Rat für Eltern Tipps für Familien im Weihnachts-Lockdown

Erst waren es nur zwei Tage, die Sachsens Kinder vor Weihnachten früher zu Hause bleiben sollen: Nun schließen Kitas und Schulen bereits ab 14. Dezember und bleiben bis zum 10. Januar dicht. Jetzt stellt sich erneut die Betreuungsfrage und die Frage, wie Familien den Vorweihnachts- und Corona-Stress bewältigen können. Dafür gibt es Strategien.

Eine Familie im Allgäu sitzt mit Mund-Nasenschutz-Masken am Heiligen Abend vor dem Weihnachtsbaum im Wohnzimmer
Familienfrieden am Weihnachtsabend: Wir haben eine paar Tipps, wie der Weg bis dahin gelingen kann. Bildrechte: imago images/MiS

Wer von Haus aus optimistisch ist, fährt gut in dieser Zeit. Ulrike Kuhnt gehört dazu. Als Psychologin, Eltern- und Erziehungsberaterin weiß sie, dass der erneute Lockdown für viele Familien nicht einfach wird. Sie sieht darin aber auch eine Chance: "Gerade dieser Weihnachtseffekt, dass man bis zum Anschlag arbeitet und macht und vorbereitet und Dinge besorgt, der fällt ja jetzt weg. Den haben wir nicht. Also von daher dürfte das - sagen wir mal größtenteils - eigentlich in eine entspannte Weihnachtszeit münden, durchaus."

Viel Zeit in Familie - irgendwie auch schön

Dass die Schul- und Kitaschließungen nun um die ohnehin anstehenden Ferien liegen, begrüßt Kuhnt. Viele Eltern haben zum großen Teil diese Zeit sowieso schon mit den Kindern zu Hause geplant. Und tatsächlich: Die allermeisten Eltern sehen den Lockdown recht gelassen.

Eine Mutter meint: "Irgendwie muss es ja funktionieren. Mich hat es, ehrlich gesagt, gewundert, wie lang das hinausgezögert wurde." Der Vater einer anderen Familie hat drei Kinder zu Hause. Er schmunzelt, glaubt aber, dass die viele Zeit zu Hause kritisch wird. Und wieder ein anderer Familienvater hat folgenden Plan: "Ich bin sicher im Homeoffice und meine Frau wird frei nehmen." Eine Oma ist der Meinung, dass lieber alle zu Hause sein sollen und dafür gesund sind. Und ein junger Vater sieht es am Ende positiv: "Es wird anstrengend, aber irgendwie ist es ja auch schön, Zeit mit der Familie verbringen zu können."

Es ist einfach, wie es ist - und wahrscheinlich vernünftig.

sagt eine Familienmutter

Was ist das A und O im Familien-Lockdown?

Struktur ist am wichtigsten, um durch die Lockdown-Wochen zu kommen, sagt Elternberaterin Ulrike Kuhnt: "Am besten, ich habe einen strukturierten Tagesablauf. Es gibt eine Aufstehzeit, Frühstückszeit, Mittagessen, Abendbrot. Es gibt bestimmte Zeiten, wo jeder mal ganz bei sich sein darf. Also auch Eltern müssen so aufmerksam miteinander sein, dass jeder mal Zeit für sich hat und wenn es nur eine halbe Stunde ist, man mal ein Buch lesen oder rausgehen kann zum Spaziergang."

Wald-Spaziergang
Mal eine Runde rausgehen - ganz wichtig, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt. Bildrechte: imago images / Markus van Offern

Tipp der Eltern-Beraterin: Sich auch Zeit für sich nehmen und rausgehen.

Basteln, backen, spielen

Alleinerziehende sollten sich bewusst Zeiten einräumen, in denen sie mit Verwandten oder Freunden telefonieren, um nicht zu vereinsamen und immer nur ausschließlich mit dem Kind zusammenzusein. Geschenke basteln, Brettspiele, Plätzchen backen: Die Weihnachtszeit gebe auch vieles vor, ist die Therapeutin sicher, was man mit Kindern zu Hause machen kann.

Elternberaterin Ulrike Kuhnt hofft: "Also meine große Hoffnung ist, dass die Spielplätze offen bleiben und dass die Kinder sich im Freien treffen können." Denn das helfe nicht nur den Eltern, sondern sei vor allem für die sozialen Kontakte der Kinder wichtig.

Plätzchen backen
Einmal mehr Plätzchen backen: In diesem Jahr sollten Familien das einplanen. Es hilft vor Langeweile. Bildrechte: MDR SACHSEN

Ulrike Kuhnt ist Psychologin und Eltern- und Erziehungsberaterin. Sie arbeitet auch als Verfahrensbeistand für Kinder am Amtsgericht Leipzig.

Quelle: MDR/rk/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.12.2020 | 16:30 Uhr

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