Nach dem Impfgipfel Sachsen erlaubt Corona-Schutzimpfung für Kinder

Noch vor der entsprechenden Zulassung eines Wirkstoffs durch die europäische Arzneimittelbehörde und einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht fest: Ab dem 7. Juni sollen auch Kinder ab zwölf Jahren eine Corona-Schutzimpfung erhalten können. In Sachsen stehen die Details schon fest, aber auch: Die Impfung ist keine Pflicht und weder Voraussetzung für den Schulbesuch noch für einen Sommerurlaub.

Ein Kind bekommt eine Impfung
Ein Kind bekommt eine Impfung (Symbolbild). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit der Aufhebung der Priorisierung ab dem 7. Juni sollen auch Kinder ab zwölf Jahren eine Corona-Schutzimpfung erhalten können. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU), am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Leipzig mitteilten.

Ab 14 Jahren auch ins Impfzentrum

Für Sachsen bedeutet das nach Aussage von Kretschmer, dass ab diesem Zeitpunkt die Kinder- und Hausärzte Kinder ab zwölf Jahren gegen das Coronavirus impfen dürfen - voraussichtlich mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer, über dessen entsprechende Zulassung die europäische Arzneimittelbehörde am Freitag entscheiden wird. Jugendliche ab 14 Jahren können demnach auch einen Termin in einem der sächsischen Impfzentren vereinbaren.

Michael Kretschmer
Bildrechte: dpa

Das ist eine gute Nachricht für all jene, die sich dafür entscheiden, ihre Kinder impfen zu lassen, und auch die Jugendlichen, die sich das selbst wünschen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

Impfangebot in Sachsen auch ohne Stiko-Empfehlung

Der sächsische Ministerpräsident erklärte, das Impfangebot gelte in Sachsen auch dann, wenn die Ständige Impfkommission bis dahin noch keine Empfehlung abgegeben habe. Zuvor hatte Sachsens Sozialministerin Petra Köpping (SPD) noch erklärt: "Alles was wir machen ist natürlich abhängig von den Empfehlungen der Stiko."

Zugleich betonten Kretschmer und sein Amtskollege Haseloff, dass es keine Verpflichtung zu einer Impfung gebe. Die Entscheidung würden allein die Eltern gemeinsam mit dem behandelnden Arzt treffen. Haseloff ergänzte zudem, bei einer Impfung von Zwölf- bis 16-Jährigen stünden besonders Kinder mit Vorerkrankungen im Fokus, um sie vor einer Infektion zu schützen.

Auch ohne Impfung in die Schule und den Sommerurlaub

Kretschmer wies auch darauf hin, dass bei der geplanten Wiederaufnahme des Regelbetriebs an den Schulen eine Impfung keine Voraussetzung für die Teilnahme am normalen Unterricht sein werde. Genauso plane Sachsen keine Sonderregelungen für Geimpfte im Hinblick auf Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien. Hier gelte das Gleichheitsprinzip, betonte Kretschmer. Keine Neuigkeiten gab es in diesem Zusammenhang zum europaweit geplanten digitalen Impfpass. Dies sei bei dem Treffen kein Thema gewesen, so die beiden Länderchefs.

Wir haben immer deutlich gemacht: Geimpft, genesen, getestet - das ist gleichgestellt.

Michael Kretschmer Ministerpräsident von Sachsen

Quelle: MDR/stt

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 27. Mai 2021 | 19:00 Uhr

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