Pandemiebekämpfung Neue Impfstellen in Sachsen brauchen noch Zeit

Impfungen gegen das Coronavirus sind die wichtigste Methode der Pandemiebekämpfung. Das Land Sachsen schickt dafür mobile Impfteams los und vergibt Gelder an Städte und Landkreise, damit sie ihr Impfangebot ausweiten können. Bis die neuen Impfstellen tatsächlich umgesetzt werden, kann es allerdings noch dauern.

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Viele Landkreise in Sachsen wissen noch nicht, wie sie die Förderung des Landes konkret einsetzen wollen. Bildrechte: imago images/Einsatz-Report24

Je vier Millionen Euro bekommen alle kreisfreien Städte vom Land Sachsen, je zwei Millionen gehen an die Landkreise. Von dem Geld sollen sie selbstständig neue Impfstellen einrichten. Ein großer Aufwand für die Kommunen, sagt Mathias Hasberg, Sprecher der Stadt Leipzig, denn kommunale Impfstellen seien in Sachsen etwas ganz Neues: "Andere Bundesländer haben das anders geregelt, dort waren Impfzentren von Anfang an kommunale Aufgabe. Sachsen hatte sich anders entschieden, von daher fangen wir wirklich bei null an", erklärt Hasberg.

Neue Aufgaben für Landkreise und Städte

Das betrifft zum Beispiel die Bestellung des Impfstoffs. Die lief bisher über das Land und das Deutsche Rote Kreuz (DRK) – jetzt müssen die Kommunen selbst bestellen. Unter anderem deshalb werde es auch noch dauern, bis das städtische Impfprogramm starte. Vor allem aber sei es eine Frage des Personals, sagt Hasberg: "Wie das DRK auch haben wir natürlich Probleme, geeignetes Personal zu finden. Vor allem medizinisches Personal ist ein Problem, das müssen wir erst rekrutieren. Sobald wir das haben und technisch ausgestattet sind, geht's dann auch los."

Dann sollen die bereits vorhandenen Impfstellen des DRK aufgestockt werden – dort soll es ab dann täglich Impftermine geben. Neu dazu kommt eine Impfstelle im Stadtbüro in der Innenstadt. Außerdem überlege man, auch in Kulturhäusern Impfungen anzubieten. Wann es genau losgeht, kann der Stadtsprecher noch nicht sagen: "Wir hoffen, dass wir Anfang Dezember mit den ersten an den Start gehen, das werden dann nicht in einem Paukenschlag alle auf einmal sein, sondern das wird allmählich wachsen."

Koordination mit DRK wichtig

Auch auf dem Land hängt es vor allem von den Ärztinnen und Ärzten ab, wie und wann das Geld des Freistaats wirklich für neue Impfangebote sorgt. Der Landrat des Vogtlandkreises, Rolf Keil, sagt, dass man schauen müsse, wer Zeit hat, außerhalb der Sprechstunde noch zu impfen.

Deshalb ist auch er noch mitten in der Absprache mit dem DRK. "Damit wir wirklich sagen können: Wir nehmen uns jetzt nicht die Ärzte weg und jeder versucht dann irgendwo in dem Pool nach Ärzten zu fischen. Sondern, dass wir uns da absprechen: Wer macht was, welches Leistungsangebot und wie lange und was braucht man für ein Personal dafür", erklärt Keil.

Man wolle versuchen, zwei oder drei Schwerpunkte zu setzen in größeren Städten mit guter Anbindung, so der Landrat – man könne die Ärztinnen und Ärzte schließlich nicht kreuz und quer durchs Vogtland fahren lassen.

Viele Landkreise bisher nicht ausreichend informiert

Bis das Geld in neue kommunale Impfstellen umgewandelt ist, kann es also noch eine Weile dauern – das zeigen auch die Reaktionen anderer Landkreise auf die Frage, wie sie das Geld konkret einsetzen wollen. Aus Görlitz heißt es, man könne noch keine Auskunft geben. Aus Zwickau, dass die entsprechende Verordnung noch gar nicht vorliege. Aus Mittelsachen, dass noch keine Details bekannt seien. Die Landeshauptstadt Dresden schließlich verweist auf den Freistaat – der sei für Fragen zum Thema Impfen zuständig.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. November 2021 | 06:00 Uhr

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