Corona-Regeln Fitnessstudios und Kosmetikbetriebe gut gebucht

Fitnessstudios und Betriebe der körpernahen Dienstleistung dürfen in Sachsen seit Freitag wieder öffnen – zur großen Freude vieler Betreiberinnen und Betreiber. Die verschiedenen Betriebe müssen sich an unterschiedliche Regeln halten, um öffnen zu können. Zu Schließungen soll es aber nicht mehr kommen.

Fitnessstudio
Für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich getestet sind, haben Fitnessstudions in Sachsen nun wieder geöffnet. Bildrechte: imago images/Westend61

Marcus Noller hat sich richtig ins Zeug gelegt. Als klar war, dass er seine beiden Fitnessstudios in Leipzig wieder öffnen kann, hat er direkt einen Schritt weitergedacht und einen Extra-Service für seine Kundinnen und Kunden organisiert: "Wir haben jetzt eine Indoor-Teststation von einem externen Dienstleister, der ein Zertifikat ausstellt, dass man auch in anderen Bereichen, wie Restaurants und Lokalen nutzen kann. Der wird uns jetzt erstmal zehn Tage begleiten, um zu schauen, ob die Anzahl der Testungen für ihn passt."

Die Tests sind essenziell, denn für die Studios im Freistaat gilt seit Freitag: Sie dürfen wieder öffnen, müssen sich aber an 2G-Plus halten. Geimpfte und Genesene müssen sich also zusätzlich testen lassen, bevor sie an die Geräte dürfen.

Sehr glücklich sei er, sagt Noller. Einerseits für die Kundinnen und Kunden, die jetzt endlich wieder trainieren könnten, aber natürlich auch für sich selbst, weil er endlich wieder Geld verdienen könne.

Kosmetikbetriebe bereits fast ausgebucht

So ähnlich formuliert das auch Elke Städtler-Steinig. Die Kosmetik-Meisterin aus Dresden hatte vergangene Woche noch an einer Mahnwache vor der Staatskanzlei teilgenommen und im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer Lockerungen für ihre Branche gefordert: "Als unser Ministerpräsident uns das verkündet hat, wusste ich gar nicht, was ich sagen sollte. Ich brauchte vielleicht einen halben Tag, um das wirklich zu kapieren, dass wir endlich wieder arbeiten dürfen."

In den vergangenen 24 Monaten haben sie und ihre Kolleginnen in der Branche insgesamt acht Monate schließen müssen. Wahnsinn sei das, sagt Städtler-Steinig. Viele hätten diese Zeit nicht überstanden. Ihr Betrieb aber schon und seit dem Neustart am Freitag läuft der schon wieder auf Hochtouren: "Ich habe dann auch sofort angefangen, Kunden anzurufen und zu bewerben, dass wir wieder arbeiten. Wir sind jetzt schon wieder sehr gut ausgebucht und wir haben nur noch ganz wenig freie Termine. Das läuft wirklich sehr gut", erzählt Städtler-Steinig.

Unterschiedliche Regelungen für Kosmetik- und Friseurbetriebe

Die Freude über den Neustart wird allerdings etwas getrübt. Zwar sind die Beschränkungen mit 2G für Kosmetikerinnen nicht ganz so strikt wie für die Fitnessstudios. Sie sind aber weitreichender als für Friseurinnen und Friseure. Denn wer sich die Haare schneiden lassen will, der muss nicht zwingend geimpft oder genesen sein. Hier reicht ein negativer Test.

Städtler-Steinig hätte das auch gerne für sich und ihre Kolleginnen und wird dabei von den Handwerkskammern unterstützt. Die Infektionsrisiken bei Friseur- und Kosmetikbetrieben  seien vergleichbar, sagt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer zu Leipzig, Volker Lux: "Aus diesem Grund sollte man auch mit identischen Infektionsschutzmaßnahmen diesen Risiken begegnen. Das ist offensichtlich nicht so gewollt. Aber Fakt ist: Sachlich wäre es schon vertretbar und angemessen, bei Friseuren und Kosmetikern den gleichen Maßstab anzulegen."

Keine erneute Schließung trotz Omikron

Diesem Wermutstropfen zum Trotz, blickt die Kosmetik-Meisterin Städtler-Steinig positiv in die Zukunft. Dass sie wegen Corona noch mal schließen muss, glaubt sie nicht. Ministerpräsident Kretschmer habe das ausgeschlossen: "Von Angesicht zu Angesicht hat er uns das zugesichert, sodass ich davon ausgehe, dass das auch so ist. Ich kann es mir auch nicht vorstellen, nochmal zu schließen", sagt die Kosmetikerin.

Das will auch Fitness-Studio-Betreiber Marcus Noller nicht. Das aktuelle Infektionsgeschehen sei für ihn und die Branche allerdings schon beunruhigend. Er hofft, dass sich der Omikron-Trend bestätigt und die Hospitalisierungsrate gering bleibt. Dann, sagt Noller, sei er guter Dinge, dass die Studios auch geöffnet bleiben können.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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