Lockerungen In Sachsen sollen die meisten Corona-Regeln ab 3. April aufgehoben werden

In Sachsen werden die Corona-Regeln weiter gelockert. Trotz hoher Inzidenzen soll vorerst nicht die epidemische Lage ausgerufen werden. Die Zugangsregeln und die Maskenpflicht werden ab 3. April größtenteils aufgehoben. Dann sollen nur noch sogenannte Basisschutzmaßnahmen gelten.

Ende Maskenpflicht
Ab dem 3. April gelten in Sachsen nur noch Basisschutzmaßnahmen. Das heißt, auch die Maskenpflicht wird fast überall aufgehoben. Bildrechte: Bildagentur PantherMedia / Dimaberlin

Ab dem 3. April wird es in Sachsen nur noch sogenannte Basisschutzmaßnahmen gegen das Coronavirus geben. Das teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag auf einer Pressekonferenz mit. Zu den Basisschutzmaßnahmen gehören die FFP2-Maskenpflicht und Testpflicht in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sowie Gemeinschaftsunterkünften. In Schulen soll die Maskenpflicht wegfallen, allerdings soll dort weiterhin getestet werden. Für welche anderen Maßnahmen es nur eine dringende Empfehlung geben soll, will das Kabinett noch bis zur Beschlussfassung in der kommenden Woche festlegen.

Die aktuell gültigen Zugangsregeln und die Maskenpflicht für alle anderen Bereiche entfallen. Grund dafür ist das angepasste Infektionsschutzgesetz. Strengere Regeln können nur Bundesländer ergreifen, die eine epidemische Lage ausgerufen haben. Gründe für diese epidemische Lage in Sachsen seien derzeit allerdings nicht gegeben, so Köpping. Dies könne sich allerdings schnell ändern.

Das Sozialministerium empfehle dringend, auch weiterhin Kontakte zu beschränken und den Mindestabstand einzuhalten. Man setze auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Wir setzen auf die Eigenverantwortung.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Petra Köpping
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte wegen der hohen Infektionszahlen eine Hotspot-Regelung für den gesamten Freistaat und nicht nur für einzelne Regionen vorgeschlagen. "Das ist kein neuer Vorstoß, sondern muss täglich abgestimmt werden", sagte Köpping.

CDU-Fraktion gegen Ausrufung der epidemischen Lage

Die CDU-Fraktion im sächsischen Landtag hat sich gegen eine Verlängerung der Corona-Maßnahmen über den 2. April hinaus ausgesprochen. CDU-Fraktionschef Christian Hartmann sprach von unterschiedlichen Sichtweisen. Trotz hoher Infektionszahlen sei derzeit eine Überlastung des Gesundheitssystems nicht erkennbar. Laut Köpping fallen aktuell rund 20 Prozent des Personals in Krankenhäusern aus.

Noch vor einigen Wochen wurden Regeln verschärft, wenn 1.300 Betten auf den Normalstationen der sächsischen Krankenhäuser mit Covid19-Patienten belegt waren. Aktuell sind es 1.577 (Stand 22. März). Allerdings seien von diesen Patienten 40 Prozent wegen anderer Erkrankungen in den Kliniken und bloß bei den Routintests positiv auf das Coronavirus getestet worden, erklärte Köpping.

Zentrale Impfstellen sollen bestehen bleiben

Die Staatsregierung investiert in diesem Jahr noch einmal knapp 90 Millionen Euro in die Impfkampagne. Gesundheitsministerin Köpping erklärte, es sei wichtig einerseits fortlaufend Angebote zu machen und andererseits auf alle Eventualitäten wie eine vierte Impfung vorbereitet zu sein.

Die Impfung hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie keineswegs an Bedeutung verloren. Daher ist mir ein fortlaufendes Basis-Impfangebot des Freistaates sehr wichtig. Klar ist auch, dass wir auf alle Eventualitäten vorbereitet sein müssen.

Petra Köpping Sächsische Gesundheitsministerin

Sommer- und Winterbetrieb von Impfstellen geplant

Im Sommer soll deshalb in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt eine staatliche Impfstelle bestehen bleiben - neben den Angeboten der Haus- und Betriebsärzte sowie der Krankenhäuser. Die Impfstellen sollen dabei täglich eine Kapazität von 2.600 Impfungen bieten. Das Impfangebot soll schrittweise an die gesunkene Nachfrage angepasst werden.

Die Impfstellen sollen so beschaffen sein, dass ab Herbst bis zum Jahresende die Kapazität bei Bedarf verdoppelt werden kann. Dazu kommen bis zu 32 mobile Teams. Die Gesamtkapazität kann so auf maximal 9.500 Impfungen pro Tag hochgefahren werden.

MDR (al/kt)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 22. März 2022 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen

Glasflaschen in einer Fabrik 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK