Testpflicht Diese Regeln gelten zum Schulstart in Sachsen am Montag

Am Montag starten in Sachsen die Schulen nach den Osterferien wieder in den Präsenzunterricht. Dafür wurden umfangreiche Schutzmaßnahmen beschlossen. Doch welche Regeln gelten? MDR SACHSEN hat die wichtigsten zusammengefasst.

Eine Schülerin träufelt in einem Klassenraum im "֖kumenischen Domgymnasium" eine Lösung nach einem selbst durchgeführten Corona-Test auf einen SARS-CoV-2-Antigentest.
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Die Schulen in Sachsen öffnen am Montag mit verschärften Corona-Schutzmaßnahmen. Der in den vergangenen Monaten praktizierte Rhythmus aus Schulschließungen und -öffnungen soll ab dann Geschichte sein. Der sächsische Weg für die Schulöffnungen wurde am Donnerstag in der Kultusministerkonferenz noch einmal bestätigt. "Es gab einen einstimmigen Beschluss, dass die Öffnung der Schulen oberste Priorität haben sollen - unabhängig von einem Inzidenzwert", sagte Vincent Richter vom Landesamt für Schule und Bildung auf Nachfrage von MDR SACHSEN.

Die Schulöffnungen sollen von einer Testpflicht begleitet werden. 1,2 Millionen Tests werden dafür pro Woche im Freistaat benötigt, so Richter. Der Freistaat habe schon Lieferzusagen für weitere Lieferungen. "Das heißt, dass ausreichend Tests an den Schulen zur Verfügung stehen werden", sagte Richter. Die Verteilung an die Schulen sei ein Kraftakt gewesen und werde auch noch am Wochenende weitergehen.

Wer muss sich testen lassen?

Die Testpflicht für Schülerinnen und Schüler wird auf zwei Mal wöchentlich ausgedehnt und gilt nun in allen Schularten - auch in Grund- und Förderschulen. Die Regelung für das Schulpersonal bleibt wie bisher bei zwei Mal pro Woche. Wer sich nicht testen lässt, darf die Schule nicht betreten.

Wie laufen die Tests in den Schulen ab?

Die Tests werden von den Schülerinnen und Schülern ab der Primarstufe in der Regel im Klassenverband durchgeführt. Sie erhalten bei der Durchführung der Selbsttests Unterstützung von ihren Lehrern und Lehrerinnen. Wer sich nicht in der Schule testen lassen möchte, kann den Selbsttest auch zu Hause durchführen. Dieser muss dann kostenpflichtig selbst gekauft werden und durch ein Formular des sächsischen Sozialministeriums von einem Erziehungsberechtigten bestätigt werden.

Muss mein Kind zur Schule gehen?

Nein. Die Schulbesuchspflicht ist aufgehoben. Das heißt, die Kinder können von ihren Eltern vom Präsenzunterricht schriftlich abgemeldet werden. Die Abmeldung muss durch Belange des Infektionsschutzes motiviert sein; ein Ab-und Anmelden für einzelne Wochentage ist laut Kultusministerium nicht möglich. Die Kinder oder Jugendlichen können dann die Lernzeit zu Hause verbringen und werden mit Lernaufgaben versorgt. "Mit einer vollumfänglichen Betreuung der Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte, wie im Präsenzunterricht, kann allerdings nicht gerechnet werden", so das Kultusministerium.

Wo und für wen gilt eine Maskenpflicht in den Schulen?

Ab Klassenstufe fünf müssen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte eine medizinische Gesichtsmaske, eine FFP2-Maske oder eine vergleichbare Atemschutzmaske (zum Beispiel KN95/N95) im Unterricht tragen. Weiterhin gilt: Alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, sonstiges Personal und Eltern müssen auf dem Gelände der Schule und im Schulgebäude eine der genannten Masken tragen. Wenn auf dem Außengelände ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann, fällt die Pflicht weg.

Eine Maskenpflicht für Kinder auch im Unterricht an Grund- und Förderschulen sollte nicht das erste Mittel der Wahl sein, so das Kultusministerium. "Gerade aus pädagogischen und didaktisch-methodischen Gründen, denn für das Lesen, Schreiben und Rechnen lernen ist verbale und nonverbale Kommunikation von besonderer Bedeutung."       

Was bedeutet eingeschränkter Regelbetrieb in Grund- und Förderschulen?

In Grund- und Förderschulen findet weiter nur eingeschränkter Regelbetrieb statt. Klassen werden strikt getrennt und haben feste Bezugspersonen. Die Gruppen sollen sich auch außerhalb der Klassenzimmer nicht begegnen. "Wir haben uns bei den Grundschulen nicht für ein Wechselmodell entschieden, weil die Schüler, die gerade Lesen, Schreiben und Rechnen lernen, auf einen kontinuierlichen Lernprozess mit den Lehrern angewiesen sind", so das sächsische Kultusministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN.

Wie wird das Lernen ab Klasse 5 organisiert?

Für den Unterricht ab Klassenstufe 5 müssen die Klassen wie bisher geteilt werden (Wechselmodell). Dann lernt ein Teil der Klasse zu Hause, während der andere in der Schule ist. Für Abschlussklassen gilt wie bisher Präsenzunterricht in Fächern und Lernfeldern der jeweiligen Abschlussprüfung. Er kann auch im Wechselmodell erfolgen.

Was passiert mit den Schulen, wenn der Wert von 1.300 Covid-19-Patienten auf Normalstationen überstiegen wird?

Schulschließungen werden nicht mehr an den allgemeinen Inzidenzwerten oder der Bettenbelegung im Freistaat Sachsen festgemacht. Sie sind vom Infektionsgeschehen an der jeweiligen Einrichtung abhängig. Bei Infektionsgeschehen in Schulen entscheidet das zuständige Gesundheitsamt über die zu ergreifenden Maßnahmen.

Quelle: MDR/al/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 09.04.2021 | 19:00 Uhr

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