Meldungen am Dienstag Corona-Ticker Sachsen am 08.12.: Handelsverband Sachsen kritisiert Lockdown-Pläne

Von Montag bis Freitag halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

20:42 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle beenden wir den Coronaticker aus Sachsen für heute. Wir bedanken uns fürs Lesen und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Am Dienstag sind wir an gleicher Stelle für Sie da. Bleiben Sie gesund.

20:06 Uhr | Handelsverband Sachsen kritisiert Lockdown-Pläne

Der Handelsverband Sachsen hat die Ankündigung, die Geschäfte außerhalb der Lebensmittelbranche ab kommenden Montag, während des Weihnachtsgeschäfts, zu schließen, scharf kritisiert. Es sei unverständlich, dass die Sächsische Staatsregierung den ohnehin bereits stark von der Krise betroffenen Non-Food-Einzelhandel nach dem Frühjahr erneut in den Lockdown schicken will, sagte René Glaser, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen. Eine Schließung des Einzelhandels setze an der falschen Stelle an, er trete nicht als Infektionsherd in Erscheinung.

Der zweite Lockdown werde ohne finanziellen Ausgleich das endgültige Aus für zahlreiche Unternehmen und Arbeitsplätze bedeuten. "Unsere unmissverständliche Forderung an die Politik ist es jetzt, den Einzelhandel im gleichen Umfang wie die Gastronomie zu unterstützen. Der Handelsverband Sachsen erwartet daher, dass die staatlichen Hilfen selbstverständlich auch für die geschlossenen Einzelhandelsgeschäfte greifen", so Glaser.

19:28 Uhr | Ordnungsamt und Polizei lösen Ansammlung in Leipzig auf

Das Ordnungsamt hat mit Hilfe der Polizei am Montagabend eine Ansammlung von 20 bis 30 Personen im Leipziger Stadtteil Connewitz aufgelöst. Die Personen standen in 10er-Gruppen vor einem Kiosk und nahmen Speisen zu sich, teilte die Polizei am Dienstag mit. Dabei seien teilweise keine Mindestabstände eingehalten worden. Das Ordnungsamt habe Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die Sächsische Corona-Schutz-Verordnung gefertigt und Platzverweise ausgesprochen, hieß es.

18:59 Uhr | Insgesamt 2.286 Neuinfektionen in Sachsen am Dienstag

Am Dienstag haben die Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen insgesamt 2.286 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit liegt die Zahl der aktiven Fälle bei 26.126. Im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion sind den Angaben zufolge seit gestern 53 Menschen gestorben. Damit gibt es seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.392 Todesfälle in Sachsen.

Die 7-Tage Inzidenz im Landkreis Bautzen erreichte mit 534 den höchsten Wert im Freistaat, gefolgt vom Landkreis Zwickau mit einem Wert von 526. In insgesamt sechs Landkreisen liegt die Inzidenz bei über 400. Laut sächsischem Sozialministerium werden in den sächsischen Kliniken derzeit 2.626 Patienten mit einer Covid-19-Infektion behandelt. Davon 470 auf der Intensivstation.

18:39 Uhr | Verschärfte Regeln im Landkreis Görlitz ab Donnerstag

Im Landkreis Görlitz gelten ab Donnerstag verschärfte Corona-Maßnahmen. Das hat Landrat Bernd Lange mit Hinblick auf die steigenden Corona-Zahlen angekündigt. Ab Donnerstag ist demnach das Trinken von Alkohol im öffentlichen Raum verboten. Außerdem soll eine Mund-Nasenbedeckung im gesamten öffentlichen Raum Pflicht sein. Versammlungen sind auf höchstens 25 Personen und maximal eine Stunde begrenzt. Beim Verlassen der Wohnung zwischen 22 und 6 Uhr muss ein triftiger Grund vorliegen. Wer einen Angehörigen im Pflegeheim besuchen möchte, muss einen negativen Corona-Test vorweisen, oder wenn möglich, einen Schnelltest vor Ort machen. Geschäfte im Landkreis bleiben zumindest bis zum Wochenende geöffnet.

