Sachsens Kirchgemeinden Für Karwoche und Ostern zweigleisige Gottesdienst-Planungen

Ein Jesuskreuz und eine brennende Kerze stehen während der im Internet übertragenen Ostermesse in der römisch-katholischen Kathedralkirche Sankt Sebastian.
Für Christen in Sachsen und weltweit ist Ostern der Höhepunkt des Jahres, an dem sie das Fundament ihres Glaubens feiern. Bildrechte: dpa

Die Kirchgemeinden in Sachsen bereiten sich auf das höchste Fest der Christenheit vor: das Osterfest. Anders als vor einem Jahr, wo Kirchen und Andachtsräume in Sachsen geschlossen blieben, sind sie diesmal nicht auf digitale Formate beschränkt und bereiten Angebote für Besucherinnen und Besucher zweigleisig vor. Analoge Gottesdienste sind im Freistaat weiterhin erlaubt - unter Einhaltung der seit Monaten üblichen Hygienemaßnahmen und in Abhängigkeit der Infektionslage am Ort. Zwar hatte der Bund darum gebeten, Gottesdienste nur digital zu feiern, das kurz darauf aber wieder zurückgezogen.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte klargestellt, dass Sachsen den Kirchen Präsenz-Gottesdienste zu Ostern wegen der Corona-Lage nicht verbietet. Das sollte die Politik nicht vorschreiben, meinte Kretschmer. Er traue den Kirchen und Religionsgemeinschaften zu, "einen klugen und verantwortungsvollen Weg" zu finden.

Gottesdienstangebote mit Einschränkungen

In der evangelischen Landeskirche und dem katholischen Bistum Dresden-Meißen werden analoge und digitale Angebote vorbereitet. Gemeinden setzen auch auf Open-air-Gottesdienste. Die nächste Corona-Schutverordnung gewährt Ausnahmen. Darum wird es gehen:

  • Teilnehmerzahl und Dauer der Zusammenkünfte sind an die Infektionslage anzupassen.
  • Es werden Vorgaben zum Verzicht des Gemeindegesangs und zur Maskenpflicht gegeben.
  • Einhaltung der Sicherheitsabstände, Hygienevorschriften und Pflichten zur Kontaktverfolgung.

Eine Frau steuert den live übertragenen Internet-Auftritt der Ostermesse von Bischof Gerhard Feige aufgrund der Maߟnahmen gegen das neuartige Coronavirus aus der römisch-katholischen Kathedralkirche Sankt Sebastian.
Vor einem Jahr blieben Karfreitag und Ostern die Kirchen geschlossen, Gottesdienste fanden nur virtuell statt. Sie wurden in leeren Gotteshäusern aufgenommen und übertragen (Archivfoto). Bildrechte: dpa

Osterreiten noch offen

Unklar ist, ob die Oster- und Kreuzreiter in der katholischen Lausitz diesmal wieder von Dorf zu Dorf reiten und die Auferstehungsbotschaft vom Pferd aus verkünden können. In Frack und Zylinder verkünden sie am Ostersonntag traditionell auf festlich geschmückten Pferden in neun Prozessionen die frohe Botschaft. Das Bistum versuche Lösungen zu finden, damit der Brauch trotz Corona gelebt werden kann - nach der Absage im vergangenen Jahr.

Fest steht: Besucher werden aufgefordert, in diesem Jahr keinesfalls an die Prozessionswege zu kommen.

Michael Baudisch Bistum Dresden-Meißen

Bischof Bilz sieht doppelte Verantwortung

Bewerber Landesbischof Sachsen - Tobias Bilz
Landesbischof Tobias Bilz verlangt Sorgfalt und Achtsamkeit bei der Planung von Gottesdiensten n Pandemiezeiten. Bildrechte: Evangelische Landeskirche Sachsen

Der evangelische Landesbischof Tobias Bilz sieht die Kirche zu Ostern in einer doppelten Verantwortung. Zudem verlangt er, dass die Kar- und Ostertage sorgfältig und achtsam geplant werden. Wegen der Virusmutationen stiegen die Infektionszahlen und die damit verbundenen Sorgen, meinte Bilz. "Gleichzeitig erleben wir eine wachsende Verzweiflung und Anspannung in der Gesellschaft. Es ist angesichts der Lage notwendig, alle Bemühungen zu unterstützen, die dazu beitragen können, die Pandemie einzudämmen. Und zugleich ist es unsere Aufgabe, diejenigen zu stärken, die auf dem langen Weg des Verzichts müde geworden sind."

Vorsicht wie schon zu Weihnachten

Auch in den Pfarreien des Bistums Dresden-Meißen werden nach Angaben des Ordinariats die Gottesdienste "unter größter Vorsicht" gefeiert, wie schon zu Weihnachten. Die Teilnehmer müssen sich vorab anmelden, es gelten strenge Hygieneregeln. Das Ordinariat empfiehlt vor dem Gottedienstbesuch einen Test.

"Wer möchte, kann die Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostern auch zu Hause mitfeiern", sagte Bistumssprecher Michael Baudisch. Es gibt Übertragungen in Radio und Fernsehen und Livestreams, darunter aller Gottesdienste aus der Dresdner Kathedrale. Ergänzt wird das Programm durch Hausgebete, digitale Kinderkreuzwege oder andere Online-Formate wie Ideenkoffer für Paare, Eltern und Kinder.

Wir wissen von sehr vielen Menschen, dass die Teilnahme am Gottesdienst in Gemeinschaft gerade jetzt ganz wesentlich für sie ist - etwa, weil sie allein sind oder sich in einer Notlage befinden.

Heinrich Timmerevers Bisch Bistum Dresden-Meißen

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.03.2021 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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