Corona-Krise 40 Prozent weniger Umsatz für Sachsens Tourismus

Tische und Stühle stehen vor einer Pizzeria, die derzeit nur Speisen zum Mitnehmen anbieten darf.
Bildrechte: dpa

Der Umsatz in der sächsischen Tourismusbranche wird in diesem Jahr 3,5 Milliarden Euro niedriger sein als 2019. Das entspreche einem Verlust von mehr als 40 Prozent, teilte der Landestourismusverband am Montag in Dresden mit. Im Vorjahr hatte der Branchenumsatz noch 8,1 Milliarden Euro betragen.

Campingplatzbetreiber traf es am wenigsten

Die Prognose des Verbandes stützt sich auf die bereits vorliegenden Zahlen für Januar bis Oktober. In diesem Zeitraum gab es im Jahresvergleich demnach 35 Prozent weniger Gäste und 27,4 Prozent weniger Übernachtungen. Besonders hart traf es demnach Hotels und Gruppenunterkünfte wie Jugendherbergen. Campingplätze kamen dagegen mit einem Minus von 4,5 Prozent noch glimpflich davon.

Großstädte und Vogtland sind die großem Verlierer

Auch regional gab es große Unterschiede. So lag das Übernachtungsminus im Lausitzer Seenland bis zum Herbst den Angaben zufolge nur bei knapp vier Prozent. Die Region profitierte nach Verbandsangaben von mehr inländischen Touristen, die vor allem Campen und Radfahren wollten. Die Sächsische Schweiz meldete gut acht Prozent weniger Urlaubsübernachtungen, das Erzgebirge 23 Prozent.

Geierswalder See
Das Lausitzer Seenland konnte noch vergleichsweise viele Touristen anlocken. Bildrechte: LMBV/Peter Radke

Richtig hart getroffen hat es dagegen die Städte mit ihrem großen Anteil an Geschäftstouristen: Ausgefallene Kongresse, Events, Messen und Tagungen trugen erheblich dazu bei, dass beispielsweise in Leipzig und Chemnitz die Übernachtungszahlen laut Tourismusverband um gut 38 Prozent einbrachen. Geradezu katastrophal sieht es nach Angaben des regionalen Verbandes im Vogtland aus: 60 bis 70 Prozent weniger Übernachtungen werden es im Gesamtjahr sein.

Strohhalm Zukunft

Der zweite Lockdown könnte auch vielen Tourismusbetrieben in Sachsen finanziell das Genick brechen, befürchtet der Landesverband. Zudem erwarten Experten auch für das kommende Jahr für den gesamten Reisemarkt keine stabile Entwicklung. Aber sie gehen zumindest davon aus, dass die Nachfrage im Inland schneller wieder anzieht als im Ausland.

"Sicheres Reisen" steht nach Ansicht von LTV-Präsident Rolf Keil im Mittelpunkt - am besten mit dem eigenen Auto. Er ruft deshalb dazu auf, "nach vorn zu denken". Und Keil appelliert an die Politik, den Geldhahn für Ausgleichs- und Fördermaßnahmen nicht zu schließen. Tourismusministerin Barbara Klepsch sicherte entsprechende Hilfe zu. Es gebe "einen engen Austausch, um für den Tourismus die notwendige finanzielle Unterstützung zu ermöglichen."

Der Aktivtourismus mit Naturerlebnissen, zwischen Ruhe und Abenteuer, ist im Aufwind. Es wird nach der Krise neue Chancen für Leben und Arbeiten im ländlichen Raum geben.

Rolf Keil Präsident des Landestourismusverbandes Sachsen

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.12.2020 | 21:00 Uhr in den Nachrichten

6 Kommentare

Eulenspiegel vor 29 Wochen

Hallo Maiki
Darüber lachen kann ich auch nicht. Ich denke das kann wohl niemand.
Aber wo kommt ihre gewagte Theorie eigentlich her?
Also ich für meine Person sehe da kein Anlas für solche Theorien.
Ja die ganze Sache hat Auswirkungen. Ich denke aber unsere Regierung hat sehr viel dafür getan das möglichst viele Menschen nicht arbeitslos werden. Es kann also direkt nach der Aufhebung der Koronabeschränkungen wider in die Hände gespuckt werden.
Und dann brauchen wir nur noch ein bisschen Vertrauen in die Zukunft. Es wird nicht leicht aber es wird gehen.

lk2001 vor 29 Wochen

Im Moment sind die Impfungen nichts weiter wie teure Symbolpolitik. Es gab 185 Impfungen in Sachsen. Davon, man möge mir das Verzeihen, reichlich an Menschen die kaum bis überhaupt nicht mehr am Leben Teilnehmen können. Ich darf das sagen, ich kümmere mich selber um so jemanden. Die Impfungen werden nichts besser machen in den nächsten 2 Monaten. Jedenfalls wenn unsere Chaos Landesregierung so weiter macht. Mit etwas Spucke hätte man mit Maßnahmen wenigstens etwas Freude verbreiten können. Mit Staffelungen der Besuche im Schnee z.B. . Ich halte mich an die Regeln und bin mittlerweile tief gefrustet über die völlig Sinnlos verbrachte Zeit. Ich gehe davon aus das ich die Versager nicht vergessen werde bis zur nächsten Wahl. Unser MP hatte eine einmalige Chance, er hat sie nicht genutzt.

mattotaupa vor 29 Wochen

"Ich kann darüber nicht mehr lachen." die verstorbenen und erkrankten auch nicht. "Gewagte Theorie: Stellt euch vor" ja, sehr gewagt. die einen haben uns angekündigt ne 90+% wirksame impfung zu verabreichen, andere haben erzählt bill gates chippt uns und wieder andere haben corona bereits für beendet erklärt (nur vergessen dem virus auch bescheid zu sagen) und nun kommen sie mit placebo. wie sollen placebos die wirksamkeit von 90+% aus den impfstoffstudien erreichen? wollen sie sagen, daß das ne verschwörung mit über 100.000 eingeweihten ist und keiner davon was erzählt? ernsthaft?

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