#sangundklanglos Schweigen für Sachsens Kulturlandschaft

Schweigeaktion #sangundklanglos Gewandhaus
Das Gewandhausorchester betieligte sich an der Schweigeaktion #sangundklanglos. Bildrechte: Gewandhaus

Am Montagabend um Punkt acht Uhr posteten zahlreiche Künstler und Veranstalter in Deutschland unter dem Hashtag #SangUndKlanglos ihre Fotos und Videos. Der kreative Protest sollte auf die prekäre Situation der Kulturschaffenden aufmerksam machen, die sich durch einen erneuten Lockdown weiter verschärft. Auch Kulturschaffende in Sachsen schlossen sich dem Protest an.

Appell aus dem Gewandhaus

Die Musiker des Gewandhausorchesters versammelten sich vor leeren Rängen und ließen ihre Instrumente schweigen. Matthias Schreiber, Vorsitzender des Orchestervorstandes, richtete einen Appell an die Zuschauer: "In schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass Menschen auch kulturelle Angebote bekommen", sagte er.

So sehr wir nachvollziehen können, dass den Maßnahmen zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung hohe Priorität eingeräumt wird, so schwer fällt es, zu verstehen, dass gerade Konzerthäuser und Theater als besonders risikoreich angesehen werden.

Matthias Schreiber Vorsitzender des Orchestervorstandes

Große Enttäuschung

Dabei seien bisher von keinem dieser Veranstaltungsorte Infektionen ausgegangen, so Schreiber weiter. "Mit hohem organisatorischem und finanziellem Aufwand wurde hier dafür gesorgt, das Infektionsrisiko weitgehend zu reduzieren. Es ist enttäuschend zu erleben, dass diesen Bemühungen so wenig Beachtung und der Kultur so wenig Bedeutung für das gesellschaftliche Miteinander beigemessen wird."

Freie Szene bedroht

Nicht nur die Kommunen stellen die erneuten Schließungen vor finanzielle Probleme, sagt Schreiber. "Auch die Existenz der Künstler und Veranstalter der Freien Szene steht erneut auf dem Spiel." Mit diesen Worten warb er um Spenden, mit denen freischaffende Künstler unterstützt werden können.

Kreativer Protest

Auch zahlreiche Künstler beteiligten sich an der Aktion. Das Leipziger Eva Klesse Quartett harrte fünf Minuten lang schweigend hinter den Instrumenten aus. Die Band Silly veröffentlichte ein Video vom Konzertaufbau im Zeitraffer, um deutlich zu machen, was fehlen wird. Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers griff zur Gitarre, ohne zu spielen und richtete den Blick für rund zehn Minuten in die Kamera. Am Ende richtet er sich an die Betrachter: "Ganz schön still, oder?"

"Ohne Kunst wird es still"

Initiiert wurde die Aktion von den Münchner Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, der Bayrischen Staatsoper und weiteren Orchestern. Die Initiatoren schreiben, mit der Aktion wollen sie ihrem Unmut über den Umgang mit Kunst und Kultur Ausdruck verleihen. Unterstützt wurde sie vom Bündnis Kulturschaffender "Alarmstufe Rot".

Quelle: MDR/lt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Aufgefallen - Das Kulturmagazin | 02.11.2020 | ab 20:00 Uhr

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