Kultusministerium Schulen und Kitas in vier weiteren Landkreisen ab Montag geschlossen

In einem Chemie- Klassenraum einer Schule liegt ein Stueck Kreide, ein Stift und eine Sprühflasche, die mit Desinfektionsmittel gefuellt ist, auf einem Tisch.
Bildrechte: imago images / Fotostand

In den Landkreisen Meißen, Nordsachsen, Zwickau und Erzgebirge müssen ab dem 22. März die Kindertageseinrichtungen sowie die Schulen schließen. Ausgenommen von der Regelung sind die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen und Abschlussjahrgänge, wie das Kultusministerium mitteilte. Darauf habe man sich gemeinsam mit Gesundheitsministerin Petra Köpping und nach eingehenden Beratungen und Rücksprachen mit den Landkreisen verständigt, hieß es. In den betroffenen Landkreisen werde eine Notbetreuung eingerichtet.

Karte Schulschließungen Sachsen
In diesen Landkreisen sind die Schulen und Kitas zurzeit (Stand 19. März 2021) geschlossen oder werden geschlossen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Hinweis: In einer vorherigen Version des Artikels haben wir eine Karte verwendet, in dem der Vogtlandkreis als "geöffnet" markiert war. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen und haben die Karte aktualisiert.

"Fixierung auf Inzidenz muss überdacht werden"

Nordsachsens Landrat Kai Emanuel sagte, man habe sich eine andere Entscheidung gewünscht, um lokal noch stärker differenzieren zu können. Die Lösung entspräche allerdings der aktuellen Rechtslage.

Bildung ist Ländersache, die Corona-Schutzverordnung auch. Es ist dem Freistaat nicht vorzuwerfen, dass er sich selbst ernst nimmt. Das alleinige Fixieren auf Inzidenzwerte muss allerdings dringend überdacht werden.

Kai Emanuel Landrat Nordsachsen

Intensive Tests nach Ostern

Kultusminister Christian Piwarz sagte, nach den Osterferien müsse die Öffnung von Schulen und Kitas durch intensive Tests begleitet werden. "Damit wäre der Betrieb in den Einrichtungen vergleichsweise sicher. Gleichzeitig kann damit der Inzidenzwert nicht mehr alleinig ausschlaggebend für die Bewertung der Situation sein", so der Kultusminister. Er stufte das Infektionsgeschehen an Schulen im Land als gering ein: "Angesichts dieser geringen Infektionszahlen ist es unverantwortlich, insbesondere die Kinder als Beförderer dieser Pandemie zu stigmatisieren."

Blick auf das Infektionsgeschehen an Schulen - An weiterführenden Schulen gab es 163.700 Selbsttests an den weiterführenden. Demnach waren unter den rund 138.300 durchgeführten und aktuell erfassten Schülertests 168 positive Corona-Tests. Das entspricht einer Quote von 0,12 Prozent.

- Bei den Lehrern sind aktuell 25.400 durchgeführte Tests erfasst worden. Darunter gab es 34 positive Ergebnisse, was einer Quote von 0,13 Prozent entspricht.

- Seit 17.3.2021 gilt: Nur wer an der Testung teilnimmt oder anderweitig einen negativen Nachweis vorlegt, darf die Schule betreten. Schüler müssen sich einmal wöchentlich testen, Lehrer und und schulisches Personal zweimal pro Woche.

- Bei der aktuellen Auswertung gab es 3.400 Schüler, die eine Testung ablehnten und rund 10.000 Schüler, die einen aktuellen negativen Test vorlegten.

- Aktuell 25 Lehrer lehnten eine Testung ab, 1.536 Personen legten einen negativen Nachweis vor.

Quelle: Sächsisches Kultusministerium am 19.03.2021

Sechs Landkreise über kritischer Marke

In drei von den vier Landkreisen liegt die Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) seit mehreren Tagen über 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Für den Landkreis Meißen war erst noch die weitere Entwicklung abgewartet worden, weil erst am 19. März die in der Corona-Schutzverordnung vorgesehene 5-Tages-Frist ablief. Am Freitag kündigte der Landkreis Meißen jedoch die Schulschließung für den 22. März an. Dagegen ist laut Ministerium eine Schließung von Schulen und Kitas in Chemnitz vorerst vom Tisch. In der drittgrößten Stadt Sachsens sank die Inzidenz zuletzt unter 100.

Im Vogtlandkreis hingegen sind die Schulen und Kitas bereits seit dem 1. März wieder geschlossen. Der Landkreis ist weiterhin die Region in Sachsen mit dem höchsten Inzidenzwert.

Quelle: MDR/bj

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.03.2021 | 16:00 Uhr in den Nachrichten

17 Kommentare

Reuter4774 vor 27 Wochen

Wie gesagt ich weiß dass ich krank werden kann und wenn meine Zeit um ist sterben werde. Das ist normales Leben(srisiko). Dafür kann ich weder andere Menschen noch einen Staat verantwortlich machen. Die moderne Medizin und längere Lebensdauer haben Krankheiten und Tod zum Tabuthema gemacht. Dabei gehört das untrennbar zum Leben dazu. Macht vielleicht auch mal demütig und dankbar dafür überhaupt 80, 90... geworden zu sein!

Reuter4774 vor 27 Wochen

Ich verlange trotzdem nicht von anderen mich zu schützen. Wenn ich krank bin ist das eben so. Und da ich ein normales menschliches Wesen bin, sterbe ich auch wenn meine Zeit um ist. Und weiss das es kein staatlich oder sonstwie garantiertes Recht auf mindestens 90 Lebensjahre gibt. Krankheitserreger gibt es seit ich auf der Welt bin und noch lange nach mir. Daran ändert nichts irgendwas auch keine Hysterie.

aserraric vor 27 Wochen

"wegen einer einzigen Altersgruppe"

Machen Sie sich von der Illusion frei, dass nur ältere Menschen an Corona sterben. Es leiden (und sterben) auch jüngere Menschen (inklusive Kinder) und mit zunehmender Verbreitung der neuen Mutationen (B117 schon nahe 50%!) wird sich das noch verstärken. Und da sind die Langzeitschäden noch gar nicht mit eingerechnet.

Mehr aus Sachsen