24.06.2020 | 16:55 Uhr Sachsen: Mathe-Abiturnoten werden um einen Punkt angehoben

Die Abiturnoten im Fach Mathematik werden in diesem Jahr in Sachsen um einen Punkt angehoben. Eine Erhebung bei den Gymnasien habe ergeben, dass der Notendurchschnitt im Leistungskurs im Vergleich zum Vorjahr schlechter gewesen sei, teilte das Kultusministerium am Mittwoch mit.

Abiturienten während des Zentralabiturs, 2009.
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Jahr 2020 2019 2018 2017 2016 2015
Durchschnittsnote Leistungskurs

(schriftliche Prüfung)
3,1 2,5 2,8 2,5 2,8 2,6
Durchschnittsnote Grundkurs

(schriftliche Prüfung)
3,3 3,0 2,8 3,4 2,9 2,9
Durchschnittsnote Grundkurs

(mündliche Prüfung)
* 3,2 3,2 3,2 3,2 3,2

*Der Notendurchschnitt für die mündliche Prüfung im Grundkurs Mathe liegt erst Ende Juli vor.

Coronabedingt weniger Lehrer-Schüler-Kontakt

Die gestellten Aufgaben entsprachen laut Ministerium zwar grundsätzlich dem sächsischen Lehrplan. Allerdings musste in einigen Aufgaben das erworbene Wissen auf neue und unbekannte Sachverhalte angewandt werden. Zudem lag der Schwerpunkt der Vorbereitung in der coronabedingt häuslichen Lernzeit für einen Teil der Schülerinnen und Schüler vor allem im Lösen von Aufgaben vergangener Jahre. Dabei war der unmittelbare Einflussnahme durch Lehrkräfte aufgrund der Corona-Pandemie geringer als üblich.

Erklärung des Kultusministers

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) hatte im April entschieden, dass das Abitur wie geplant stattfinden, den Schülerinnen und Schülern aber kein Nachteil entstehen soll.

Christian Piwarz, Kultusminister Sachsen
Bildrechte: MDR/Sächsische Landesregierung

In Abwägung aller Vor- und Nachteile und insbesondere angesichts der nicht von den Schülerinnen und Schülern zu verantwortenden Problemlage in einigen Aufgabenstellungen, werden die Noten etwas angehoben.

Christian Piwarz Sächsischer Kultusminister

Nach dem Mathe-Abitur hatte es massive Kritik von Schülern, Eltern und erstmals auch von Lehrkräften gegeben. Das Ministerium hatte daraufhin versprochen, die Aufgaben zu überprüfen. Piwarz kündigte zudem an, während der Sommermonate Maßnahmen zu diskutieren, um künftig besser an allen Gymnasien die neue Aufgabenkultur und das damit verbundene Niveau der Bildungsstandards umzusetzen.

Lob und Kritik vom Landesschülerrat

Der Landesschülerrat (LSR) begrüßt die Anhebung der Prüfungsnoten im Mathe-Abi und sieht sich in seiner Forderung bestätigt, die Aufgaben bei deutlich schlechteren Ergebnissen zu überprüfen. Die Vorsitzende des LSR, Joanna Kesicka, nennt den Nachteilsausgleich "nötig und angemessen".

Schülerinnen und Schüler des diesjährigen Abiturjahrganges werden dadurch entlastet und die nicht gehaltenen Unterrichtsstunden für die Prüfungsvorbereitung während der Corona-Krise wieder kompensiert.

Joanna Kesicka Vorsitzende Landesschülerrat

Trotz allem üben die Schülerinnen und Schüler Kritik, weil die Korrektur nicht bei den Absolventen der Beruflichen Gymnasien angewandt werden soll. Der LSR hält auch für diese Schulart eine Überprüfung der Aufgabenstellung sowie einen Vergleich der Ergebnisse mit den Vorjahren "im Sinne der Gerechtigkeit" für nötig.

Quelle: MDR/sw/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 24.06.2020 | 19:00 Uhr

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