Kitas, Schulen, Einzelhandel Ministerpräsident Kretschmer warnt vor komplettem Lockdown ab Januar

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer sprach schon am vergangenen Freitag von der Möglichkeit eines verschärften Lockdowns. Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat einen härteren Lockdown ab Januar angekündigt. Falls die Corona-Infektionszahlen bis Weihnachten nicht sinken, werden wir nach Weihnachten die Kindergärten nicht mehr öffnen können, sagte Kretschmer am Mittwoch. Die Schulen würden dann länger geschlossen bleiben und man müsse darüber sprechen, ob die Geschäfte für eine gewisse Zeit lang geschlossen blieben, so der Ministerpräsident. Er hoffe, dass die bisherigen Maßnahmen ausreichend seien. Alles zu schließen wie im Frühjahr, sei eine sehr teure Maßnahme. Diese Kraft habe der Freistaat Sachsen nicht.

Es hängt sehr davon ab, dass wir uns alle an die Maßnahmen halten, weil die Alternative wäre ein wirklich kompletter Lockdown und eine wirkliche Ausgangssperre. Das wollen wir auf jeden Fall verhindern.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Auch Gastro und Hotels länger geschlossen

Schon bei der Vorstellung der neuen Corona-Schutzverordnung am vergangenen Freitag hatte Kretschmer von einem Lockdown gesprochen, sollten die Maßnahmen im Dezember nicht klappen. Er halte die Schließung von Gastronomie und Hotels auch bis in den Januar hinein für wahrscheinlich. Man müsse vorausdenken, so der CDU-Politiker am Mittwochmorgen im ZDF. Dazu gehöre, den Gastronomen und Hoteliers zu sagen: "Es wird nicht schnell zu Lockerungen kommen." Dies gelte für den Dezember.

Situation in Krankenhäusern "extrem angespannt"

Auch die Situation in den Krankenhäusern sei Corona-bedingt "extrem angespannt", so Kretschmer weiter. Deutschland könne auf derzeitigem Infektionsniveau "nicht durch den Winter kommen, wenn wir die medizinische Versorgung garantieren wollen". Die Bevölkerung drohe, "eine ganze Reihe von Menschen" zu verlieren - auch jüngere. Man habe das Virus unterschätzt, so der Ministerpräsident.

Beratungen am Mittwoch

Sachsen verzeichnet derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohner. In den meisten der Regionen gelten Ausgangsbeschränkungen. Haus oder Wohnung dürfen nur noch mit triftigem Grund verlassen werden. Zudem wurden die Maskenpflicht ausgeweitet und Alkoholverbote erlassen.

Am Mittwoch beraten die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Hinblick auf das Treffen sagte Kretschmer, der Streit über die Finanzierung der Corona-Hilfen zwischen Unionspolitikern in Bund und Ländern sei "völlig an den Haaren herbei gezogen". Er forderte "Ruhe, Sachlichkeit und Verstand" beim Thema Corona - und einen "Kassensturz" nach einer Erholung des Pandemiegeschehens. Derzeit sei ein Streit um Geld das letzte, was man brauche.

Quelle: MDR/bj/dpa/afp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.12.2020 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

403 Kommentare

JanoschausLE vor 18 Wochen

Ihre Logik ist haarsträubend. Das DD verantwortlich für die doppelt so hohen Fallzahlen in den Kreisen ringsum verantwortlich sei. Eher ist anzunehmen, dass die Einkaufstouris aus dem Umland das Virus vermehrt nach DD einschleppen. Östlich und südlich von DD sind ja die Hochburgen der Rechten und gleichzeitig der Leerdenker in Sachen Corona in Sachsen. Dort war es ja in Sachsen, außer Erzgebirge, schon weit früher dunkelrot auf der Corona-Karte.

JanoschausLE vor 18 Wochen

".. Was nützt ihnen oder besser gesagt anderen aber das, wenn sie immun sind und den Virus trotzdem weiterverbreiten?
Der Impfstoff schütz ja nur davor, dass die Krankheit bei ihnen nicht ausbricht."

Tja, Sonnenseite, deswegen sollen sich ja möglichst alle impfen lassen. Bei einem Impfverweigerer, rein medizinisch gesehen, da ist es doch gleich, ob er sich bei einem Geimpften oder Ungeimpften infiziert. Und mal ehrlich, die fühlen sich ja gegen alles immun.

Anita L. vor 18 Wochen

Das Europäische Kurzarbeitergeld wurde als Reaktion auf die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie von den EU-Mitgliedsstaaten beschlossen. Laut FAZ vom 2. April sollen dafür 100 Milliarden Euro über Garantien der Mitgliedsländer bereitgestellt werden. Jeder Mitgliedsstaat beteilige sich der Quelle nach in Abhängigkeit von seiner Wirtschaftsleistung, womit Deutschland ein Viertel des Betrags trage. (Quelle: Hendrik Kafsack: bis zu 100 Milliarden Euro:
Wie Leyens Plan für Kurzarbeitergeld in der EU aussieht. 02.04.2020. In: F.A.Z. online).

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