Corona-Pandemie Geldanreize für Impfpersonal in Sachsen, 300 Stellen für Kinder-Impfungen

Zwei Wochen später als ursprünglich geplant haben sich die Kabinette von Bayern und Sachsen zu einer virtuellen Sitzung getroffen. Im Zentrum stand der Kampf gegen Corona, auch vor dem Hintergrund der neuen Omikron-Variante. Ministerpräsident Kretschmer kündigte noch mehr Anstrengungen beim Impfen in Sachsen an. Auch die Kinderimpfungen sollen starten. Doch dabei gibt es offenbar Unstimmigkeiten zwischen den Behörden.

Sachsen will das Corona-Impfen zwischen den Feiertagen massiv fortsetzen und Ärzte dafür zusätzlich honorieren. Zwischen Weihnachten und Neujahr dürfe es keine Abbruch in der Impfkampagne geben, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer nach einer gemeinsamen Kabinettssitzung mit Bayern. Eine höhere Vergütung der Impfärzte solle Anreize dafür schaffen.

Laut Sozialministerium Sachsen sollen Ärztinnen und Ärzte in den mobilen Impfteams und Impfstellen vom 27. - 30.12. einen Zuschlag von 50 Euro pro Stunde erhalten können, das sonstige medizinische Personal 20 Euro pro Stunde mehr. Das Verfahren werde noch mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen geprüft.

Kretschmer: "Licht am Ende des Tunnels"

Kretschmer sprach trotz der leicht gesunkenen Wochen-Inzidenz in Sachsen von einer angespannten Situation in Freistaat. Die Krankenhäuser seien weiter im Notbetrieb. Die Region Südwestsachsen habe am Montag den Höchststand der Corona-Patienten in der Pandemie gemeldet. Dennoch zeigte er sich vorsichtig optimistisch:

MP Kretschmer sitzt an einem Konferenztisch, daneben ist auf einem Bildschirm eine Sitzung zu sehen
Pandemiebedingt fand das Treffen virtuell statt. Bildrechte: Tino Plunert

Die Prognose für die Belastung mit den Intensivbetten in den Krankenhäusern ist für die nächsten zehn Tage rückläufig. Und insofern kann man - wenn man möchte - jetzt auch ein Licht am Ende des Tunnels sehen, auf das wir gemeinsam zuarbeiten können.

Michael Kretschmer (CDU) Ministerpräsident von Sachsen

Das Ende der Pandemie gehe nur mit dem Impfen, ermutigte Kretschmer erneut diejenigen, die sich bisher nicht dafür entschieden haben.

Kinder-Impfungen an knapp 300 Stellen

Noch in dieser Woche will Sachsen damit beginnen, Kinder und Jugendliche zwischen fünf und elf Jahren gegen das Coronavirus zu impfen. Beteiligt seien 277 niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte sowie bislang 20 Kinderkliniken, teilte das sächsische Sozialministerium mit. Damit solle eine möglichst kindgerechte Impfung sichergestellt werden.

Zum Auftakt ist an diesem Sonnabend ein Kinder-Impftag in den Impfzentren Dresden und Leipzig sowie dem Gesundheitsamt Chemnitz geplant. Termine würden für diesen Tag nicht vergeben, so das Ministerium. In den Weihnachtsferien soll dort vom 27. bis 30. Dezember täglich geimpft werden und ab dem 8. Januar jeden Sonnabend. Termine dafür könnten bis dahin über das zentrale Online-Portal gebucht werden. Es werde einen gesonderten Impfbereich mit Kinderärzten geben und pro Impfstelle voraussichtlich 200 Impfungen, hieß es weiter.

Chemnitzer OB kritisiert Sozialministerium

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze zeigte sich von den Aussagen aus dem Ministerium überrascht. "Es ist sehr verwirrend, aus einer Pressemitteilung des SMS zu erfahren, dass am kommenden Samstag in unserem Gesundheitsamt Impfungen für Kinder stattfinden sollen", so Schulze am Dienstagabend. "Unser Stand ist, dass es dazu morgen Gespräche zwischen den Fachleuten geben soll, um zu klären, ob und wie sie stattfinden können. Ein solches Vorpreschen aus dem Ministerium ist unnötig und trägt nicht zu einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bei." Schulze betonte, dass auch er das Beschleunigen der Impfkampagne unterstütze. Allerdings sollte das in einem geregelten Rahmen stattfinden.

Verabreicht wird laut Ministerium ein spezieller Kinderimpfstoff von Biontech/Pfizer. Bestellt seien für Sachsen 20.000 Impfdosen, die im Laufe der Woche eintreffen sollen. Einige erste Impfungen wurden laut Ministerium bereits realisiert.

Söder fordert gemeinsame Strategie gegen Omikron

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder forderte eine weitere zeitnahe Konferenz von Bund und Ländern, um die Corona-Variante Omikron zu bekämpfen. "Wir brauchen für Omikron einheitliche nationale Regeln", sagte der CSU-Chef. Sofern keine Ministerpräsidentenkonferenz mehr vor Weihnachten möglich sei, halte er eine Terminansetzung "sehr früh im Januar" für wichtig, betonte Söder. Omikron sei "auf jeden Fall ansteckender" als die derzeitige Welle mit der Delta-Variante des Coronavirus.

Bund und Länder dürften im Kampf gegen die Pandemie nicht mehr nur auf die Infektionswellen reagieren, sondern müssten auch gemeinsame Ideen entwickeln. Dazu gehöre etwa eine einheitliche Impfstrategie. In dem Zusammenhang sprach sich Söder erneut für die Impfpflicht aus: "Wir brauchen die Impfpflicht so oder so."

Sachsen und Bayern erklärten, gemeinsam die Corona-Forschung vorantreiben zu wollen. Im Forschungsnetz SARS-CoV-2 sollen länderübergreifende Projekte zusammengeführt werden, um vor allem die Langzeitfolgen von Covid-19 besser zu verstehen und behandeln zu können.

Quelle: MDR (kb)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 14. Dezember 2021 | 15:00 Uhr

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