Corona-Pandemie Landessportbund Sachsen fordert Perspektiven für Breitensport

Schild zeigt durchgestrichenen Fußballspieler udn Schriftzug CORONA
Der Landessportbund Sachsen, die größte Bürgerorganisation im Freistaat, hofft, dass bei dem Bund-Länder-Gespräch am Mittwoch konkrete Maßnahmen zur schrittweisen Öffnung des Breitensports vereinbart werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO / Marcel Lorenz

Der Landessportbund Sachsen (LSB) fordert eine Perspektive für Sportlerinnen und Sportler im Freistaat. Wie der Generalsekretär des Sportbundes Sachsen, Christian Dahms, am Montagabend im MDR SACHSENSPIEGEL mitteilte, hält er eine Öffnung von Sportstätten im Freien für möglich. Der Sport dürfe nicht vergessen werden, denn er sei für viele Menschen im gesundheitlichen sowie im sozialen Bereich wichtig. Besonders die 20.000 verlorenen Mitglieder, darunter etwa 13.000 Kinder und rund 4.000 Rehasportler, gelte es nun wieder zurückzugewinnen.

Warten auf "grünes Licht": Hygienekonzepte vorhanden

Laut Dahms haben Sachsens Vereine letztes Jahr viel Geld in die Hand genommen, um Hygienekonzepte zu erarbeiten. Diese seien auch mit den Gesundheitsämtern abgesprochen und genehmigt. "Und von daher warten die Vereine nur darauf sie anzuwenden. Vielleicht mit einer Modifikation, aber sie sind auf jeden Fall bereit", so Dahms. Seiner Ansicht nach können die meisten Vereine und Sportstättenbetreiber innerhalb von ein bis zwei Wochen wieder Sportlerinnen und Sportler begrüßen, sofern es Lockerungen gibt.

Viele Initiativen fordern Lockerungen

In Sachsen haben sich in den letzten Monaten viele Initiativen gegründet, die sich für eine Perspektive des Breitensports stark machen. Nach den Angaben Dahms ergeben sich durch die vielfältigen Sportarten ganz unterschiedliche Interessenslagen. Ein Bündeln der Kräfte dieser Initiativen sei nicht zwingend notwendig, da "hier viele Stimmen zur gleichen Zeit auf das gleiche Ziel hinwirken".

Wenn sich bei den Beratungen der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder kommenden Mittwoch keine Perspektiven für den Breitensport auftun, so ist sich Dahms sicher, dann werde ein großer Aufschrei kommen, "angefangen vom deutschen olympischen Sportbund als zentralen Vertreter bis hin zu den Landessportbünden und den Vereinen".

Dann wird das Telefon sicherlich bei mir nicht mehr still stehen. Und auch bei anderen, weil das wäre ein Worst-Case-Szenario, was ich einfach nicht erhoffe, weil damit natürlich vielen Leuten auch wieder die Hoffnung genommen wird.

Christian Dahms Generalsekretär Landessportbund Sachsen

Unterstützung vom sächsischen Innenministerium

Das sächsische Innenministerium unterstützt derweil die Forderungen des LSB. Innenminister Roland Wöller hat nach eigenen Angaben Vorschläge erarbeitet und diese im Vorfeld des Bund-Länder-Gesprächs am Mittwoch an die Regierungschefinnen und -chefs überreicht. Die Vorschläge sähen vor, den Sport in drei Stufen zuzulassen, sofern es die Infektionslage erlaube.

Zunächst einmal Sport auf Sportanlagen im Freien. Dann schrittweise wieder die jeweiligen Gruppengrößen zuzulassen und als letztes wieder Sportveranstaltungen oder Wettkämpfe zuzulassen mit Zuschauern.

Roland Wöller Innenminister Sachsens

Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen
Roland Wöller hofft, dass die Vorschläge am Mittwoch diskutiert und gegebenenfalls zu einem Ergebnis gebracht werden. Bildrechte: dpa

Der LSB forderte bereits vergangene Woche in einem Brief an die sächsische Landesregierung eine schrittweise Öffnung von Sportstätten in Sachsen.

Christian Dahms 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 01.03.2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Ludwig vor 6 Wochen

Die Sportvereine und Sportstätten mit ordentlichen Hygieneregeln hätten niemals geschlossen werden dürfen. Offensichtlich wurde in der Politik ausgeblendet, dass aktiv betriebener Breitensport kombiniert mit gesunder Ernährung und ausreichend Schlaf die effektivste Form der Stärkung des Immunsystems darstellt.
Wieviele Hunderttausende werden bzpw. im Zuge der Insolvenz ihrer Fitnessstudios nicht wieder zurückfinden zu einem regelmäßigen Training. Ein weiterer Kolateralschaden, den unser sog. CORONA-Kabinett zu verantworten hat.

peter1 vor 6 Wochen

Ja, es ist nicht zu fassen. Den Kindern wird nicht nur die Bildung verwehrt, sondern auch die ausserschulische Sportarbeit. Es interessiert einfach nicht. Wenn ich diesen unfähigen zuständigen Minister, Herrn Wöller sehe, meine Güte. Diese schwammigen, nichtssagenden Worte dazu, es wird mir schlecht!!!
Die Kids brauchen den Sport. Da kein Unterricht stattfindet, findet auch kein Sportunterricht statt!!!! Was die Verantwortlichen hier machen ist ein Vernbrechen an den Kindern!!!

Sonnenseite vor 6 Wochen

"Innenminister Roland Wöller hat nach eigenen Angaben Vorschläge erarbeitet und diese im Vorfeld des Bund-Länder-Gesprächs am Mittwoch an die Regierungschefinnen und -chefs überreicht."

Wöller hat Vorschläge erarbeitet?

😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

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