Maskenpflicht Welche Maske muss ich wo in Sachsen tragen?

Die selbst genähten Alltagsmasken haben weitgehend ausgedient: Als Mindeststandard sind nun auch in Sachsen medizinische Masken beispielsweise im Handel und in öffentlichen Verkehrsmitteln Pflicht, möglich sind aber auch wirksamere FFP2-Masken. Doch wie unterscheiden sich die Masken und wo gilt überhaupt eine Maskenpflicht?

FFP2-Schutzmaske und Alltagsmaske auf einem Tisch
Die medizinische Maske (rechts) ist nun Pflicht beim Einkaufen und im ÖPNV. Die FFP2-Maske (links) muss nur in speziellen Einrichtungen getragen werden. Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Wo gilt in Sachsen generell die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung?

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist in Sachsen bislang schon dort Pflicht, wo sich Menschen im öffentlichen Raum begegnen. Hier dürfen auch weiterhin selbst genähte Masken getragen werden. Dies gilt für folgende Bereiche:

  • in öffentlich zugänglichen Räumen mit regelmäßigem Publikumsverkehr (z. B. Einkaufszentren, Banken, Gastronomie mit Abholservice, Aus- und Fortbildungseinrichtungen)
  • vor Schulen und Kitas
  • in Schulen mit folgenden Ausnahmen (Beispiele): bei Einhaltung des Mindestabstands sowie beim Essen und Trinken
  • auf Flächen, die dem Sport und Spiel gewidmet sind (Ausnahme für Kinder unter zehn Jahren)
  • auf Wochenmärkten und an Außenverkaufsständen (6 bis 24 Uhr)
  • bei Versammlungen

Wo muss ich einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen?

Eine Maskenpflicht gilt für Geschäfte und öffentliche Verkehrsmittel schon lange - seit dem 28. Januar müssen dort medizinische Masken oder FFP2-Masken verwendet werden. Selbst genähte Stoffmasken sind dort also nicht mehr ausreichend. Diese erfüllen schlicht keine einheitlichen Standards, heißt es. An folgenden Orten ist nun mindestens ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz zu tragen:

  • auf Parkplätzen vor Geschäften und Läden
  • in Arztpraxen und Kliniken (Ausnahme im Behandlungsraum sowie für stationäre Patienten am Sitzplatz beim Essen und auf ihren Zimmern)
  • in Arbeits- und Betriebsstätten (außer am Arbeitsplatz bei Einhaltung des Mindestabstands)
  • an Haltestellen und in Bahnhöfen
  • in Kirchen bzw. bei der Religionsausübung
  • in Autos, sobald Personen aus unterschiedlichen Hausständen zusammen fahren (auch der Fahrer muss eine Maske tragen, darf zusätzlich aber nicht Mütze oder Sonnebrille aufsetzen)

Frau legt Mundschutzmaske an
Viele Menschen decken sich gerade mit FFP2-Masken ein, dabei ist ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz, wie auf dem Bild, vonseiten des Gesetzgebers in vielen Fällen ausreichend. Bildrechte: imago images/Michael Weber

Wo müssen FFP2-Masken in Sachsen getragen werden?

Eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske gilt:

  • für Beschäftigte im ambulanten Pflegedienst bei Ausübung der Pflege
  • beim Besuch von Tagespflegeeinrichtungen
  • in Pflegeeinrichtungen für die Besucher
  • in Justizvollzugsanstalten, Flüchtlingsunterkünften für das Personal und die Besucher

Besucher können die FFP2-Masken in der Regel von den Pflegeeinrichtungen bekommen. Man wolle nicht, dass jemand seine Angehörigen nicht besuchen könne, sagte Sozialministerin Köpping.

Gibt es auch Menschen, für die Ausnahmen gelten?

Für die Maskenpflicht gibt es auch weiterhin folgende Ausnahmen:

  • bei der "Fortbewegung ohne Verweilen" (z. B. Radfahren) und sportlicher Betätigung
  • für Kinder unter sechs Jahren
  • für Menschen mit Behinderung, die nicht zum Tragen einer Maske in der Lage sind
  • für Personal ohne Kundenkontakt oder wenn andere Schutzmaßnahmen existieren
  • Befreiung durch ein ärztliches Attest

Wie unterscheidet sich die Wirksamkeit von medizinischen Masken und FFP2-Masken?

