Schule, Kita, Friseur & Co. Fragen und Antworten: Die neuen Regeln für Selbsttests in Sachsen

Der Freistaat Sachsen hat die Regelungen in Bezug auf Schnell- und Selbsttests verändert. Bisher konnten Selbsttests zu Hause gemacht werden - beispielsweise vor einem Friseurbesuch. Welche Regelungen gelten nun und was müssen Sie beachten? Hier finden Sie die Antworten auf wichtige Fragen.

Ein Corona Schnelltest
Im Freistaat gelten inzwischen neue Regelungen, was die Verwendung von Selbsttests angeht. Das Sozialministerium musste handeln, weil die bisherige Praxis von den Bundesregelungen abwich. Bildrechte: imago images/Patrick Scheiber

Allgemeine Regelungen und Hintergründe

Eine Hand mit medizinischem Handschuh hält einen negativen Corona-Test vor der Sachsen-Karte
Sachsen hat neue Regelungen im Bezug auf Coronatests eingeführt und richtet sich damit nach der Bundesregelung. Bildrechte: MDR/Imago

Welche neue Regelungen gelten in Bezug auf Corona-Tests in Sachsen?

Im Freistaat gibt es weiterhin in einigen Bereichen eine Testpflicht. Nun reicht es aber nicht mehr aus, mit einem Corona-Selbsttest und eigenhändig ausgefülltem Formular beispielsweise Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Das hat Gesundheitsministerin Petra Köpping nach einer Kabinettssitzung am 11. Mai bekanntgegeben. Bürger müssen die Tests ab sofort in einem Testzentrum oder direkt vor Ort beim jeweiligen Dienstleister, wie dem Friseur, machen. Die Corona-Schutzverordnung wird noch entsprechend angepasst.

Gibt es Ausnahmen von der Testpflicht?

Ja, einige Personengruppen sind von der Testpflicht befreit. Das gilt für alle Menschen, die bereits einen vollständigen Impfschutz gegen das Coronavirus haben. Auch wer bereits mit dem Coronavirus infiziert war, nun aber keine Viruslast mehr in sich trägt, kann als Genesener unter bestimmten Umständen von der Testpflicht befreit sein. Auch Kinder unter sechs Jahren sind von der Testpflicht ausgeschlossen.

Welche Testarten gibt es?

PCR-Test: Diese Tests werden ausschließlich von medizinischem oder speziell geschultem Personal durchgeführt. Das Virusgenom wird über hoch-sensitive, molekulare Testsysteme nachgewiesen. Die Zeit zwischen Probenentnahme und Ergebnismitteilung im Labor kann ein bis zwei Tage betragen. Nur positive PCR-Tests fließen in die offiziellen Fallzahlen ein und haben so beispielsweise Einfluss auf den Inzidenzwert.

Schnelltest: Die Antigen-Schnelltests basieren auf dem Nachweis von Proteinen des Coronavirus. Die Proben werden nur durch geschultes Personal genommen. Dafür wird ähnlich wie beim PCR-Test ein Nasen- und/oder Rachenabstrich gemacht. Die Auswertung erfolgt innerhalb von 15 bis 30 Minuten direkt vor Ort.

Selbsttest: Schnelltests für die Selbstanwendung oder auch Laien-Tests können Privatpersonen ohne Schulung durchführen. Der Test kann zum Beispiel mit einem Nasenabstrich erfolgen. Auch das Testen von Speichel durch Gurgeltests sind möglich. Das Testergebnis liegt innerhalb von 15 bis 30 Minuten vor.

Geimpfte

Als geimpfte Personen gelten Menschen, die aktuell keine Symptome einer Coronavirus-Infektion aufweisen und einen vollständigen Impfschutz nachweisen können. Das heißt, sie besitzen einen auf sie ausgestellten Impfnachweis (Impfpass), der eine vollständige Schutzimpfung gegen das Coronavirus belegt. 14 Tage nach der letzten erforderlichem Impfung gehen Experten von einem vollständigen Impfschutz aus. Bei den Impfstoffen von Biontech, Moderna und Astrazeneca gilt das nach der zweiten Impfung, der Impfstoff von Johnson & Johnson muss nur einmalig gespritzt werden.

Als Nachweis muss die Impfbescheinigung (Impfpass) gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorgelegt werden.

Genesene

Als genesene Person gelten alle Menschen, die aktuell keine Symptome einer Coronavirus-Infektion aufweisen und im Besitz eines Genesenennachweises sind, der für sie ausgestellt wurde.

Der Genesenennachweis bestätigt eine vorherige Infektion mit dem Coronavirus. Wichtig ist, dass die Infektion mittels Laborbefund nachgewiesen wurde - beispielsweise durch einen PCR-Test. Er muss mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegen. Ein positiver Antigenschnelltest oder ein Antikörpertest werden nicht anerkannt.

Der Nachweis kann über folgende Wege erbracht werden:

  • Laborergebnis, 
  • ärztliches Attest über die erfolgte Infektion auf der Grundlage eines PCR-Tests oder
  • Absonderungsbescheid, in dem der PCR-Test als Begründung aufgeführt ist.


Als Nachweis muss die Testbescheinigung gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorgelegt werden.

