Fragen und Antworten Schüler in Sachsen in Quarantäne - Was müssen Eltern tun?

Die Corona-Lage in den Schulen in Sachsen ist angespannt - immer mehr Schüler und Lehrkräfte müssen in Quarantäne. Mehr als 45 Schulen im Freistaat sid derzeit wegen Corona-Infektionen von Einschränkungen und Schließungen betroffen. Was bedeutet das für die Eltern? MDR SACHSEN hat die Antworten im Überblick.

Schule
Wegen Corona-Infektionen müssen immer mehr Schulen in Sachsen vorübergehend geschlossen werden. Bildrechte: imago images / Bernd März

Wann muss in Sachsen derzeit eine Schule geschlossen werden?

Grundsätzlich gilt: Schulen und Kindertageseinrichtungen können unabhängig von der Bettenbelegung in Sachsens Krankenhäusern regulär geöffnet bleiben. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung ist die Koppelung an die sogenannte Überlastungsstufe der Krankenhäuser entfallen. Eine zeitweise Schließung einer Schule oder Wechselunterricht kann das Kultusministerium aber bei einer großen Zahl von Corona-Infektionen bei Schüler und Lehrern dennoch anordnen. Dies geschieht laut Ministerium immer in Absprache mit den Gesundheitsämtern und der Schulleitung.

Was tun, wenn die Schule wegen hoher Corona-Infektionszahlen vorübergehend schließt?

Falls das Kind krank ist, müssen sich Eltern einen Krankenschein vom Arzt besorgen und bei der Krankenkasse einreichen. Die Kasse zahlt das Kinderkrankengeld aus. Muss das Kind aufgrund der Pandemie in Quarantäne, ist aber gesund, benötigt man eine Bestätigung von der Schule oder Kita. Das gilt auch, wenn einem Kind aufgrund eines Schnelltestergebnisses der Besuch einer Kinderbetreuungseinrichtung oder Schule untersagt ist. Kinderkrankengeld kann auch beantragt werden, wenn das Kind eine Einrichtung auf Empfehlung von behördlicher Seite nicht besucht.

Auf wie viele Kinderkrankentage haben Eltern Anspruch?

Die Zahl der Kinderkrankentage wurde für das Jahr 2021 noch einmal ausgeweitet. Gesetzlich krankenversicherte Eltern können damit in diesem Jahr je gesetzlich krankenversichertem Kind für 30 statt bisher 20 Arbeitstage Kinderkrankengeld beantragen, Alleinerziehende für 60 statt bisher 40 Arbeitstage. Bei mehreren Kindern besteht der Anspruch je Elternteil für nicht mehr als 65 Arbeitstage, Alleinerziehende bekommen für höchstens 130 Arbeitstage Kinderkrankengeld. Die Regelung soll nach den Plänen der möglichen Ampel-Koalition auch nach Auslaufen der pandemischen Lage am 25. November bis 2022 verlängert werden.

Wie hoch ist das Kinderkrankengeld?

Das Kinderkrankengeld beträgt üblicherweise 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts.

Gibt es für das Kinderkrankengeld eine Altersgrenze?

Kinderkrankengeld gibt es für jedes gesetzlich versicherte Kind bis zwölf Jahre. Für Kinder mit Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersgrenze.

Können Eltern im Homeoffice auch Kinderkrankengeld beantragen?

Auch Eltern, die im Homeoffice arbeiten könnten, haben bei entsprechendem Kinderbetreuungsbedarf die Möglichkeit, stattdessen Kinderkrankengeld zu beantragen.

Was ist mit Eltern, bei denen einer gesetzlich und der andere privat versichert ist?

Sind ein Elternteil und das Kind gesetzlich versichert, besteht Anspruch auf Kinderkrankengeld für diesen Elternteil. Ist das Kind bei dem anderen Elternteil privat mitversichert, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Welche Hilfen bekommen Selbstständige?

Gesetzlich krankenversicherte hauptberufliche Selbstständige, die Anspruch auf Krankengeld aufgrund einer Wahlerklärung gewählt haben, können auch das erweiterte Kinderkrankengeld beantragen. Für privat krankenversicherte Selbstständige besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld.

Was gilt für Beamte?

Landesbeamte erhalten in Sachsen seit Jahresbeginn 2021 bis zu 15 Arbeitstage, alleinerziehende Beamten bis zu 30 Arbeitstage Sonderurlaub, falls aufgrund der Verbreitung des Corona-Virus eine Betreuung der eigenen Kinder notwendig ist. Dies gilt sowohl für den Fall, dass Gemeinschaftseinrichtungen (Kindertagesstätten oder Schulen) geschlossen werden oder die Kinder selbst von einer Quarantänemaßnahme betroffen sind und deswegen eine Betreuung notwendig ist. Die Beamten erhalten weiter ihre vollen Bezüge. In Härtefällen kann die Freistellung verlängert werden.

Gibt es sonst noch Hilfen für Eltern?

Neben den Kinderkrankentagen können Eltern auch Sonderurlaub beantragen. Dies ist eine Entschädigung für Verdienstausfall nach § 56 Absatz 1a Infektionsschutzgesetz. Der Staat zahlt dann über den Arbeitgeber 67 Prozent Lohnersatz - bis zu 2.016 Euro im Monat. Jeder Elternteil hat in der Regel zehn Wochen lang Anspruch auf diese Leistung. Ein Elternpaar kommt damit auf 20 Wochen. Für Alleinerziehende gelten ebenfalls 20 Wochen. Allerdings müssen Eltern bestimmte Voraussetzungen erfüllen, um den Sonderurlaub genehmigt zu bekommen. Die Entschädigungen für Verdienstausfall können auch Privatversicherte in Anspruch nehmen.

Quelle: MDR/kb/kp/Bundesfamilienministerium

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