Gesundheit Situation in sächsischen Kliniken wegen Corona angespannt

Aufgrund von Corona-Fällen bei der Belegschaft und generellem Personalmangel ist die Situation in den sächsischen Kliniken angespannt. Eine Regelversorgung der Patienten kann derzeit gewährleistet werden. Trotzdem warnen die Mediziner davor, dass es zu Leistungseinschränkungen in den Krankenhäusern kommen kann. Die Suche nach Fachkräften und die Nachbesetzung von vakanten Stellen gestaltet sich langwierig.

Auf der Intensivtherapie-Station (ITS) im Klinikum St. Georg steht eine Mitarbeiterin am Bett einer Patientin.
Im Klinikum St. Georg Leipzig werden etwa ein Viertel weniger Betten im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit betrieben. Bildrechte: dpa

Die Situation in sächsischen Krankenhäusern ist wegen Corona-Fällen in der Belegschaft, nachgeholten Operationen und fehlendem Pflegepersonal angespannt. "Die wirtschaftliche Lage und Personalausfälle erschweren die Situation", sagte der stellvertretende Geschäftsführer der sächsischen Krankenhausgesellschaft, Friedrich R. München, auf Anfrage. Momentan sei wieder ein steigender Krankenstand in den sächsischen Krankenhäusern zu verzeichnen.

Leistungseinschränkungen können nicht ausgeschlossen werden

Die Regelversorgung ist demnach zunächst gewährleistet. "Allerdings sind zukünftige Leistungseinschränkungen, sollte sich die Lage der Personalausfälle verschärfen, nicht auszuschließen", betonte München. Die anstehende Urlaubszeit könne wesentlich zu einer Verschärfung der Situation beitragen, da diese ein Risiko zum weiteren Ansteigen der Infektionszahlen berge. Belastbare Zahlen lagen der Krankenhausgesellschaft zunächst nicht vor.

Klaus Stöhr Epidemiologe 10/20 her Klaus Stöhr am 29. Oktober 2020 in Markus Lanz 5 min
Bildrechte: imago images/teutopress
5 min

MDR AKTUELL Fr 01.07.2022 16:35Uhr 05:06 min

Audio herunterladen [MP3 | 4,7 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 9,3 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/interview/audio-corona-massnahmen-auswertung-stoehr100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Engagierter Einsatz verhindert Stationsschließungen

Manche Kliniken schlagen bereits jetzt Alarm. Im Klinikum St. Georg Leipzig werden im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit derzeit etwa ein Viertel weniger Betten betrieben. Grund sei Personalmangel und die Einführung der Pflegepersonaluntergrenzen, sagte eine Sprecherin. Hinzu kämen immer wieder Ausfälle durch an Covid erkranktem Personal. Besonders in den Intensivbereichen und bei Operationen wirke sich der Mangel auf die Handlungsfähigkeit aus. Die Suche nach Fachkräften und die Nachbesetzung der vakanten Stellen sei langwierig.

Nach Angaben des Klinikums habe so viel Pflegepersonal wie noch nie in den letzten beiden Jahren bewusst die Entscheidung getroffen, aus der Pflege auszusteigen. Mit Blick auf die wieder steigenden Infektionszahlen bleibe die Lage insgesamt angespannt. "Bisher konnten wir aber durch den engagierten Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Schließung ganzer Stationen vermeiden", hieß es weiter.

Gesundheitsministerium: Krankenhäuser unter großer Last

Laut Gesundheitsministerium stellen die Covid-19-Erkrankungen wegen der vergleichsweise niedrigeren Hospitalisierungsrate der gegenwärtig vorherrschenden Varianten derzeit keine starke Belastung der stationären Versorgung dar. "Gleichwohl ist die Last, die die Krankenhäuser aufgrund anderer Erkrankungen, dem Nachholen verschobener Behandlungen und Ausfällen beim ohnehin knappen Personal tragen müssen, weiterhin groß", hieß es auf Anfrage.

MDR(ms)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 03. Juli 2022 | 14:00 Uhr

1 Kommentar

Reuter4774 vor 6 Wochen

Die Situation ist immer angespannt, aufgrund immer weiterer geschlossener ( eingesparter) Kliniken und Betten, Personalmangels und das bei starker Überalterung der Bevölkerung. Ist doch vorhersehbar was dabei rauskommt. Das Entlarvende ist dich, alles läuft normal wie immer, aber die Angstmeldungen der Kliniken bleiben konstant? Und natürlich gibt es jetzt viele OPs nachzuholen, " dank" der politischen Maßnahmen.

Mehr aus Sachsen

Dresdner Hauptbahnhof steht unter Wasser 3 min
Bildrechte: imago/momentphoto/Killig
3 min 17.08.2022 | 09:00 Uhr

Das Unfassbare begreifen, das wollen die meisten "Schaulustigen", die am 17. August 2008 in der Dresdner Innenstadt unterwegs sind. Heinz Drewniok hat damals mit Ihnen gesprochen.

MDR SACHSEN Sa 17.08.2002 10:39Uhr 03:25 min

https://www.mdr.de/nachrichten/sachsen/dresden/dresden-radebeul/audio-hochwasser-dresden-106.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio