Fragen und Antworten Corona-Regeln in Sachsens Schulen und Kitas

Um das Infektionsgeschehen an Schulen und in Kitas kontrollieren zu können, hat das sächsische Kabinett eine spezielle Corona-Verordnung für diese Bereiche erstellt und beschlossen. Laut Kultusminister Christian Piwarz ist das oberste Ziel, den Unterricht in den Klassenräumen stattfinden zu lassen und nicht wieder in das häusliche Lernen überzugehen. Welche Regelungen aktuell gelten, können Sie hier nachlesen.

Ein Mund- und Nasentschutz liegt im Unterricht auf einem Weltatlas.
Die Schulen imd Kitas in Sachsen sind trotz hoher Inzidenzen - auch unter Kindern und Jugendlichen - weiter geöffnet. Es gelten teilweise Masken- und Testpflicht. Bildrechte: dpa

Was bedeutet eingeschränkter Regelbetrieb?

Ab 29. November 2021 soll die Betreuung in Kitas, Grundschulen und der Primarstufe in Förderschulen im eingeschränkten Regelbetrieb stattfinden. Das bedeutet, es wird mit festen Klassen oder Gruppen und festen Bezugspersonen in festgelegten Räumen oder Bereichen gearbeitet.

Es gibt allerdings Ausnahmen: In Kitas können die Träger entscheiden, ob sie die Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen von den Einschränkungen ausnehmen und längere Betreuungszeiten anbieten. Beim Schwimmunterricht an Grundschulen kann von der Maßgabe fester Klassen und Bezugspersonen abgewichen werden. Außerdem kann bei Tagesmüttern und Tagesvätern uneingeschränkter Regelbetrieb stattfinden.

Gibt es weiter Präsenzunterricht an Sachsens Schulen?

Ja, seit dem Sommer bieten die Schulen wieder flächendeckend Präsenzunterricht an. Laut Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bleibt dies das oberste Ziel. In der aktuellen Corona-Verordnung ist für Schulen und Kitas vorgesehen, dass Präsenzunterricht unabhängig von Inzidenzwerten und Bettenbelegung in Krankenhäusern stattfinden soll. Landesweite Schulschließungen sind demnach nicht vorgesehen.

Laut Piwarz kann das Kultusministerium Schutzmaßnahmen wie einen zeitlich begrenzten Wechselunterricht oder eine temporäre Schulschließung anordnen, wenn lokale Ausbrüche stattfinden. Für Einrichtungen der Kindertagespflege soll es auch bei Überlastung der Kliniken keine Einschränkungen geben. Abschlussklassen sollen in dem Fall weiterhin ihre Schulen besuchen, müssen also nicht in den Wechselunterricht.

Ist die Präsenzpflicht aufgehoben?

Ja, Eltern können ihre Kinder von der Schulbesuchspflicht befreien lassen. Sie müssen dies beantragen. Schülerinnen und Schüler dürfen dann zu Hause lernen. Allerdings sind Lehrerinnen und Lehrer nicht verpflichtet, Aufgaben für das häusliche Lernen zur Verfügung zu stellen.

Laut Kultusministerium ist die Teilnahme am Unterricht nicht möglich, wenn Schülerinnen oder Schüler weder an der Testung in der Schule teilnehmen noch einen Testnachweis vorlegen. Die Kinder oder Jugendlichen würden nach Hause geschickt und könnten ihrer Schulbesuchspflicht nicht gerecht werden. Ebenso werde vorgegangen, wenn Schülerinnen oder Schüler sich weigern, eine Maske zu tragen, ohne dass eine Befreiung von dieser Pflicht vorliegt. In diesen Fällen müssten ebenfalls keine Aufgaben für das häusliche Lernen von der Schule bereitgestellt werden.

Schülerinnen und Schüler mit Vorerkrankungen, die zu einem schweren Verlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus führen können, müssen ebenfalls nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. Das muss aber durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden. Diese Schülerinnen und Schüler können Aufgaben über die Plattform LernSax erhalten.

In welchen Fällen kann es zu Schul- und Kitaschließungen kommen?

Grundsätzlich gilt: Schulen und Kindertageseinrichtungen können unabhängig von der Bettenbelegung in Sachsens Krankenhäusern regulär geöffnet bleiben. Eine zeitweise Schließung einer Schule oder Wechselunterricht kann die oberste Schulaufsichtsbehörde aber anordnen, wenn Corona-Infektionen bei Schülern und Lehrern nachgewiesen werden. Dies geschieht laut Ministerium immer in Absprache mit den Gesundheitsämtern und der Schulleitung. Je nach Lage können Wechselunterricht, eingeschränkter Regelbetrieb, teilweise oder vollständige Schließung von Schulen angeordnet werden.

Ein Schild "Der Unterricht fällt heute aus!"
Derzeit sind Dutzende Kitas und Schulen in Sachsen geschlossen. Bildrechte: dpa

Gibt es eine Notbetreuung, wenn Schule oder Kita geschlossen werden?

Kinder, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, haben einen Anspruch auf Notbetreuung. Eltern müssen in der Regel nachweisen, dass sie einen entsprechenden Beruf ausüben.

Wird Schwimmunterricht durchgeführt?

Ja, der Schwimmunterricht kann stattfinden. Schwimmbäder dürfen für das Schulschwimmen öffnen und auch die Maßgaben des eingeschränkten Regelbetriebs werden für den Sonderfall Schulschwimmen gelockert.

Sind Klassenfahrten erlaubt?

Nach Angaben des Kultusministeriums müssen ein- und mehrtägige Schulfahrten im Inland oder ins Ausland, die bis Ende des Jahres stattfinden sollten, abgesagt werden. Eventuell entstehende Kosten für die Stornierung werden vom Freistaat Sachsen nicht erstattet.

