Bildung in Sachsen Digitale Lernplattform "Lernsax" erneut mit massiver Störung

Schüler hatten wieder Probleme, auf Lernsax zuzugreifen. Am Dienstag war die Plattform fürs Homeschooling nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Kultusminister Piwarz war erbost darüber und entschuldigte sich.

Frau am Laptop
Wieder konnten sächsische Schüler die Lernplattform Lernsax nicht erreichen. (Symbolbild) Bildrechte: Colourbox.de

Sächsische Schüler haben wieder Probleme, auf Lernsax zuzugreifen. Aktuell ist die Lernplattform fürs Homeschooling gar nicht oder nur eingeschränkt erreichbar. Viele Eltern beschweren sich auf Twitter über lange Ladezeiten sowie über verzögerte oder versperrte Einwahlmöglichkeiten in das System.

Kultusminister spricht von massiver Störung

Das Kultusministerium bestätigte die Störungen auf Anfrage von MDR SACHSEN. Die Fehleranalyse laufe auf Hochtouren. "Der Hintergrund der Störung ist dieses Mal kein DDoS-Angriff oder ein Kapazitätsproblem. Die Ursache ist ein technisches Problem im Rechenzentrum", erklärte Susanne Meerheim, Sprecherin des Kultusministeriums. Der Betreiber arbeitet fieberhaft an der Lösung des Problems. Er hoffe, dass LernSax in Kürze wieder voll einsatzfähig ist.

Es ist einfach Mist, wenn etwas, was wir dringend brauchen, nicht zur Verfügung steht.

Christian Piwarz Sächsischer Kultusminister (CDU)

Am Dienstagabend sprach auch Kultusminister Piwarz von einer "massiven Störung", die analysiert werde. Die Situation am Dienstag habe ihn mehrfach wütend gemacht, weil nach mehreren Störungen im Frühjahr und im Dezember 2020 "intensiv Geld für Technik in die Hand genommen wurde, damit das System unter Voll-Last" laufen könne. "Wir erwarten vom Betreiber und den technischen Partnern, dass Lernsax fehlerfrei läuft", sage Christian Piwarz und entschuldigte sich für den Ausfall.

Angriff im Dezember legt Lernplattform komplett lahm

Bereits im Dezember hatte ein sogenannter DDoS-Angriff zu massiven Störungen bei Lernsax geführt. Ziel eines solchen Angriffs ist es, die Systeme mit einer Massenanfrage zu überlasten und lahmzulegen. Zwei Tage lang kämpften Nutzer dadurch mit Ausfällen und Problemen. Das Kultusministerium ließ daraufhin ein neues Sicherheitssystem installieren und stockte die Serverkapazität auf. Dies liege nun laut Kultusministerium bei 20 Terabyte, am Anfang der Pandemie im Frühjahr 2020 waren es noch drei Terabyte gewesen.

Anzahl der Server erweitert

Kritik an veralteten Servern wies das Kultusministerium zurück. "Seit dem Sommer und zuletzt im Dezember 2020 wurde durch das zuständige Rechenzentrum in erheblichem Umfang der Speicher und die Anzahl der Frontend-Server erweitert", sagte Meerheim. In den vergangenen Tagen sei LernSax problemlos für mehr als 80.000 Nutzer zeitgleich erreichbar gewesen und habe uneingeschränktes Arbeiten erlaubt.

Gibt es Alternativen zu Lernsax?

Laut Kultusministerium können beim digitalen Unterricht auch Alternativen verwendet werden. So stünden über die digitale Plattform "Schullogin" auch die OPAL-Dateiablage sowie das Konferenztool BBB zur Verfügung.

Support von Lernsax

Mögliche Hilfe können Schüler, Eltern und auch Lehrer auf der offiziellen Lernsax-Supportseite finden. Alternativ kann auch über den Twitter-Account @Bildung_Sachsen Kontakt mit Lernsax aufgenommen werden.

Witze über Defizite

Über die erneuten Störungen und das Kultusministerium häufen sich indes die Witze im Netz. Die Seite "Lernsax" parodiert die Störungen und schreibt ironisch: "Wir möchten uns bei allen sächsischen Schülerinnen und Schülern für die durch den temporären Ausfall der Plattform bedingten Unannehmlichkeiten entschuldigen. Gespräche über Lösungen mit dem Kultusministerium werden stattfinden, sobald unser Faxgerät wieder funktioniert."

Quelle: MDR/kt/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.01.2021 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Freies Moria vor 29 Wochen

@Harry20: Habe ich nichts dagegen. Nur bitte nicht in gut bezahlten Jobs aus meinem Steuer- oder Fernsehgeld. Ich hätte lieber mehrere Bildungssender mit alten Telekolleg Sendungen für die Zuhause-Schüler und einen Gesundheitsminister, der Maßnahmen ergreift, welche das Virus beeindrucken.

Chemieschwein vor 29 Wochen

Es funktioniert weiterhin nichts... Der Hoster hat Millionen verdient.. Alles zu Lasten unserer Kinder.. Die Verantwortlichen sollten zurücktreten.. Dieser Kinderzimmerhoster von Lernsax gehört weggesperrt... Den Schaden den diese inkompetenten Politiker mit ihren Geschäftspartnern angerichtet haben ist nicht wieder gut zu machen.

Wachtmeister Dimpfelmoser vor 29 Wochen

"Viele Nutzer bezweifeln jedoch, dass das betroffene Rechenzentrum in Karlsruhe Opfer einer Cyberattacke wurde. Sie vermuten stattdessen nicht ausreichende Serverkapazitäten und Inkompetenz in den Behörden." (Quelle: TAG24).
Und exakt das Gleiche hat mir gegenüber auch ein Lehrer aus Sachsen geäußert.

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