Sächsischer Landtag Köpping: Noch keine wirkliche Entwarnung bei Corona

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping hat in der Corona-Pandemie zum Durchhalten aufgerufen. Sorge bereiten der Ministerin die Mutationen des Virus. Im Landtag legte sie einen Bericht zur Lage vor. Darin zeigte sie auch Verständnis für die Ungeduld der Bevölkerung.

Petra Köpping (SPD), Sozialministerin von Sachsen
Sozialministerin Petra Köpping im Landtag Bildrechte: dpa

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat sich besorgt gezeigt über die Verbreitung der Corona-Mutationen. Im Landtag sagte die SPD-Politikerin, aktuell gebe es 16 nachgewiesene Fälle in Leipzig, Dresden und im Vogtland. "Deshalb werden jetzt verstärkt positive Testergebnisse sequenziert".

Zugleich zeigte sich die Ministerin erleichtert über die sinkenden Inzidenzwerte. Von über 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innnerhalb von sieben Tagen vor einigen Wochen sei man jetzt bei 119,8. Köpping sprach auch von einer Entspannung auf den Corona-Stationen der Krankenhäuser und auf den Intensivstationen. "Es gibt aber noch keine Entwarnung". Die Todeszahlen seien nach wie vor zu hoch. Köpping erneuerte ihr Versprechen, dass im Februar alle Insassen von Pflegeheimen die Erstimpfung gegen Corona erhalten - trotz der momentanen Schwierigkeiten bei der Impfstofflieferung.

Köpping: "Das sind harte Wochen"

Die Ministerin zeigte mit Blick auf die Corona-Regeln Verständnis für wachsende Ungeduld in der Bevölkerung: "Das sind harte Wochen". Ziel sei eine schrittweise Aufhebung der Einschränkungen - aber immer in Abhängigkeit von den Inzidenzwerten. Man müsse auch schnell reagieren können, wenn sich die Zahlen wieder negativ entwickeln. Die AHA-Regeln (Abstand - Hygiene - Alltagsmaske) würden das zentrale Thema in der Zukunft bleiben. Das Kabinett arbeite an einem Ausstiegsplan. Dabei müsse es zuerst um Schulen und Kitas gehen. Entscheidend dafür sei aber die weitere Entwicklung bei den Infektionszahlen. Eine konkrete Zeitschiene nannte Köpping dabei nicht.

Kritik der AfD: Keine Ausstiegsstrategie

AfD-Fraktionschef Jörg Urban warf der Staatsregierung vor, keine Ausstiegsstrategie zu haben. "Die Rücknahme der Verbote wird dafür nicht ausreichen", sagte Urban. Außerdem verwies er darauf, dass die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Schutzmaßnahmen enorm seien. Alexander Dierks von der CDU wies das zurück. "Nutzen und Schaden von Corona-Schutzmaßnahmen werden sehr wohl geprüft. Und die Zahlen zeigen, dass die aktuellen Maßnahmen Erfolg haben." Jetzt könne man über Lockerungen reden. Im Nachhinein müsse man dann Fehler bei den Maßnahmen auswerten.

Linke und Grüne wollen mehr Sequenzierungen

Die Linke-Abgeordnete Susanne Schaper kritisierte die aus ihrer Sicht mangelhafte Kommunikation der Staatsregierung in Sachen Ausstieg aus dem Lockdown. Man erfahre aus den Medien mehr als von der Regierung. Schaper forderte mehr Sequenzierung von positiven Corona-Tests, um Mutationen besser feststellen zu können.

Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Kathleen Kuhfuß, forderte eine verbesserte Datenlage in Sachen Coronavirus und dessen Mutationen. Dafür sei eine verstärkte Sequenzierung notwendig. 

Entscheidend werden künftig Beobachtung und Eindämmung der Verbreitung sein.

Kathleen Kuhfuß Landtagsabgeordnete der Grünen

Die Abgeordneten sitzen bei der Landtagssitzung im Plenum auf ihren Plätzen
Der Sächsische Landtag in Dresden Bildrechte: dpa

Die Gesellschaft sei krisenmüde, die Corona-Pandemie aber noch lange nicht vorbei. Deshalb warnte Kuhfuß vor den psychischen Folgen wie etwa Sucht oder Gewalt. Sie rief dazu auf, die Präventions- und Schutzangebote für solche Fälle auszubauen.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Simone Lang, erklärte, vor allem Kinder und arme Menschen litten unter der Corona-Pandemie. "Wir sehen Tag für Tag, welche Herausforderung der Lockdown etwa für Schülerinnen und Schüler darstellt". Bei armen Menschen kämen zu den Sorgen um die Gesundheit und erheblichen psychosozialen Belastungen noch pandemiebedingte finanzielle Mehrausgaben, die aus dem schmalen Budget kaum geleistet werden können. Lang begrüßte den Vorschlag ihres Parteikollegen und Bundesarbeitsministers Hubertus Heil, der einen Corona-Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger fordert.

Quelle: MDR/jk/kb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.02.2021 | 12:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 03.02.2021 | 19:00 Uhr

21 Kommentare

Uwe G vor 32 Wochen

Was habe ich ihnen nur getan? Auch hier haben sie natürlich Recht. Ich habe beides nicht studiert. Aber habe ich das jemals behauptet? Womit sie allerdings nicht Recht haben ist das ich ständig meine Meinung ändere! Meine Meinung hier noch mal zum Mitschreiben! 1 Wenn jeder von sich aus alles in seiner Macht stehende tun würde um das Virus am ausbreiten zu hindern wären viele Verbote gar nicht nötig gewesen. 2. Ich verwehre mich gegen jegliche rechtsradikale Tendenz und halte die AFD für eine Partei, deren einziges Ziel es ist, die Gesellschaft zu spalten um unser Land rückwärts zu wenden.

Uwe G vor 32 Wochen

Ruhig, ruhig wie kommen Sie denn darauf das ich auch nur annehmen könnte das Sie die Pandemie leugnen? Sie scheinen etwas anderes gelesen zu haben. Ich schrieb davon auszugehen das Sie sich an die Maßnahmen halten! Außerdem bedauerte ich das Sie, obwohl Sie sich mehr Kompetenz zutrauen als Sie unseren Politikern und Wissenschaftlern zugestehen, offensichtlich nicht in Verantwortung targender Position sind.

Ritter Runkel vor 32 Wochen

@Uwe G
Aus welchen konkreten Gründen sollte ich mich mit ihren Ansichten auseinandersetzen?
Sie ändern ihre Ansichten wie das Wetter und diffamieren, beleidigen und unterstellen anderen, die nicht gerade ihre aktuellen Ansichten vertreten. Außerdem haben sie keine Ahnung von Medizin und empirischer Sozialforschung.

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