18:11 Uhr | Reaktionen auf Lockdown-Ankündigung

Um die Corona-Infektionen in Sachsen einzudämmen, will die Staatsregierung ab 14. Dezember den Lockdown verschärfen. Wie reagieren die Menschen in Sachsen auf die neuen Beschränkungen?

17:45 Uhr | Bildungsverband zeigt Verständnis für Schulschließungen

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) hat Verständnis für die angekündigten flächendeckenden Schulschließungen in Sachsen geäußert. Die Zahl der Neuinfektionen im Freistaat sei bedenklich hoch, sagte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann am Dienstag. Die Entscheidung, das öffentliche Leben herunterzufahren und auch die Schulen zu schließen, sei daher nachvollziehbar. "Richtig ist, dies jetzt anzukündigen und den Schritt erst am Montag zu vollziehen. Die Schulleitungen und Lehrkräfte brauchen noch Zeit, um das zu organisieren", so Beckmann.

17:32 Uhr | Ordnungsamt Dresden untersagt Demonstration am Sonnabend

Das Ordnungsamt Dresden hat die für den 12. Dezember von Corona-Kritikern geplante Querdenker-Demo untersagt. Das Verbot wurde aufgrund der zu erwartenden hohen Teilnehmerzahl und Gefährdung der öffentlichen Sicherheit vor dem Hintergrund der Pandemiesituation ausgesprochen, teilte die Versammlungsbehörde der Landeshauptstadt mit.

Die Erfahrungen der vergangenen Demonstrationen hätten gezeigt, dass seitens der Querdenker die Abstandsgebote nicht eingehalten werden. Auch die Maskenpflicht werde nicht befolgt. Man befürchte ein Superspreader-Event mit schwerwiegenden Folgen.

Die Initiative "Querdenken351" hatte am Sonnabend auf der Cockerwiese eine Demonstration geplant. Vom Verbot betroffen sind laut Ordnungsamt auch alle Ersatzveranstaltungen an diesem Wochenende.

17:01 Uhr | Weitere Spieler beim FSV Zwickau positiv getestet

Bei Fußball-Drittligist FSV Zwickau sind drei weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Verein am Dienstag mitteilte, wurde für die betreffenden Akteure eine erneute Quarantäne von mindestens zehn Tagen angeordnet. Unterdessen konnten im Rahmen der Arbeitsquarantäne die ersten Zwickauer Spieler am Dienstag wieder das Training in Kleingruppen aufnehmen. Dabei handelt es sich um die Kontaktpersonen der in der vergangenen Woche positiv getesteten Profis.

16:50 Uhr | Einzelhandel reagiert mit Unverständnis auf Lockdown-Ankündigung

Der Einzelhandel in Sachsen hat mit Unverständnis auf die weitere Verschärfung des Lockdowns in Sachsen reagiert. Durch das verlorengegangene Weihnachtsgeschäft würden viele Einzelhändler in ihrer Existenz bedroht, sagte der Präsident des Einzelhandelsverbandes Sachsen, Joachim Otto. "Natürlich verstehen wir die Sorge, aber die Zahlen sind in der Seitwärtsbewegung. Es ist wirklich nachgewiesen - von ganz wertneutralen Instituten - dass der Handel nicht der Corona-Treiber ist", so Otto.

16:28 Uhr | Dynamo Dresden verkauft Geistertickets für Pokalspiel

Fußball-Drittligist Dynamo Dresden plant für das Zweitrundenspiel im DFB-Pokal am 22. Dezember gegen SV Darmstadt 98 den symbolischen Verkauf von Eintrittskarten. Man wolle innerhalb von 14 Tagen symbolisch 30.000 Geistertickets verkaufen, sagte Dynamos Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus. "Darüber hinaus hat die 'Geisterticket-Aktion 2020' natürlich auch das Ziel, die gravierenden finanziellen Verluste für den Verein zumindest etwas aufzufangen", so Kabus.

Für die aktuelle Spielzeit plant Dynamo auch aufgrund fehlender Zuschauereinnahmen mit einem Gesamtverlust von bis zu sechs Millionen Euro.