Genesen und geimpft

Als genesene Person gelten alle Menschen, die aktuell keine Symptome einer Coronavirus-Infektion aufweisen und im Besitz eines Genesenennachweises sind, der für sie ausgestellt wurde. Auch ein auf sie ausgestellter Impfnachweis (Impfpass), der eine vollständige Schutzimpfung gegen das Coronavirus belegt, ist notwendig. Jedoch genügt hier generell eine Impfstoffdosis, um als geimpfte Person zu gelten.

Als Nachweis müssen die Impfbescheinigung und ein Genesenennachweis gemeinsam mit einem amtlichen Ausweispapier im Original vorgelegt werden.

Ab wann gelten die neuen Regeln?

Die Regelungen gelten seit dem 12. Mai. Das sächsische Sozialministerium hat angekündigt, die entsprechenden Vorschriften der Corona-Schutzverordnung zeitnah an die bundesrechtlichen Vorgaben anzupassen.

Warum verschärft die Landesregierung die bisherige Regelung?

Laut Sozialministerin Köpping ist die Änderung nötig, weil sich Sachsen den Bundesregelungen beugen muss. Aus diesem Grund werde die aktuelle sächsische Corona-Schutzverordnung in diesem Punkt angepasst.


Regeln in Schule und Kita

Corona Schnelltests in der Sporthalle einer Schule
Nach wie vor gilt für alle Schülerinnen und Schüler, dass sie sich zwei mal pro Woche einem Corona-Test unterziehen müssen. Ab jetzt reicht ein Test zu Hause nicht mehr aus. Bildrechte: IMAGO / Reichwein

Welche Regelungen gelten an Schulen?

Für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer bleibt grundsätzlich weiterhin eine Testpflicht bestehen. Eine Bescheinigung der Eltern über einen zu Hause gemachten Test reicht jetzt nun aber nicht mehr aus. Die Kinder und Jugendlichen müssen sich unter Aufsicht in den Schulen testen. Im SMK-Blog des Kultusministeriums heißt es dazu, auch Testnachweise aus anerkannten Testzentren würden anerkannt. Die Testung darf maximal 24 Stunden zurückliegen.

Gibt es Ausnahmen für geimpfte oder genesene Personen?

Ja, Lehrkräfte, schulisches Personal sowie Schülerinnen und Schüler, die geimpft oder genesen sind, sind von der Testpflicht an Schulen ausgeschlossen. Sie können die Schulen also ohne Einschränkung betreten.

Gibt es Ausnahmen für Schulkinder unter sechs Jahren?

Ja, wer noch nicht sechs Jahre alt ist, kann am Präsenzunterricht teilnehmen und die Schulen betreten, ohne sich zweimal wöchentlich auf das Coronavirus testen zu lassen.

Was müssen Eltern beim Holen und Bringen beachten?

Die Testpflicht für das Betreten des Außengeländes von Schulen und Horten zum Bringen und Abholen von Kindern ist vom Kabinett gestrichen worden. Eltern brauchen nun kein negatives Testergebnis mehr.

Welche Regelungen gelten in der Kita?

In vielen sächsischen Kitas dürfen Eltern die Kita-Gebäude schon seit einigen Monaten nicht mehr betreten. In diesen Fällen wird weiterhin kein Test benötigt.  

Eltern, die ihr Kind in die Kita begleiten, müssen sich entweder an der Tür oder in einem dafür vorgesehenen Bereich der Kita testen lassen. Auch hier ist es möglich, einen Nachweis aus einem anerkannten Testzentrum vorzulegen. Dieser darf nicht älter als 24 Stunden sein, sagte der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs.


Regeln am Arbeitsplatz

Szenario Bewerbungsgespräch an Schreibtisch. Eine Frau, mittig im Bild, frontal zu sehen, sitzt in einem Büro einer Person gegenüber. Person unscharf im Vordergrund, Blick über Schulter von hinten.
Wer regelmäßigen Kundenkontakt hat, muss sich testen. Bildrechte: imago images/Westend61

Welche Regelungen gelten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber?

Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Beschäftigten Corona-Tests kostenfrei zur Verfügung zu stellen.

Was müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Selbstständige beachten?

Beschäftigte und Selbstständige mit direktem Kundenkontakt sind verpflichtet, sich zweimal wöchentlich zu testen oder testen zu lassen. Der Nachweis über die Testung muss von den getesteten Personen vier Wochen aufbewahrt werden.


Regeln für Kundinnen und Kunden

Eine Kundin bekommt im Pony Club Neuhausen die Haare gefärbt. Friseure dürfen in Bayern ab dem 01.03.2021 nach coronabedingter wochenlanger Schließung unter strengen Hygieneauflagen wieder öffnen.
Die Änderungen treffen auch Kundinnen und Kunden beim Friseur. Bildrechte: dpa

Was müssen Kundinnen und Kunden beachten?

Wer eine körpernahe Dienstleistung wie den Besuch beim Friseur in Anspruch nehmen möchte, muss einen tagesaktuellen Corona-Test vorweisen. Er muss entweder beim dienstleistenden Unternehmen unter Aufsicht durchgeführt werden oder in einem Testzentrum. Das Negativ-Ergebnis aus dem Testzentrum darf nicht länger als 24 Stunden zurückliegen. Gleiches gilt für den Besuch von Fahr-, Boots- und Flugschulen sowie vergleichbaren Einrichtungen.

Für körpernahe Dienstleistungen, die medizinisch notwendig sind, gilt die Testpflicht nicht.

Quelle: MDR/kp/kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 12. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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