den nächsten Wochen allein gelassen, sagte Bodendieck. Vor allem gebe es Probleme, wenn angestellte Fachkräfte oder Ärztinnen und Ärzte selbst erkranken.

Präsident der sächsischen Landesärztekammer Erik Bodendieck
Der Präsident der sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck. Bildrechte: MDR/Torben Lehning

Die Hausärzte stehen an vorderster Front und müssen jetzt zügig von den Fachärzten unterstützt werden.

Erik Bodendieck Präsident der Sächsischen Landesärztekammer

Oberstes Gebot bleibe die gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung, betonete Bodendieck auch in einer Videobotschaft an die sächsischen Ärzte. Deshalb müsse man dafür sorgen, dass alle Ärztinnen und Ärzte der ihnen zugedachten Aufgaben gerecht werden können.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 12.11.2020 | 09:00 Uhr in den Nachrichten

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