Wie wird die Testpflicht umgesetzt?

Wer geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen lassen. Für alle anderen gilt ein zweistufiges Testverfahren: Bei einer Inzidenz unter 10 ist ein wöchentlicher Test pro Person ausreichend. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz darüber, finden die Tests wieder zweimal die Woche statt. Das gilt beispielsweise auch für Menschen, die ein Schul- oder Kitagelände betreten - abgesehen vom Bringen oder Holen eines Kindes. Geimpften und genesenen Personen, die sich länger auf dem Gelände aufhalten, werden die Corona-Tests empfohlen.

Ein Schüler macht vor der ersten Stunde an einer Schule einen Corona-Schnelltest
Corona-Schnelltests an Schulen werden bereits seit mehreren Monaten durchgeführt. Nur geimpfte und genesene Personen sind von der Testpflicht ausgenommen. Bildrechte: dpa

Was gilt in Bezug auf die Maskenpflicht?

Eine Maskenpflicht gilt im Bereich der Kitas und Kindertagespflege vor dem Eingangsbereich, auf dem Gelände und im Gebäude der Betreuungseinrichtung. Kinder bis sechs Jahre sind von der Maskenpflicht generell befreit. Gleiches gilt für das betreuende Personal.

Eine Maskenpflicht gibt es an Schulen - allerdings nicht gleichermaßen für alle Schülerinnen und Schüler sowie das Personal. Grundsätzlich müssen Masken im Schulgebäude getragen werden, ebenso wie auf dem Gelände der Schule. Es gibt folgende Ausnahmen:

  • draußen, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann
  • in der Primarstufe innerhalb der Unterrichtsräume
  • in Horten innerhalb der Gruppenräume
  • auf dem Außengelände von Grund- und Förderschulen
  • auf dem Außengelände von Horten
  • im Unterricht an Förderschulen der Sekundarstufe I
  • im Unterricht der Werkstufe der Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
  • im inklusiven Unterricht für die Förderschwerpunkte Hören und Sprache
  • beim Sport
  • beim Essen und Trinken im Schulgebäude
  • bei der Durchführung der Corona-Tests
  • für Schülerinnen und Schüler während einer Prüfung/eines schriftlichen Leistungsnachweises am Sitzplatz, wenn der Mindestabstand eingehalten wird
  • in Schulinternaten in Wohn- und Schlafräumen, wenn der Mindestabstand eingehalten wird


Die Pflicht entfällt, wenn alle Anwesenden nachweislich gegen das Coronavirus geimpft sind oder als genesen gelten. In diesem Fall wird das Tragen einer Maske empfohlen. Ausgenommen sind auch Personen die aus gesundheitlichen Gründen keine entsprechende Maske tragen können. Als Nachweis ist ein ärztliches Attest notwendig.

Was gilt bei Krankheitssymptomen?

Wer Symptome wie Atemnot, neu auftretender Husten, starker Schnupfen, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust hat, darf Kita und Schule nicht betreten. Treten die Symptome während der Betreuungszeit in den Einrichtungen auf, müssen Eltern ihr Kind unverzüglich abholen. Gleiches gilt bei einem positiven Corona-Test.

Ausnahme: Wer einen negativen Corona-Test trotz Symptomen vorweisen kann, darf weiter die Einrichtung besuchen. Das kann auch für Kinder mit ärztlichem Attest über eine Allergie oder chronische Erkrankung gelten.

Kinder dürfen die Einrichtungen erst wieder zwei Tage nach dem letztmaligen Auftreten des Symptoms betreten.

Mädchen schnaubt sich die Nase.
Mit Husten, starkem Schnupfen, Fieber und Geruchs- oder Geschmacksverlust dürfen Kita und Schule nicht betreten werden. Bildrechte: imago images / Panthermedia

Welche Regeln gelten für die Quarantäne in Schulen und Kitas?

Laut Kultusministerium sollen neue Regeln pauschale Corona-Quarantänen für ganze Schulklassen oder Kitagruppen möglichst verhindern. Jeder neue Corona-Fall wird demnach wie bisher dem Gesundheitsamt gemeldet. Dieses soll dann anhand einer neuen Leitlinie und der jeweiligen Lage vor Ort entscheiden.

Das gilt für Schülerinnen und Schüler bis zwölf Jahre:

  • Quarantäne nur für betroffene Schüler
  • alle anderen Schüler dürfen die Schule weiter besuchen, sollen aber innerhalb der nächsten 14 Tage dreimal pro Woche getestet werden
  • dreimaliger Test gilt auch für Lehrkräfte


Das gilt für Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahre:

  • Quarantäne für betroffene Schüler, die direkten Sitznachbarn sowie Lehrkräfte mit engem Kontakt
  • Ausnahmen: Wer Maske getragen hat, gilt nicht als enge Kontaktperson
  • keine Quarantäne für Geimpfte und Genesene


Das gilt im Kita-Bereich:

  • Quarantäne für betroffenes Kind sowie ungeimpfte Betreuer mit engem Kontakt
  • Rest der Kitagruppe darf weiter Einrichtung besuchen, wenn keine Symptome auftreten
  • Kitagruppe und Erzieher müssen zwei Wochen räumlich von anderen Gruppen im Haus getrennt werden

Wie hoch sind die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen?

Das Robert-Koch-Institut schlüsselt die Inzidenzen der Bevölkerung auch in Altersgruppen auf. Sie umfassen die Gruppen der Kinder bis vier sowie fünf bis 14 Jahre.

Jugendliche und junge Erwachsene werden in einer Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren zusammengefasst und werden in der Grafik nicht dargestellt.

Quelle: MDR/kp/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 22. November 2021 | 19:00 Uhr

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