Corona-Maßnahmen Studierende in Leipzig und Dresden sollen bis Herbst zu Hause bleiben

Corona gönnt uns nach der dritten Welle derzeit eine Verschnaufpause: Die Inzidenzen sind in den Keller gegangen – dank steigender Impfquoten und höherer Temperaturen. Überall öffnen Restaurants, Kulturstätten und Geschäfte. Universitäten und Hochschulen aber nutzen diese Verschnaufpause nicht. Die Studierenden sind weiter im Homeoffice. Präsenzveranstaltungen gibt es so gut wie keine.

An seine letzte Veranstaltung in Präsenz kann sich Felix Fink noch dunkel erinnern. Es war ein Seminar im April 2020, erklärt der Student, der an der Uni Leipzig im Lehramt Politik und Deutsch studiert. Danach war alles online. Und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. "Freitagfrüh kam eine Rundmail, dass die Gebäude zubleiben sollen bis zum Ende des Semesters. Das kann ich nicht wirklich verstehen. Ich bin der Meinung, dass viel mehr aufgemacht werden muss, damit sich die Studenten mal wieder sehen. Meiner Meinung nach sollte das alles viel schneller gehen. Die Situation war abzusehen, das ist nicht erst seit heute so."

Corona-Frust: Studierende wollen wieder an die Uni  

Immerhin: Die in der Stadt verteilten Fakultäten sollen ab Juli wieder öffnen dürfen. Ob und in welchem Umfang sie das dann aber tun, bliebe ihnen überlassen, erklärt Felix Fink, der auch im Student*innenrat und im Krisenstab der Uni sitzt. Dabei würden alle Studierende, die er kennt, wieder zurück in Präsenz wollen, sagt Felix Fink. "Eben weil die Studierenden zusammenbrechen online. Mir wurde berichtet, dass im Online-Seminar, wenn die gefragt werden, wie geht's dir denn, dass die anfangen mit weinen, weil es denen so schlecht geht in ihrem Zimmer."

Warum die Unis erstmal geschlossen bleiben

An anderen Unis und Hochschulen ist es ähnlich. Der Lehrbetrieb findet fast ausschließlich digital statt. Und es gibt auch nur ganz wenige Praktika, selbst in den naturwissenschaftlichen Studiengängen.

Die TU Dresden ermöglicht ab der kommenden Woche abgespeckte Präsenzveranstaltungen, bei denen etwa ein Achtel der Studierenden wieder in Hörsäle und Seminarräume darf, sagt der Prorektor Bildung Michael Kobel. Mehr sei noch nicht möglich. Ein Grund dafür sei Unflexibilität. Einige Studenten seien noch nicht wieder in der Stadt. Ein anderer Grund ist Vorsicht. "Es ist ja noch lange nicht vorüber. Die Delta-Variante ist in Deutschland angekommen, in Dresden zum Beispiel. Die Aerosole sind weiterhin da und wir sind noch nicht ganz auf Null."

Präsenzveranstaltungen sind längst wieder erlaubt

Tatsächlich nähert sich Sachsen momentan der Null. Die Wocheninzidenz auf 100.000 Einwohner liegt bei etwa fünf. Hinzu kommt: Präsenzveranstaltungen sind laut Sachsens Corona-Verordnung längst erlaubt. Es wäre also möglich, jetzt zu öffnen. Doch die Unis bleiben vorsichtig, Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow will ihnen auch keinen Druck machen. "Das ist eine Frage, die auch die Hochschule vor Ort verantworten muss. Mit Sicherheit gibt es dort gute Gründe, warum man so noch verfährt. Fakt ist, dass alle schnellstmöglich wieder zur Präsenzlehre und zur Anwesenheit vor Ort übergehen wollen. Welche Gründe das sind, das kann jede Hochschule nur für sich selbst beantworten."

Für das Wintersemester haben einige Hochschulen zwar eine Perspektive für mehr Präsenz angekündigt. Allerdings in Abhängigkeit von der Inzidenz. Und die könnte im Herbst bekanntlich wieder steigen.

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MDR Wissen Di 02.03.2021 11:00Uhr 08:22 min

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Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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