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Damit sich auch im Erzgebirge mehr Menschen impfen lassen, will das Sozialministerium seine Anstrengungen dort verstärken. Bildrechte: dpa

Pandemie

Sozialministerium will im Erzgebirge für Corona-Impfungen werben

von MDR SACHSEN

Stand: 25. August 2021, 18:12 Uhr

Im Vergleich mit anderen Bundesländern hinkt Sachsen bei der Impfquote hinterher. Auch innerhalb des Freistaates gibt es große Unterschiede. Als Sorgenkind gilt derzeit das Erzgebirge. Damit sich dort mehr Menschen gegen Corona impfen lassen, will das Sozialministerium jetzt eine Werbekampagne starten. Eine Studie der TU Dresden hat dafür die Vorarbeit geleistet.

Das sächsische Sozialministerium will im Erzgebirge verstärkt für eine Corona-Schutzimpfung werben. Laut Ministerium ist die Zahl der Impfskeptiker dort besonders hoch. Jeder dritte Erzgebirger lehne die Impfung ab.

TU-Studie: Impfskeptiker haben wenig Geld und sind AfD-nah

Eine Studie der Technischen Universität Dresden ergab, dass die Impfskeptiker zumeist Menschen im Alter zwischen 30 und 40 sind, die ein geringes Einkommen haben und Sympathie für die AfD hegen. Um sie zu erreichen, plant das Sozialministerium nun gezielt Postwurfsendungen, Zeitungsanzeigen sowie Social-Media-Filme. Bereits in den kommenden Tagen sollen im Erzgebirge 20.000 Impf-Werbeflyer verteilt werden.

Bildrechte: dpa

Das ist kein Druck machen oder ähnliches - das ist eine Werbung. Warum gehe ich impfen, welchen Nutzen hat das Impfen für mich persönlich und wie kann ich meine Liebsten damit schützen.

Petra Köpping | sächsische Sozialministerin

Emotionale Sprache statt Fachbegriffen

Man wolle Menschen ansprechen, die man bisher nicht erreicht habe. Dafür solle Sprache verwendet werden, die verstanden werde. "Also, wenn ich mit hochmedizinischen Begriffen arbeite, ist das schwieriger zu verstehen, als wenn ich es auf die emotionale Ebene hebe. Und genau das wollen wir tun. Weil jeder, der sich impfen lässt, hilft", sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD).

1.008 Interviews online und telefonisch

Die Studie des Mercator Forums für Migration und Demokratie (Midem) der TU Dresden wurde unter Leitung des Politikwissenschaftlers Hans Vorländer erstellt. Dafür wurden den Angaben zufolge zwischen dem 10. und 15. Mai dieses Jahres 1.008 wahlberechtigte Sachsen online und telefonisch befragt. Laut den Verfassern ist die Studie repräsentativ. Bereits im Juni hatte Vorländer eine Studie zum Protest gegen die Corona-Maßnahmen vorgelegt.

2015 hatte der Wissenschaftler mit seiner Studie zur fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung für Aufsehen gesorgt. Damals gab es allerdings Kritik, dass die Gesamtzahl der Befragten zu gering und die Auswahl der Gesprächsteilnehmer nicht repräsentativ sei. Die Ergebnisse wurden jedoch in der Folge von den Erhebungen anderer Institute bestätigt.

Quelle: MDR/sth/mv

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 25. August 2021 | 19:00 Uhr

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