Geisterstadion
Bildrechte: imago images / Hentschel

15:49 Uhr | Stadtverwaltung Bautzen ab Mittwoch geschlossen

Die Stadtverwaltung Bautzen schließt ab Mittwoch alle Ämter für Besucher. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt sind bereits in Quarantäne oder müssen krankheitsbedingt zu Hause bleiben, die Schließung sei deshalb unausweichlich, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Ämter blieben vorerst bis Mitte Januar zu. Der Betrieb der Stadtverwaltung laufe aber weiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien per Telefon oder E-Mail erreichbar.

15:38 Uhr | Steuerausfälle sollen mit neuen Krediten ausgeglichen werden

Die sächsische Staatsregierung hat den Entwurf für den Doppelhaushalt 2021/2022 beschlossen. Demnach mussten für einen ausgeglichenen Haushalt Kredite aufgenommen werden. Grund sei die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Steuerausfälle. Allerdings seien ausschließlich neue Schulden geplant, die die Steuerausfälle abdeckten.

15:23 Uhr | Quarantäne für Lausitzer Füchse beendet

Die knapp 14-tägige Quarantäne für alle Spieler der Lausitzer Füchse ist beendet. Die entsprechend durchgeführten Corona-Tests waren bei allen Spielern negativ, teilte der Verein mit. Alle positiv getesteten Spieler müssen sich nun noch einem medizinischen Check unterziehen. Aufgrund von Kapazitätsengpässen mussten die Eishockeyspieler für die Checks auf Arztpraxen in Vetschau und Cottbus ausweichen.

15:02 Uhr | Kommunen im Elbland: Glühwein-Ausschank trotz Corona-Schutzverordnung

Nach Einschätzung des Landratsamts in Meißen ist Glühwein-Ausschank laut Sächsischer Corona-Schutzverordnung in diesem Jahr nicht möglich. Einige Kommunen sehen das anders und verweisen auf die aktuelle Allgemeinverfügung des Kreises. Das Gesundheitsministerium will die Frage nicht kommentieren und spielt den Ball ans Landratsamt.

13:50 Uhr | Sachsen verschärft Lockdown ab Montag

Sachsen wird am 14. Dezember die Corona-Maßnahmen weiter verschärfen. Damit solle auf stark steigende Infektionszahlen reagiert werden, kündigte die Regierung am Dienstag an. Schulen, Kitas und viele Geschäfte sollen ab Montag schließen. Geschäfte und Dienstleistungen für den Grundbedarf bleiben davon ausgenommen. Für Schülerinnen und Schüler soll es bis Ferienbeginn eine "häusliche Lernzeit" geben. Im gesamten öffentlichen Raum werde außerdem eine Maskenpflicht eingeführt. In den Kommunen und Städten sollen dafür die Kontrollen durch die Landespolizei verschärft werden. Auch die Grenzkontrollen zu Tschechien und Polen werden verstärkt. Die Maßnahmen sind bis zum 10. Januar vorgesehen.

"Wir müssen dieses Land zur Ruhe bringen", sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer. Man habe es anders probiert, müsse aber jetzt beherzt handeln. Kretschmer habe das Sozialministerium beauftragt, eine Kabinettsvorlage zu verfassen, die am Freitag beschlossen werden soll.

12:13 Uhr | Mittelsachsen veröffentlicht keine Ortsdaten zu Corona-Fällen

Der Landkreis Mittelsachsen veröffentlicht weiterhin keine Corona-Daten von einzelnen Kommunen. Ein Kreissprecher sagte: "Wir haben immer noch Kommunen, in denen es nur geringe Fallzahlen gibt. Durch diese geringe Fallzahl könnte es Rückschlüsse zu einzelnen Personen geben." Es gehe in erster Linie um die Wahrung der Persönlichkeitsrechte. "Zudem sehen wir die ärztliche Schweigepflicht tangiert und deshalb Grenzen in der Kommunikation", so der Sprecher.

Aufgeschlüsselt werden die Zahlen hingegen nach den Altkreisen Freiberg, Mittweida und Döbeln. Diese Zahlen werden täglich auf der Internetseite des Landkreises veröffentlicht.

11:36 Uhr | 80 Prozent der Musikschüler nutzen Onlineunterricht

Der Onlineunterricht an der Kreismusikschule Bautzen wird gut angenommen. Direktorin Charlotte Garnys sagte, etwa 80 Prozent der Schülerinnen und Schüler nutzten diesen Service für den Einzelunterricht. Seit Anfang der Woche dürfen die Schüler der Kreismusikschule nur noch online unterrichtet werden. Alle Unterrichtsstätten wurden wegen des Infektionsgeschehens im Landkreis wieder geschlossen.

11:01 Uhr | Trotz Corona vorerst weniger Firmenpleiten in Sachsen

Die Zahl der Firmenpleiten in Sachsen ist trotz der Corona-Krise deutlich zurückgegangen. Das geht aus der jährlichen Schätzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform hervor, die heute vorgestellt wurde. Demnach lag die Insolvenzquote - also die Zahl der Pleiten pro 10.000 Unternehmen - im Freistaat in diesem Jahr bei 42. Im Vorjahr lag sie noch bei 49.

Der deutliche Rückgang bei den Firmenpleiten täusche jedoch "über die wirkliche Situation der Unternehmen hinweg", hieß es weiter. Staatliche Hilfsgelder und Erleichterungen im Insolvenzrecht entspannten demnach die Lage 2020. "Insbesondere für Gastronomie, Einzelhandel oder die Messe-, Reise- und Veranstaltungsbranche hat die Rezession massive Auswirkungen auf die Liquiditäts- und Finanzlage. Das wird sich ab dem kommenden Jahr dann in den Insolvenzzahlen niederschlagen", prognostiziert Creditreform.

10:31 Uhr | Sächsisches OVG bestätigt Maskenpflicht an Schulen

Das sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat die Maskenpflicht wegen Corona in Schulen bestätigt. Die Richter lehnten es in dem Eilverfahren ab, die Vorschrift zum Tragen einer Maske beim Aufenthalt in Schulgebäuden, auf dem Gelände von Schulen sowie bei schulischen Veranstaltungen bis zur Klärung im Hauptverfahren außer Vollzug zu setzen, wie das OVG soeben mitteilte.

Ausnahmen gelten für jüngere Schüler, bestimmten Unterricht mit Förderschwerpunkten und bei der Aufnahme von Speisen und Getränken im Schulgebäude. Der sächsischen Corona-Schutzverordnung liege ein bundes- und landesweit abgestimmtes, umfassendes Schutzkonzept zugrunde, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

10:21 Uhr | Kirchenmusiker gehen in Corona neue Wege

Durch die Corona-Pandemie sind Weihnachtskonzerte und adventliche Veranstaltungen in diesem Jahr abgesagt worden. Die Kirchenbezirke in Dresden wollen trotz Einschränkungen bei Gottesdiensten oder in Gesundheitseinrichtungen spielen. Superintendent Christian Behr sagte MDR SACHSEN: "Wir gehen zu den Altenheimen und Krankenhäusern und musizieren." Vespern sollen nach draußen verlegt werden. "Da haben wir zwar keine Orgel, aber da hat man wenigstens miteinander gesungen und nimmt das im Herzen mit nach Hause", ist sich Behr sicher.

09:46 Uhr | Chemnitzer OB Schulze fordert weitere Kontaktbeschränkungen

Da die Corona-Zahlen immer noch steigen, hat sich der neue Oberbürgermeister Sven Schulze jetzt mit einer Videobotschaft an die Chemnitzer gewandt. Seine Bitte: Alle sollen ihre Kontakte auf ein Minimum herunterfahren, Abstände einhalten und die Masken richtig tragen - also über Mund und Nase.

Schulze kündigte strengere Maßnahmen gegen die Pandemie an. Dazu arbeite die Stadtverwaltung eng mit dem Land zusammen.

09:18 Uhr | Mittelsachsen sucht freiwillige Helfer für Pflegeheime

Der Landkreis Mittelsachsen sucht Freiwillige, die bei Bedarf in Pflegeheimen aushelfen. Landrat Matthias Damm sagte, die personelle Lage in den Heimen sei sehr angespannt. Man wolle daher einen Helferpool aufbauen. Gesucht würden Menschen mit Kenntnissen in einem pflegerischen, medizinischen oder sozialen Berufsfeld. Sie könnten sich direkt im Landratsamt melden. Der Landkreis werde bei Bedarf an die Träger der Einrichtungen vermitteln.

08:14 Uhr | Polizei ahndet in Ostsachsen 176 Corona-Verstöße

In den vergangenen Tagen hat die Polizei in den Landkreisen Bautzen und Görlitz vielerorts die Einhaltung der Corona-Schutzverordnung kontrolliert. Die Streifenbeamten haben dabei insgesamt 176 Verstöße festgestellt. Allein von Sonntag zu Montag schrieben die Beamten 80 Anzeigen.

07:34 Uhr | Sorbischer Ostereiermarkt abgesagt

Der sorbische Ostereiermarkt in Bautzen wird im kommenden Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Dies teilt die Domowina mit. Der Traditionsmarkt war für Ende Februar im Haus der Sorben geplant. Der Wettbewerb um das schönste Osterei für Erwachsene und auch für Kinder und Jugendliche wird aber stattfinden.

07:09 Uhr | Krankenhausgesellschaft fordert Corona-Geld für kleinere Kliniken

Ein Intensivbett auf einer Intensivstation der Uniklinik Dresden. Links neben dem Bett steht eine Herz-Lungen-Maschine, oben befinden sich die ܜberwachungsmonitore für die Vitalfunktionen. Rechts neben dem Bett steht ein Beatmungsgerät und Infusionstechnik.
Intensivbett in einer Klinik Bildrechte: dpa

Die Krankenhausgesellschaft Sachsen kritisiert die derzeitige Regelung für Corona-Zahlungen an Krankenhäuser. Vize-Geschäftsführer Friedrich München sagte dem MDR, Freihaltepauschalen müsse es auch für kleinere Krankenhäuser geben, um die Versorgungsrealität abzubilden.

Die Entschädigung wird gezahlt, wenn Kliniken Intensivbetten für Covid-19-Patienten freihalten. Dafür müssen jedoch mehrere Kriterien erfüllt sein. Unter anderem muss das Haus mindestens die Notfallstufe 2 abdecken, also ein sogenannter Schwerpunktversorger sein. Dazu erklärte München, hinter der jetzigen Regelung stehe der Denkfehler, dass alle Covid-19-Patienten in großen Krankenhäusern behandelt werden sollten. In der Realität seien die großen Häuser jedoch auf kleine Kliniken angewiesen.

07:00 Uhr | SPD und Grüne auf Koalitionslinie für Corona-Verschärfungen

In Sachsen sehen SPD und Grüne derzeit keinen Grund, den Katastrophenfall wie in Bayern auszurufen. Sie folgen damit einer Einschätzung von Ministerpräsident Michael Kretschmer. SPD-Fraktionschef Dirk Panter räumte allerdings im Gespräch mit dem MDR ein, die Lage sei schwierig. Deshalb solle man auch nie "nie" sagen. Sachsen müsse zumindest bei den Maßnahmen nachsteuern.

Auch die Grünen teilten mit, um weitere Einschränkungen komme man nicht herum. Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt brachte Ausgangssperren und weniger Präsenzunterricht ins Gespräch. Die AfD lehnt weitere Beschränkungen ab und fordert einen besonderen Schutz für Risikogruppen.

06:36 Uhr | Schwach ausgelastete Reha-Kliniken bereit für Covid-19-Patienten

Die Corona-Pandemie hat in Sachsens Rehakliniken zu einem Rückgang der Behandlungen geführt. Die Belegung sei um fast 28 Prozent eingebrochen, teilte das Sozialministerium unter Verweis auf Daten der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland mit. Auch die Kliniken selbst bestätigen diesen Trend. Der Verband der Privatkliniken in Sachsen und Sachsen-Anhalt schätzt den aktuellen Rückgang auf rund 20 Prozent. Hauptgeschäftsführer Ingo Dörr sprach von keiner katastrophalen, aber sehr angespannten Stimmung an vielen sächsischen Rehakliniken.

Die Reha-Kliniken könnten schon bald helfen, Krankenhäuser bei der Versorgung von Covid-Patienten zu entlasten.

06:14 Uhr | Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit neuen Regeln für Heime

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat wegen der vielen Corona-Fälle eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Sie gilt ab heute 24 Uhr und bezieht sich auf Seniorenheime und Behinderteneinrichtungen. Landrat Michael Geisler sagte, der Besuch dieser Einrichtungen soll eingeschränkt werden: Besucher sollen nur noch mit einem negativen Corona-Test in Heime dürfen, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Wer diesen nicht hat, kann auch vor Ort getestet werden. Es werden Schnelltests zur Verfügung gestellt, ebenso Masken.

In den nächsten Tagen sollen auch alle Bewohner in den Heimen durchgetestet werden. "Dann wissen wir noch vor Weihnachten, wie die Lage genau ist", sagte der CDU-Politiker.

05:44 Uhr | Kretschmer: Weihnachtsruhe weit vor Heiligabend

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer will heute im Kabinett über neue und verschärfte Maßnahmen für die Adventszeit entscheiden. Dabei soll es um Schulen, Kitas, Pflegeheime und Teile des Handels gehen. "Wir werden in Sachsen eine Weihnachtsruhe haben - viel eher als am 24. Dezember", kündigte der CDU-Politiker in der MDR-Sendung "Fakt ist" aus Dresden gestern Abend an.

05:39 Uhr | Rentenversicherung weiter gut aufgestellt

Trotz der sich pandemiebedingt deutlich eingetrübten Konjunktur blickt die Rentenversicherung auf eine sichere und solide Finanzierung. Das sagte die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland, Susanne Wiedemeyer, auf der gestrigen virtuellen Informationsveranstaltung der Vertreterversammlung.

Das Ergebnis, so Wiedemeyer, sei so nicht erwartet worden. Allen Befürchtungen zum Trotz seien die Gesamteinnahmen der Rentenversicherung zum 31. Oktober gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres erneut gestiegen – auf 272,5 Milliarden Euro. Dies seien 6,5 Milliarden Euro mehr. "Erwartungsgemäß gestiegen seien aber auch die Ausgaben: Mit 280,2 Milliarden Euro sind das circa elf Milliarden Euro mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres", so Wiedemeyer.  

05:30 Uhr | Proteste von Gastronomen in Görlitz

Am Montagabend haben sich in Görlitz etliche Gastronomen auf dem Untermarkt versammelt. Mit Livemusik und leeren Stühlen protestierten sie - trotz hoher Infektionszahlen in der Region - gegen die Schließungen von Gaststätten und Hotels. Viele Gastronomen haben Geld in Hygienekonzepte investiert, doch weder November- noch die Dezemberhilfen seien bisher gekommen, beklagten sie.

Viele hätten durch den zweiten Lockdown keine Rücklagen mehr, berichtet Gastwirt Thomas Seliger. "Es ist nicht Sinn und Zweck der Sache, dass wir uns selbstständig gemacht haben, um unsere Ersparnisse oder Rücklagen aufzubrauchen. Nur weil die Bundesregierung mit unserem Geld bummelt", so Seliger.  

Auf einem Markplatz stehen leere Stühle
Bildrechte: Danilo Dittrich

05:08 Uhr | Mehrheit skeptisch gegenüber schneller Corona-Impfung

Die Mehrheit der befragten Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen steht einer schnellen Corona-Impfung skeptisch gegenüber. Das ergab eine aktuelle Umfrage des MDR-Meinungsbarometers "MDRfragt" und des MDR-Magazins "Umschau". 18 Prozent würde sich gar nicht gegen Corona impfen lassen, 40 Prozent nur dann, wenn Langzeitstudien vorliegen. 39 Prozent der Befragten gaben an, sich nach Markteinführung des Corona-Impfstoffes immunisieren zu lassen. Die Ergebnisse einer "MDRfragt"-Umfrage zur Impfbereitschaft aus dem Juni fielen ähnlich aus.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.12.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 08.12.2020 | 19:00 Uhr

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