Arbeitswelt Geteilte Meinung über Verkürzung der Quarantäne in Sachsen

Sachsen verkürzt die Quarantäne bei einer Corona-Infektion. Die Wirtschaft blickt mit gemischten Gefühlen auf die Lockerungen. Der DGB warnt vor Infektionen am Arbeitsplatz, Unternehmen dagegen sind erleichtert. Sie setzen unter anderem auf die Eigenverantwortung der Mitarbeitenden.

Ein Schild «Eine Maskenpflicht besteht nicht mehr! Wir empfehlen aber das Tragen einer FFP2-Maske und die Einhaltung der AHA-Regeln!» hängt an der Eingangstür vom Theater am Aegi.
Nach dem Wegfall der Maskenpflicht in vielen Bereichen verkürzt Sachsen nun auch die Quarantäne nach einer Corona-Infektionen auf fünf Tage. Bildrechte: dpa

Es wird Frühling – Winter Ade. Damit lässt auch das Niesen und Husten nach. Ein Grund für Sachsens Sozialministerin Petra Köpping, die Corona-Quarantäneregeln ab Montag deutlich zu lockern. Die Gedanken der Ministerin dahinter: Wärmere Temperaturen bedeuten mehr Zeit im Freien, der Infektionsdruck sinkt. Dazu: mildere Krankheitsverläufe dank Omikron, Infektionszahlen und Bettenbelegung sinken. Also alles richtig gemacht oder verbreitet sich das Virus demnächst wieder sprunghaft an den Arbeitsplätzen?

DGB befürchtet Infektionen am Arbeitsplatz

Markus Schlimbach, Vorsitzender des DGB-Sachsen, hat kein gutes Gefühl angesichts der Lockerungen. Er habe Sorge: "dass damit Infektionen in die Betriebe getragen werden und sich damit Infektionen noch schneller ausbreiten. Wir würden da schon eher auf Sicherheit setzen."

Wirtschaft hält Lockerungen für richtigen Schritt

Diese Vorsicht braucht es aus Sicht von Thomas Hofmann, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Leipzig, nicht mehr. Er rät, die Lage genau zu beobachten – begrüße aber alle Schritte, die Wirtschaft und Gesellschaft wieder zur Normalität brächten.

Zwar müsse man einen Blick auf die Inzidenz und die Belegung der Intensivbetten bewahren: "Aber ich denke, nach zwei Jahren Pandemie sind auch die entsprechenden Beobachtungs- und Berechnungsmodelle so weit gefestigt, dass man relativ schnell reagieren kann, wenn es sich doch wieder in eine andere Richtung bewegen sollte. Im Moment haben wir stabile Verhältnisse, sodass ich denke, dass das die richtigen Schritte zum richtigen Zeitpunkt sind", findet Hofmann.

Arbeitgeber setzen auf Eigenverantwortung

Diese Meinung vertritt auch Lars Schaller, Chef des Unternehmerverbands Sachsen, Geschäftsstelle Leipzig: "Denn die Bettenbelegung in den Kliniken, gerade auf den Intensivstationen, geben diese neuen Quarantäneregeln auf jeden Fall her. Natürlich sehen wir auch die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger bei der Beachtung der Hygiene- und Quarantäneregeln. Ich glaube aber, da haben wir über die letzten zwei Jahre sehr viel gelernt."

Stichwort Eigenverantwortung. Die ist auch aus Sicht von Christine Putzler-Uhlig, Chefin des kommunalen Arbeitgeberverbandes Sachsen, jetzt gefragt: "Die Beschäftigten im kommunalen öffentlichen Dienst haben sehr verantwortungsvoll gehandelt und das werden sie auch mit der Verkürzung der Quarantäne tun."

Löbauer Unternehmer setzt weiter auf Masken

Stefan Jakschik ist gemeinsam mit seinem Bruder für 130 Mitarbeitende der Umwelt und Lufttechnik AG in Löbau verantwortlich. Dass sich niemand infiziert, sei ihnen extrem wichtig: "Deswegen setzen wir in einigen Bereichen immer noch auf Masken. Besonders, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können oder sich viele Menschen in einem Raum befinden."

Trotzdem findet auch er die neuen Regeln richtig: "Die sind natürlich lockerer als die bisherigen Regelungen, decken sich in unserem Betrieb aber auch mit unseren Erfahrungen, wie Krankheitsverläufe in den allermeisten Fällen sind", erzählt Jakschik. Sprich: Leichtere Krankheitsverläufe und die Kollegen seien schneller wieder fit als in vorherigen Wellen.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. April 2022 | 06:00 Uhr

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