Reaktionen auf GEW-Forderung Ausfall der Abiprüfungen: Lehrerverband und Kultusministerium in Sachsen dagegen

Abiturienten warten 2018 auf den Beginn einer schriftlichen Prüfung.
Auch in diesem Jahr soll die Abiprüfung in Sachsen stattfinden, so die Lehrergewerkschaft. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Der Sächsische Lehrerverband spricht sich ausdrücklich für die Durchführung der Abiturprüfungen auf vergleichbarem Niveau zu den Vorjahren aus. Ein Aussetzen der schriftlichen Prüfungen würde die Abiturienten bei der Bewerbung um einen Studien- oder Ausbildungsplatz benachteiligen, erklärte Verbandsvorsitzender Jens Weichelt am Dienstag. Den Abiturienten dürften durch ein "Corona-Abitur" im laufenden Schuljahr keine Nachteile entstehen.

Lage nicht schlechter als im vergangenen Jahr

Zuvor hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vorgeschlagen, Abi-Prüfungen notfalls ausfallen zu lassen und die zuletzt erreichten Schulnoten in die Prüfungszeugnisse aufzunehmen. "Das Ziel aller Abschlussprüfungen muss es sein, dass jeder Schüler eine optimale Chance erhält, einen anerkannten Schulabschluss zu erwerben", so Weichelt. Ein solcher Abschluss müsse vollständig anerkannt sein. Ein "Corona-Abitur" würde sehr bald als zweitklassig gelten. Die Abiturprüfungen in Sachsen hätten im vergangenen Jahr trotz Corona-Pandemie weitestgehend problemlos und mit ähnlichen Ergebnissen wie in den Vorjahren stattgefunden.

In diesem Schuljahr seien die Voraussetzungen für Abiturienten nicht schlechter: Die Abschlussklassen seien seit dem 18. Januar 2021 wieder im Präsenzunterricht, die Schüler hätten insgesamt etwa drei Wochen mit häuslicher Lernzeit zugebracht. "Zudem hat das Sächsische Staatsministerium für Kultus Erleichterungen für die Abiturprüfungen in Aussicht gestellt", so Weichelt.

Auch Kultusministerium für Prüfungen

Auch das sächsische Kultusministerium will die Abiturprüfungen auf jeden Fall stattfinden lassen. Die Verunsicherung der Schülerinnen und Schüler durch die GEW sei nicht gut, sagte Susann Meerheim, Sprecherin des Kultusministeriums in Dresden MDR SACHSEN. Man wolle das Abitur mit Prüfungen durchführen. "Das ist auch von den Abiturientinnen und Abiturienten so gewollt. Alles andere kommt einem Notabitur gleich, einem Abitur, das geschenkt wird", so Meerheim.

Auch in der Kultusministerkonferenz sei man sich einig, ein Abitur mit Prüfungen durchzuführen, um die Anerkennung des Abschlusses in Deutschland und weltweit zu gewährleisten. "Wir haben Erleichterungen beschlossen. Die Schüler bekommen 30 Minuten mehr Zeit in den schriftlichen Prüfungen. Die Zweit- und Drittkorrekturen werden auch in der jeweiligen Schule durchgeführt, um eine faire Benotung zu ermöglichen", so die Sprecherin.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 06.04.2021 | 19:00 Uhr

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