Corona-Pandemie Studierende kritisieren Corona-Politik an sächsischen Hochschulen

Angesichts steigender Inzidenzen wollen Sachsens Hochschulen die Corona-Beschränkungen für Studierende massiv verschärfen. Um Kontakte auf dem Campus zu vermeiden, sollen mehr Tests durchgeführt und der Online-Betrieb ausgeweitet werden. Doch unter den Studierenden wächst Unmut. Sie fühlen sich erneut als die "Vergessenen der Pandemie" und fordern mehr Zugeständnisse.

Sachsens Studierende haben die aktuelle Corona-Politik an sächsischen Hochschulen scharf kritisiert. Diese hatten zusätzliche Einschränkungen angekündigt. Geplant sind unter anderem Kontaktbeschränkungen auf dem Campus, eine ausgeweitete Testplicht und ein Ausbau der Online-Lehre.

Studierende in "desaströser Lage"

Die Einschränkungen kommen nach Ansicht der Studierenden zu spät. Wie aus einer Pressemitteilung der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften hervorgeht, sei die Rückkehr in den Onlinebetrieb absehbar gewesen. Das kommende Semester hätte besser vorbereitet werden können. Die Interessen der Lehrenden und der Studierenden seien dabei jedoch nicht berücksichtigt worden, erklärt Sabine Giese, Sprecherin der KSS.

Unsere KommilitonInnen sind psychisch erneut in einer desaströsen Lage - wieder treten vermehrt Vereinsamung, Depressionen und damit einhergehend Abbruchgedanken auf.

Sabine Giese I Sprecherin der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften

Zugeständnisse gefordert

Die Studierenden fordern nun "angemessene Regelungen für Nachteilsausgleiche". Die Regelstudienzeit solle verlängert und Freiversuchsregelungen flächendeckend umgesetzt werden, so ihre Forderungen. Die vergangenen Coronasemester hätten gezeigt, dass Freiversuche Studierende motivieren, mehr Prüfungen abzulegen - und die auch zu bestehen.

Infektionsgeschehen an Hochschulen gering

80 bis 90 Prozent der Studierenden seien geimpft, in Dresden sogar 92 Prozent, sagte Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow. Die Zahl der Infektionen sei vergleichsweise niedrig. Bis Mittwoch seien hier binnen einer Woche 218 Neuinfektionen gemeldet worden. Dennoch solle der Lehrbetrieb noch stärker in den Onlinebereich verlegt werden, sagte Gemkow. Es gehe darum, Kontakte zu vermeiden. Laut Gemkow sind die Regelungen bis zum Januar befristet.

Sebastian Gemkow
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/Dominik Knauft

Mehr aus Sachsen

Wie in der Wochenendausgabe der Freien Presse aus Chemnitz waren auch in vielen anderen sächsischen Zeitungen am Samstag zahlreiche Jobanzeigen ungeimpfter Pflegekräfte abgedruckt. mit Video
Wie in der Wochenendausgabe der Freien Presse aus Chemnitz waren auch in vielen anderen sächsischen Zeitungen am Samstag zahlreiche Jobanzeigen ungeimpfter Pflegekräfte abgedruckt. Bildrechte: MDR