Fragen und Antworten Diese Corona-Regeln gelten an Schulen in Sachsen

Das sächsische Kabinett hat eine neue Corona-Verordnung für Schulen und Kitas im Freistaat beschlossen. Laut Kultusminister Piwarz ist weiterhin das oberste Ziel, den Unterricht wieder in den Klassenräumen stattfinden zu lassen. Anders als im vergangenen Schuljahr ist mittlerweile die Präsenzpflicht an Schulen für Schülerinnen und Schüler wieder in Kraft.

Eine Lehrerin mit Maske erklärt Schülern etwas.
Die Schule in Sachsen ist wieder gestartet. Wie der Schulstart unter Corona-Bedingungen im Freistaat umgesetzt werden soll, hat die Landesregierung konkretisiert. (Symboldbild) Bildrechte: imago images/Belga

Wird es weiter Präsenzunterricht geben?

Sachsen strebt für das neue Schuljahr ausschließlich Präsenzunterricht an. Laut Kultusminister Christian Piwarz (CDU) bleibt dies das oberste Ziel. In der neuen Corona-Schutzverordnung für Schulen und Kitas ist vorgesehen, dass Präsenzunterricht unabhängig von Inzidenz-Werten stattfinden soll. Eine landesweite Schulschließung ist demnach nicht vorgesehen.

Piwarz versicherte, dass das Infektionsgeschehen an jeder einzelnen Schule täglich im Blick bleibt. Das Ministerium könne Schutzmaßnahmen wie einen zeitlich begrenzten Wechselunterricht oder eine temporäre Schulschließung anordnen, wenn lokale Ausbrüche stattfinden.

In welchen Fällen kann es zu Schul- und Kitaschließungen kommen?

Sachsenweite Einschränkungen des Unterrichtes gibt es laut Kultusminister Piwarz erst, wenn die in der neuen Corona-Schutzverordnung geregelte Überlastungsstufe erreicht ist, das heißt, wenn die Bettenauslastung in Krankenhäusern kritisch wird. Erst dann würden alle Kitas, Grundschulen und Förderschulen in den eingeschränkten Regelbetrieb mit festen Gruppen bzw. Klassen wechseln. Für andere Schüler finde dann Wechselunterricht statt.

Ist die Präsenzpflicht weiterhin aufgehoben?

Nein, die Pflicht zum Besuch der Schule gilt wieder für alle. Eine Befreiung ist aber möglich, wenn ein ärztliches Attest vorgelegt wird.

Laut Kultusministerium ist aber die Teilnahme am Unterricht nicht möglich, wenn Schülerinnen oder Schüler weder an der Testung in der Schule teilnehmen noch einen Testnachweis vorlegen. Die Kinder oder Jugendlichen würden nach Hause geschickt und könnten ihrer Schulbesuchspflicht nicht gerecht werden. Ebenso werde vorgegangen, wenn Schülerinnen oder Schüler sich weigern, eine Maske zu tragen, ohne dass eine Befreiung von dieser Pflicht vorliegt. In diesen Fällen müssten keine Aufgaben für das häusliche Lernen von der Schule bereitgestellt werden.

Dem Kultusministerium zufolge kann in diesen Fällen eine Verletzung der Schulbesuchspflicht eintreten, was wiederum ein Ordnungswidrigkeitsverfahren nach sich ziehen kann.

Wie werden Test- und Maskenpflicht im neuen Schuljahr umgesetzt?

Wer geimpft oder genesen ist, muss sich nicht testen lassen. Für alle anderen gilt ein zweistufiges Testverfahren: Bei einer Inzidenz unter 10 ist ein wöchentlicher Test pro Person ausreichend. Liegt die 7-Tage-Inzidenz darüber, finden die Tests wieder zweimal die Woche statt.

Die Maskenpflicht setzt ab einer Inzidenz von 35 ein – allerdings nicht in allen Schularten. Schülerinnen und Schüler der Grund- und Förderschulen sind davon befreit.

Welche Impfangebote sind an den Schulen geplant?

