Sorge vor Schulschließungen im Herbst Sachsens Kultusminister will mit Impfangebot Familien entlasten

Christian Piwarz
Bildrechte: dpa

Schulschließungen, Online-Unterricht, Quarantäne – Familien haben auch in Sachsen seit Monaten besonders unter der Corona-Pandemie zu leiden. Kultusminister Christian Piwarz (CDU) will deshalb schnellstmöglich die Impfpriorisierung aufheben und ganze Familien durchimpfen. Zuerst hatte die "Leipziger Volkszeitung" darüber berichtet. Im Gespräch mit MDR SACHSEN sagte er: "Die durch die Bundesnotbremse erneut notwendig gewordenen Schulschließungen bringen Familien teilweise in sehr schwierige Situationen. Ich will vorbeugen, damit wir im Herbst nicht in eine ähnliche Situation geraten", erklärte Piwarz.

Impfschutz für Familien nützt gesamter Bevölkerung

Für einen breiten Schutz in der Bevölkerung sei es entscheidend, dass diejenigen, die mit Kindern in einem Haushalt leben, unabhängig von der Priorisierung geimpft werden. "Mir ist dieses Signal wichtig, weil ich glaube, dass die Bereitschaft zur Impfung stark vorhanden ist." Er möchte den Betroffenen sagen: Ja, lasst Euch impfen. Dies könne das Familienleben bereits im Sommer wieder erträglicher machen, so der Minister.

Keine Impfungen in der Schule

Anders als Linken-Politikerin Luise Neuhaus-Wartenberg, die gefordert hatte, die Schulen bei den Impfungen einzubeziehen, favorisiert der Kultusminister weiterhin Impfzentren und Hausärzte: "In den Schulen würden wir ja nur die Schülerinnen und Schüler erreichen. Dort haben wir momentan die Schwierigkeit, dass die Impfstoffe für unter 18-Jährige noch nicht zugelassen sind. Ich habe aber die Hoffnung, dass wir bald eine Zulassung für die über 12-Jährigen erhalten." In den Impfzentren und bei den Hausärzten gebe es genügend Kapazitäten, die Impfungen auch vorzunehmen, erläuterte der Minister seinen Standpunkt.

Impfstoff bleibt im Mai noch knapp

Ob es dafür schon im Mai ausreichend Impfstoff gibt, konnte er allerdings nicht sagen. "Sicherlich bleibt die Knappheit des Impfstoffes im Mai noch ein Thema. Wir bekommen aber mit, dass die Lieferungen im Juni noch einmal deutlich zunehmen werden." Darüber hinaus höre er an verschiedenen Stellen, dass Impfstoffe gar nicht oder nur schlecht verimpft würden, verwies Piwarz auf zusätzliche Ressourcen, die für Familien verwendet werden könnten.  

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR | 01.01.2021 | 00:01 Uhr

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03. Mai 2021 | 13:02 Uhr

Mehr aus Sachsen