Corona-Hilfe Sachsen nimmt Intensivpatienten aus Tschechien auf

Tschechien-Grenze
Das Nachbarland Tschechien ist besonders stark von der Pandemie betroffen. Sachsen hat Unterstützung angeboten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Freistaat Sachsen will die Tschechische Republik bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sollen Intensivpatienten aus dem Nachbarland aufgenommen werden. Zudem wurde beschlossen, Impfstoff und Schnelltests in die besonders betroffenen Grenzregionen zu liefern.

Sachsen nimmt Covid-19-Erkrankte auf

In den sächsischen Krankenhäusern können den Angaben zufolge vorerst bis zu neun Covid-19-Erkrankte mit schweren Lungenkrankheiten aufgenommen werden. Eine entsprechende Anzahl freier Intensivbetten stehe zur Verfügung und sei auch mit den Krankenhauskapazitäten vereinbar, hieß es in einer Mitteilung. Neben Sachsen sollen auch weitere Bundesländer tschechische Intensivpatienten aufnehmen.

Eine Personen wird getestet.
Neben Impfstoff sollen auch Schnelltests in die Grenzregionen des Nachbarlandes geliefert werden. Bildrechte: IMAGO / CTK Photo

Impstoff bereits geliefert, Schnelltests sollen folgen

Bereits am Dienstag lieferte Sachsen laut Staatskanzlei insgesamt 16.800 Impfdosen des Herstellers Astrazeneca in das Nachbarland. Diese stammten aus Beständen von Sachsen, Bayern und Thüringen. Damit sollen unter anderem Grenzpendler geimpft werden. Darüber hinaus hat der Freistaat den Angaben zufolge die Lieferung von 40.000 Schnelltests für die besonders betroffenen Grenzregionen angeboten. Die Schnelltests kommen aus den Beständen der Landesreserve des Pandemielagers.

Kretschmer: "Eindämmung gelingt nur gemeinsam"

Ministerpräsident Michael Kretschmer betonte, dass eine wirksame Eindämmung der Corona-Pandemie nur gemeinsam gelingen könne. "In Zeiten der Krise ist eine Hilfe für uns selbstverständlich", so Kretschmer. Es sei für den Alltag beider Länder von großer Bedeutung, das Infektionsgeschehen so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen.

Kontrollen an der Tschechischen Grenze
Um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen hat Deutschland Grenzkontrollen an der Tschechischen Grenze eingeführt. Bildrechte: Marko Förster

Tschechien ist besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Sowohl die Infektions- als auch die Sterberaten zählen zu den höchsten weltweit. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt derzeit bei rund 800. Auch die britische Virusmutante B.1.1.7 breitet sich rasant aus. Zur Eindämmung der Pandemie hatte Deutschland deshalb Grenzkontrollen eingeführt.

Quelle: MDR/mar

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 01.03.2021 | 19:00 Uhr

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