Bildung Piwarz setzt weiter auf Präsenzunterricht mit Tests und Masken

Sachsens Kultusminister Piwarz geht davon aus, dass der Schulbetrieb seit Montag weitgehend normal anläuft. Am Testsystem, dem eingeschränkten Regelbetrieb an Grundschulen und bei der Maskenpflicht im Unterricht weiterführender Schulen will er auch nach dem Ablauf der aktuellen Corona-Notverordnung am 9. Januar festhalten - trotz der aufkommenden, hoch ansteckenden Omikron-Variante des Virus.

Christian Piwarz
Kultusminister Piwarz hält den planmäßigen Schulstart statt einer Verlängerung der Ferien für gerechtfertigt. Bildrechte: dpa

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) geht davon aus, dass der Schulbetrieb am Montag weitgehend normal anläuft. Piwarz sagte MDR SACHSEN, er rechne zwar damit, dass wegen der vielen Corona-Tests im neuen Jahr viele verdeckte Infektionen erst jetzt erkannt würden. Dennoch halte er den planmäßigen Schulstart statt einer Verlängerung der Ferien für gerechtfertigt. Es solle so viel Normalität wie möglich stattfinden, so Piwarz.

Kein Normalbetrieb in Grundschulen

Einschränkungen gibt es laut Piwarz weiterhin an den Grundschulen: Im eingeschränkten Regelbetrieb bleibe es derzeit bei festen Klassen, um den Jüngsten nicht das Masketragen im Unterricht zumuten zu müssen, sagte er. Hier konzentriere man sich im Wesentlichen auf die Kernfächer - also Deutsch, Mathematik und Sachkunde.

Wir legen ganz großen Wert auf Präsenzunterricht. Dauerhaft in die häusliche Lernzeit zu gehen, ist mit Nachteilen verbunden.

Christian Piwarz Kultusminister in Sachsen

Das Kultusministerium will auch nach Ablauf der aktuellen Corona-Notverordnung am 9. Januar am Testsystem, dem eingeschränkten Regelbetrieb an Grundschulen und der Maskenpflicht im Unterricht weiterführender Schulen festhalten. Der Kultusminister betonte, dass Schulen die Einrichtungen seien, die bei hohem Infektionsgeschehen als letzte schließen sollten. Einen sogenannten Wechselunterricht, bei den Klassen in zwei Gruppen halbiert werden, die abwechselnd in den Unterricht gehen, sieht Piwarz. Durch den langen Wechselunterricht im vergangenen Jahr seien Bildungs- und Sozialdefizite entstanden, stellte er fest.

Lehrergewerkschaft blickt skeptisch auf politischen Kurs

Der sächsische Landesverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hätte dagegen zum Jahresbeginn mit dem Schulbetrieb lieber noch gewartet. "Wir gehen davon aus, dass die Infektionszahlen höher sind, als gemeldet", sagte die Landesvorsitzende Ursula-Marlen Kruse. Sie hätte sich gewünscht, die Weihnachtsferien um eine Woche zu verlängern. So hätte es ein verlässlicheres Bild des Infektionsgeschehens in der Gesellschaft gegeben, "bevor wir die Schultore weit öffnen, und so tun, als sei die Welt in Ordnung", meinte Kruse.

Kinderärzte für Präsenzunterricht

Unterdessen haben anlässlich des Schulstarts in mehreren Bundesländern Kinderärzte dazu aufgerufen, trotz der sich ausbreitenden Omikron-Virusvariante am Präsenzunterricht festzuhalten. "Es gibt eine klare und unmissverständliche Zusage der Politik, Schulschließungen – wenn überhaupt – als allerletzte Maßnahme in Betracht zu ziehen", sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, der Online-Ausgabe der "Ärzte Zeitung".

Es gebe viele Möglichkeiten, trotz anziehender Pandemielage Schulschließungen zu vermeiden, betonte Fischbach. So müssten vorliegende Hygienekonzepte an den Schulen konsequenter umgesetzt und Lehrerinnen und Lehrer entsprechend fortgebildet werden. Länder und Kommunen sollten zudem ausreichend Luftfilter für die Einrichtungen bereitstellen. "Die Mittel dafür sind da - sie werden aber noch nicht überall abgerufen", sagte der Verbandspräsident.

Kinderschutzbund kritisiert Beharren auf Präsenzunterricht

Der Deutsche Kinderschutzbund hatte allerdings sich kritisch zum strikten Beharren auf Präsenzunterricht geäußert. "Es kann keine Lösung sein, unter allen Umständen auf Präsenzunterricht zu pochen", sagte Kinderschutz-Präsident Heinz Hilgers in einem Interview der "Rheinischen Post".

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 03. Januar 2022 | 10:00 Uhr

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