Freiwillige Impfangebote gegen das Coronavirus will Sachsen an den Schulen ab dem 13. September anbieten. In der ersten Unterrichtswoche (vom 6. bis 8. September) soll die Impfbereitschaft anonym abgefragt werden. Das Angebot richtet sich laut Kultusministerium nicht nur an alle Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren in den Landkreisen. Auch deren Eltern, das gesamte pädagogische als auch nichtpädagogische Personal sowie sonstige Interessenten an den Schulen, können sich impfen lassen. Wer in der Stadt wohnt, soll zunächst noch zu Impfzentren gehen und bekommt dafür auch unterrichtsfrei.

Welche Regeln gelten für die Quarantäne in Schulen und Kitas?

Laut Kultusministerium sollen neue Regeln pauschale Corona-Quarantänen für ganze Schulklassen oder Kitagruppen im neuen Schuljahr möglichst verhindern. Jeder neue Corona-Fall wird demnach wie bisher dem Gesundheitsamt gemeldet. Dieses soll dann anhand einer neuen Leitlinie und der jeweiligen Lage vor Ort entscheiden.

Das gilt für Schülerinnen und Schüler bis zwölf Jahre:

  • Quarantäne nur für betroffene Schüler
  • alle anderen Schüler dürfen die Schule weiter besuchen, sollen aber innerhalb der nächsten 14 Tage dreimal pro Woche getestet werden
  • dreimaliger Test gilt auch für Lehrkräfte


Das gilt für Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahre:

  • Quarantäne für betroffene Schüler, die direkten Sitznachbarn sowie Lehrkräfte mit engem Kontakt
  • Ausnahmen: Wer Maske getragen hat, gilt nicht als enge Kontaktperson
  • keine Quarantäne für Geimpfte und Genesene


Das gilt im Kita-Bereich:

  • Quarantäne für betroffenes Kind sowie ungeimpfte Betreuer mit engem Kontakt
  • Rest der Kita-Gruppe darf weiter Einrichtung besuchen, wenn keine Symptome auftreten
  • Kita-Gruppe und Erzieher müssen zwei Wochen räumlich von anderen Gruppen im Haus getrennt werden

Sind besondere Vorkehrungen für die ersten Wochen geplant?

In den ersten beiden Schulwochen sollen die generellen Regelungen etwas strenger ausfallen. So ist eine zweimalige Testung pro Woche an Schulen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und das gesamte Schul- und Hortpersonal geplant. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 10 sind sogar drei Tests pro Woche und Person vorgesehen. Die zweimalige Testung gilt bereits für Lehrer in der Vorbereitungswoche. Vollständig Geimpfte oder Genesene sind aber auch hier von der Testpflicht ausgeschlossen.

Auch die Maskenpflicht soll in den ersten beiden Schulwochen strenger ausfallen: Bis 19. September muss sie in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 10 umgesetzt werden.

Werden in Sachsens Schulen Luftfilter installiert?

Sachsen plant keine flächendeckende Installation von Luftfiltern an den Schulen. Wie das Kultusministerium MDR SACHSEN bereits vor einigen Wochen mitgeteilt hat, wird die Anschaffung mobiler Luftfilter durch die Träger der Schulen begrüßt, wenn die Klassenräume nur schlecht gelüftet werden können. Einige Kommunen haben schon Luftfilter an Schulen eingebaut, etwa im Erzgebirge. Spezielle Förderprogramme seien in Sachsen aber nicht geplant.

Ministeriumssprecher Dirk Reelfs verwies auf die Einschätzungen des Umweltbundesamtes. Danach sind die Luftfilteranlagen vor allem in Unterrichtsräumen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit sinnvoll. Da mobile Luftreinigungsgeräte nicht das in Klassenräumen anfallende Kohlendioxid (CO2) und den Wasserdampf aus der Raumluft entfernten, könnten "sie nicht als vollständiger Ersatz für Lüftungsmaßnahmen eingesetzt werden". Das Amt empfehle daher "die Fensterlüftung als prioritäre Maßnahme".

Quelle: MDR/kp/kb/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 21. September 2021 | 19:00 Uhr

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