Corona Sachsen: Schulkinder und Lehrkräfte sollen zweimal pro Woche Selbsttests bekommen

Schulunterricht vor Ort – das hat sich Sachsen als Ziel für den 12. April gesetzt, den ersten Schultag nach den Osterferien. Gelingen soll das durch Schnelltests. Zweimal pro Woche sollen alle Schulkinder und Lehrkräfte einen zum selber Testen bekommen. Die Bestellungen der Testkits laufen. Aber sicherzustellen, dass am Montag nach den Osterferien auch auf jeder Schulbank eines bereitliegt, ist eine ganz schöne Herausforderung.

Eine Schülerin träufelt in einem Klassenraum im "֖kumenischen Domgymnasium" eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen SARS-CoV-2-Antigentest.
Zweimal pro Wochen sollen sich Schulkinder und Lehrkräfte auf Corona testen. Bildrechte: dpa

Seit vergangener Woche sind die Tore der weiterführenden Schulen in Sachsen wieder geöffnet. Seitdem gibt es dort auch die Pflicht zum Schnelltest. Kultusminister Christian Piwarz baut auf diese Strategie und will die Testpflicht nach den Osterferien noch ausweiten. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher sollen zweimal pro Woche einen Selbsttest machen. "Unser Ziel ist es, dass es uns dann gelingen kann, trotz vergleichsweise hoher Infektionslage einen Schulbetrieb zu ermöglichen und sicherzustellen."

So kommen die Tests zu den Schulen

Dass die Tests an die Schulen kommen, ist Aufgabe des Landesamts für Schule und Bildung. Es bestellt die Tests, die dann per Lkw vorwiegend aus Österreich kommen und zunächst in einem Zentrallager landen, erklärt Pressesprecher Roman Schulz. Ab da sei bei den vergangenen Lieferungen eine ganz spezielle Logistik notwendig geworden. "Wir haben das von einem Zentrallager dann in 13 regionale Verteilzentren im gesamten Freistaat Sachsen verteilen lassen über einen Logistiker. Dort haben es dann die Schulleiter unter der Woche oder am Wochenende dankenswerterweise abgeholt, an ihre Schulen gebracht und es noch – ich sag' mal – in letzter Minute, vorbereitet.

Doch nicht nur die letzten Kilometer bis zur Schule können zur logistischen Herausforderung werden, wie die Erfahrung gezeigt habe. "Ein Teil der Selbsttests waren abgepackt in 20er, 25er-Packungen. Da wissen wir, Schule X bekommt so und so viel. Plötzlich machst du aber den Container freitagabends auf und da sind die dann alle einzeln verpackt." In diesem Fall mussten seine Kolleginnen und Kollegen in den regionalen Verteilzentren die Tests erst noch zählen und neu verpacken. Auch Verzögerungen bei der Anlieferung aus Österreich hätten dazu geführt, dass am Ende Lehrkräfte sonntags zur Abholung kommen mussten.

Lehrerverband fordert bessere Logistik

Das dürfe nicht der Normalzustand sein, sagt Jens Weichelt, Vorsitzender des Sächsischen Lehrerverbandes. "Ich wünsche mir hier ganz klar einen Postversand, eine ordentliche Logistik. Wir müssen die Osterferien nutzen, um auch Vorräte an den Schulen zu schaffen, sodass es verlässlich ist, dass diese Tests regelmäßig und pünktlich stattfinden können."

Auch Roman Schulz vom zuständigen Landesamt für Schule und Bildung sagt: Bis nach Ostern muss eine andere Lösung her. Zumal es dann viel mehr zu verteilen gibt, wenn die Grundschulen dazukommen und die Testfrequenz steigt. "Das heißt, wir reden dann von Umfängen von gut einer Million Tests pro Woche, das ist dann vermutlich nicht mehr mit einer Verteilung über Pkw und Kofferraum zu machen, aber da arbeiten wir dran."

Gut eine Million Tests müssten dann wöchentlich ausgegeben werden. Bestellt seien die Tests bereits, aber wie die Verteilung dann konkret ablaufen wird, kann er bisher noch nicht sagen.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 25. März 2021 | 06:00 Uhr

14 Kommentare

DER Beobachter vor 3 Wochen

Ich halte es gerade für in jederlei Hinsicht zielführender, wenn die Tests in der Schule durchgeführt werden.
1. Diese Tests sind kostenlos und entlasten Eltern in jeder Hinsicht.
2. Es wird besser sichergestellt, dass einerseits Befunde an sich sicherer sind und andererseits Betrug zu Lasten unserer Gemeinschaft erschwert wird.
3. Bitte verallgemeinern Sie nicht "die Schulen" und die Erklärung, Eltern seien zu doof. Wenn so geschehen, nochmal nachbohren bei Ihrer Schulleitung und ggf. bei der zuständigen Schulverwaltungsbehörde.
4. Intelligent durchgeführt ist der Schulaufwand gar nicht so groß: Mo. und Do. so 20 Minuten in der ersten Stunde der Klasse.
5. Das setzt freilich die Beschaffung ausreichender Mengen und Anordnungen/Empfehlungen durch die Schule und/oder die vorgesetzte Behörde voraus. Da darf sich Piwarz als Chef auch mal strecken...

DER Beobachter vor 3 Wochen

Ja, diesen Test muss man dann sich besorgen und bezahlen. Nicht i.O. Eine weitere große Sorge der Lehrerschaften ist es, dass dadurch dem Betrug durch Testverweigerungseltern aus der einschlägigen Szene und ihren Anhängern Tür und Tor geöffnet wird mit naheliegenden Folgen. Tests in der Schule sind zwar auch nícht für jeden soóoo toll, aber halt besser und sicherer anleitbar und überschaubarer, sicherer für den Schulbetrieb... Für ausreichende Mengen und die Testorganisation bspw. durch Empfehlungen und Verordnungen sollte eigentlich die oberste Schulbehörde verantwortlich zeichnen. Aber auch hier taucht Piwarz wie gewohnt weg... Bitte MDR ausdrücklich um Freigabe!

DER Beobachter vor 3 Wochen

Würde ich so nicht verallgemeinern. Liegt wohl auch an Kreisen, Status Schule + jeweiligen Labor. Hatte in DD Mo. gegen 14.30 PCR-Test, lt. Laborprot. um 17.30 Eingang, dienstags gegen 14.00 Befund. Interessant Prüfung auch auf die drei bekannten gefährl. Mutanten (weiß nicht, obs jetzt immer so ist. Wie wars bei Ihnen?). Freie Schulen müssen sich selbst kümmern, aber wie ist es bei den staatl.? Organisiert und verteilt das zuständige Schulamt, oder müssen sich auch diese Schulen je selbst drum kümmern? Durchaus Frage an MDR. Weiss auch nicht, ob Gesundheitsämter noch Kontaktnachverfolgung leisten können. Im Herbst hieß es, darauf bauten die Beschlüsse für das reformierte IfSG auf, dass ab Inzidenz von 50 das prakt. nicht mehr möglich sei. Was nochmal Öffnung gleichzeitig in allen mögl. Bereichen in Frage stellt. In GB sind auch aktuell weitestgehend nur Schulen offen aus Notwendigk. Das wird auch genutzt für überschaubare Feldforschungen zu Verbreitungswegen und Risiken (heute DLF)

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