Medizinische Masken, die vor allem als OP-Masken bekannt sind, wurden als medizinisches Produkt für den Fremdschutz entwickelt. Sie schützen in erster Linie das Gegenüber vor Tröpfchen des Mundschutzträgers, Aerosole filtern sie nicht. Nur bei einem festen Sitz können sie auch den Träger vor Tröpfchen seines Gegenübers schützen. FFP2-Masken bieten hingegen den Fremd- und Eigenschutz. Neben einem Schutz vor Tröpfchen müssen sie auch mindestens 94 Prozent der bei der Verbreitung der Coronaviren zentralen Aerosole aus der Atemluft filtern.

Auf einer Infografik sind Informationen zur FFP2-Maske grafisch aufbereitet.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Was ist beim Tragen von FFP2-Masken zu beachten?

Die stark filternden FFP2-Masken erschweren den Tragenden nachweislich das Atmen, wenn sie richtig dicht sitzen. Gesunden Menschen, die berufsbedingt zum Tragen einer FFP2-Maske verpflichtet sind, wird deshalb empfohlen, sie nach 75 Minuten Tragezeit abzulegen. Dann sollte eine 30-minütige Maskenpause eingelegt werden. Näheres zur Verwendung ist bei den Herstellerangaben der Maske zu finden. Das Robert Koch-Institut empfiehlt außerdem eine "arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung, um Risiken für den Anwender individuell medizinisch zu bewerten".

Wie erkenne ich einen zugelassenen Mund-Nasen-Schutz?

Zugelassene medizinische Masken müssen gewisse Standards etwa beim Material einhalten. Können Hersteller ein erfolgreiches Nachweisverfahren belegen und genügen damit der europäischen Norm EN 14683, erhalten sie das CE-Zeichen. Auch FFP2-Masken müssen die Bedingungen für das CE-Zeichen erfüllen, darüber hinaus auch die europäische Norm EN149. Beides ist auf zugelassenen Masken aufgedruckt. Vergleichbare Masken aus den USA oder aus China tragen die Bezeichnungen N95 beziehungsweise KN95.

Was kosten die unterschiedlichen Masken?

Der Preisunterschied ist teilweise erheblich. In größeren Packungen gibt es einfache medizinische Masken zum Stückpreis von 50 Cent und weniger. Dagegen kosten FFP2-Masken nur in den günstigsten Varianten etwas unter einem Euro pro Stück, viele Händler verlangen sogar Preise von zwei Euro und oft auch deutlich mehr für eine einzelne Maske.

Kann man die Masken wiederverwenden?

Beide Maskentypen gelten an sich als Einwegprodukte und sollen nach dem Tragen entsorgt werden. Doch für beide Masken gibt es auch zulässige Wege zur Wiederverwendung. Einfache medizinische Masken können bei trockener Hitze - also etwa im Backofen - zwischen 65 und 70 Grad Celsius desinfiziert und dann mehrmals verwendet werden. FFP2-Masken können nach einer Studie der Fachhochschule Münster entweder eine Stunde bei konstant 80 Grad desinfiziert werden oder durch Trocknung über sieben Tage bei trockener Raumluft.

Mit welchen Konsequenzen muss man bei Verstößen rechnen?

Bei Verstößen droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 60 Euro.

Quelle: MDR/kb/ap/kp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 20.01.2021 | 19:00 Uhr

38 Kommentare

Anita L. vor 12 Wochen

Ja, Ernst678, zur Zeit wird uns wie auch den Chinesen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung tatsächlich per Verordnung vorgeschrieben oder eben "befohlen", wie Sie es ausdrücken. Das ist nicht schön, angesichts der Situation aber nicht zu ändern und außerdem nicht das Thema dieses Diskussionsstranges. Hier geht es um die angebliche Sinnlosigkeit der Maske im Kampf gegen das Virus (Ich zitiere aus Criticas Ausgangsbeitrag zur "Geschichte der Maske": "Doch wirklich geholfen hat bisjetzt gar nichts"). Flacher geht der Ball jetzt also nicht mehr zu halten, wenn wir uns an die allgemeingültigen Diskussionsregeln halten wollen.

Reinhard vor 12 Wochen

Lesen den Artikel doch bitte genau, da steht, die OP-Masken werden zur Pflicht, wenn sie den ÖPNV nutzen oder einkaufen. FFP2-Masken können auch, müssen aber nicht getragen werden.

Ernst678 vor 12 Wochen

Schön das es noch nicht feststeht, da kann ich ja hoffen das ich als Bezugsberechtigter noch rechtzeitig eine Satz Masken in Haus gebracht bekomme. Denn wer solche Verordnungen raushaut muß ja, vernünftiges Denken vorausgesetzt, dafür sorgen das diese Masken zuvor jeder Bürger erhält. Berichten Sie bitte darüber wie hier die Regierung verantwortungsvoll handelt.

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