Feiertag Sachsens Protestanten feiern Reformation mit Abstand und Masken

Am Sonntag feiern die evangelischen Kirchgemeinden in Sachsen Reformationsfest. Der Feiertag, der an den wortgewaltigen Reformator Martin Luther erinnert, steht auch in diesem Jahr unter besonderen Corona-Vorzeichen. Abstand, Hygienekonzepte und Maskennutzung sind üblich. Gesungen, musiziert und gefeiert wird trotzdem.

Das gusseiserne Denkmal für den deutschen Reformator Martin Luther (1483-1546) auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg.
Martin Luthers Gedanken zur Erneuerung stehen am Reformationstag im Mittelpunkt der Gottesdienste und Feiern evangelischer Gemeinden. Dass er 95 Thesen selbst an die Wittenberger Schlosskirchentür genagelt hat (Turm im Bildhintergrund), gilt heute als Legende. Die Wirkung seiner Thesen ist unstrittig.  Bildrechte: dpa

Die in Sachsen steigenden Corona-Infektionszahlen wirken sich auch aufs Reformationsfest am Sonntag aus. In den Kirchgemeinden der evangeisch-lutherischen Landeskirche Sachsens gelten weiterhin Abstand und reduzierte Plätze. Singen ist mit Masken erlaubt, sagte der Sprecher des Landeskirchenamtes, Matthias Oelke. Es gebe zu den Festgottesdiensten keine Einlasskontrollen, weder 2G noch 3G als Zugangsvoraussetzung (Zugang für Geimpfte, Genesene bzw. bei 3G auch negativ Getestete).

Gottesdienste und Kirchweihfest

Manche Kirchgemeinden jedoch verlangten auch diesmal grundsätzlich das Masketragen im Gottesdienst. Sprecher Oelke rechnet mit vollen Gotteshäusern am 31. Oktober. "Aufgrund der Regelungen geht das ja schnell." Jede zweite Gemeinde feiert am Reformationstag auch Kirchweihfest. In den Gottesdiensten und Konzerten zum Feiertag würden Instrumental- und Orgelmusik dominieren, aber auch Chöre zu erleben sein.

Ein Bäcker siebt Puderzucker über frische Reformationsbrötchen.
Für Protestanten, vor allem Lutheraner, ist das Reformationsfest mehr als ein Anlass, frische Reformatiosnbrötchen zu genießen. Das süße Gebäck soll eine Lutherrose symbolisieren. Das Siegelzeichen Luthers hatte fünf Blätter. Bildrechte: imago/epd

Spezielle Gottesdienste zum Feiertag (Auswahl)

  • Landesbischof Tobias Bilz predigt zum Feiertag traditionell im Dom zu Meißen. Für die Sängerinnen und Sänger des Domchors, die den Gottesdienst ab 10 Uhr gestalten, gilt die 3-G-Regel. Zudem stehen aus Infektionsschutzgründen Spuckwände zwischen Musizierenden und Besuchern.
  • der Hörfunkgottesdienst kommt dieses Mal aus dem Industriemuseum Chemnitz (MDR Kultur ab 10 Uhr).
  • das neu gegründete Christuskirchspiel Erzgebirge feiert seinen ersten gemeinsam Gottesdienst - in der Eurofoam Arena in Burkhardtsdorf
  • zum Kantaten-Gottesdienst laden die Kirchgemeinde Connewitz-Lößnig und freischaffende Künstler aus Leipzig ein (10:30 Uhr, Paul-Gerhardt-Kirche)
  • in der Marienkirche in Kamenz wird die restaurierte Andreas-Dressler-Kanzel wieder in Dienst genommen, samt Uraufführung der Kantate "Kamenzer Kanzelsprüche" (15 Uhr), der Prediger-Stuhl gilt laut Landeskirchenamt als wichtigstes Werk der Reformation in der Oberlausitz
  • Georg Friedrich Händels Oratorium "Der Messias" wird in großer Besetzung in der St. Niklaskirche in Ehrenfriedersdorf aufgeführt (17 Uhr)
  • in der St. Aegidienkirche Oschatz ist eine Latin-Messe mit Kyrie-Mambo, Gloria-Calypso und Halleluja-Reggae zu erleben (18 Uhr)

Reformationsfest - was war da nochmal? - Die Reformation geht zurück auf die mutmaßliche Veröffentlichung der 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche von Martin Luther 1517 in Wittenberg.
- Das Ereignis gilt als Beginn der weltweiten Reformation und der Spaltung der Kirche.
- Zum 150-jährigen Jubiläum wurde der 31. Oktober unter anderem durch den sächsischen Kurfürst Johann Georg II. als Gedächtnistermin festgelegt.

Quelle: MDR/kk/dpa

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