Landesärztekammer 50 Meldungen zu Corona-Verstößen bei Ärzten in Sachsen

Gerade jetzt in Pandemiezeiten leisten Ärzte Dinge, die sie an die Grenzen ihrer Kräfte bringen. Berichte von vollen Intensivstationen zeugen davon, auch Hausarztpraxen stemmen mit telefonischer Vordiagnose, Abstrich- und Quarantäneorganisation viel. Jedoch gibt es auch eine kleine Gruppe von Ärztinnen und Ärzten, die ernsthafte Gefahren durch Corona anzweifeln oder die Maßnahmen als "übertrieben" bezeichnen. Mitunter tragen sie selbst bei der Behandlung von Patienten keinen Mund-Nasen-Schutz.

Ärzte in weißen Kitteln
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Sachsens Landesärztekammer hat bisher rund 50 Meldungen zu Ärzten erhalten, die sich nicht an aktuelle Hygieneregeln wie die Maskenpflicht halten oder auch falsche Atteste ausstellen. Wie Knut Köhler, Sprecher der Kammer, MDR SACHSEN sagte, entfielen auf manche Ärzte gleich zwei bis drei solcher Meldungen. Ein Teil von ihnen musste vom Ordnungsamt verhängte Bußgelder zahlen.

Bei weiteren Vergehen stehen der Kammer und den Ämtern noch härtere Mittel zur Verfügung. Als härteste Maßnahme kommt ein Strafverfahren in Frage. Auch der Einbezug der Approbationsbehörde ist möglich. Dabei könnte die Landesdirektion Sachsen letztendlich die Approbation entziehen.

MDR SACHSEN liegen unter anderem Informationen über eine schulmedizinische Gemeinschaftspraxis im Landkreis Meißen vor, in der weder Abstandsregeln noch die Maskenpflicht eingehalten werden. Patienten werden in Gespräche verwickelt, bei denen sie von der Harmlosigkeit des Coronavirus überzeugt werden sollen. Das Virus sei eine Erfindung der Eliten, heißt es da – eine unter den sogenannten Querdenkern weitverbreitete Annahme.

Landesärztekammer in Sorge

Dass einige Ärzte - darunter reine Schulmediziner und nicht nur etwa nur Mediziner mit Alternativausbildung - aus Überzeugung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, prinzipiell gegen Impfungen oder Corona-Maßnahmen sind, nimmt Knut Köhler mit gewisser Besorgnis wahr.

Durch Corona hat sich das Verhalten der Menschen, ja auch der Ärzte verändert. Eine neue Impfskepsis tritt auf, eine neue Bereitschaft zum Fälschen ist merklich. Es sind aber immer noch Einzelfälle.

Knut Köhler Sprecher Landesärztekammer Sachsen

Und was sollte man als Patient tun, wenn einem Dinge in einer Praxis auffallen? "Wir als Kammer sind da für solche Hinweise", so Köhler. Sollte Patienten etwas aufallen, könne kontrolliert werden. Oft meldeten sich auch Ärzte, die Verstöße bei Kollegen beobachten.

Quelle: MDR/st

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.01.2021 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten

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