Meldungen am Donnerstag Corona-Ticker Sachsen am 10.12.: Sachsen plant Ausgangssperren von 22 bis 6 Uhr

Von Montag bis Freitag halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Eine Frau mit Mund-Nasenschutz-Maske schaut sehnsüchtig aus dem Wohnzimmerfenster, innen brennen die Kerzen des Weihnachstbaumes.
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21:47 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle beenden wir den Coronaticker aus Sachsen für heute. Wir bedanken uns fürs Lesen und wünschen Ihnen einen schönen Abend. Am Freitag, dem Tag der Kabinettsentscheidungen, sind wir an gleicher Stelle für Sie da. Bleiben Sie gesund!

21:42 Uhr | Glockenklang als Ermutigung

Am Sonnabendabend sollen in vielen Orten der Region Meißen und Riesa die Glocken läuten - als Ermutigung in schwierigen Zeiten. In Brockwitz, Coswig, Niederau, Strehla, Weinböhla und umliegenden Gemeinden sollen die Kirchenglocken ab 20 Uhr ertönen. Die Aktion des Friedensläutens geht zurück auf eine Initiative von zwei Weinböhlaer Bürgern, die Einladungen an alle Kommunen im Landkreis Meißen verschickt hatten. Es soll für den Frieden in der Welt und insbesondere auch im eigenen Lebensumfeld geläutet werden.

21:20 Uhr | MDV stellt auf Ferienfahrpläne um

In den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen wird am Montag auf den Ferienfahrplan umgestellt. Anlässe sind die neue Corona-Schutzverordnung und der Lockdown, erklärte die Sprecherin des mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV), Juliane Vettermann. Im Stadtgebiet Leipzig gilt der Ferienfahrplan der LVB erst ab dem 23. Dezember. Die ausgedünnten Fahrpläne sollen dann bis zum 10. Januar 2021 gelten.

20:18 Uhr | In Tschechien wieder mehr Infektionen

In Sachsens Nachbarland Tschechien ist vor einer Woche der Lockdown gelockert worden. Die Menschen gehen wieder einkaufen und feiern in Kneipen und Gaststätten.Täglich infizieren sich bis zu 5.000 Menschen mit dem Coronavirus neu. Virologen warnen, dass die Zahlen noch weiter ansteigen werden. Tschechien hat mit die meisten Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19-Erkrankungen in ganz Europa.

19:20 Uhr | Sachsen plant Ausgangssperren von 22 bis 6 Uhr

In Sachsen sollen offenbar nächtliche Ausgangssperren verhängt werden, für die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr. Das soll in der neuen Coronaschutzverordnung beschlossen werden, die am Freitag vorgestellt wird. Ausgenommen ist der Weg zur Arbeit. Auch zu Weihnachten und Silvester soll es keine nächtliche Ausgangssperre geben. Ministerpräsident Michael Kretschmer verteidigte die Maßnahmen mit deutlichen Worten: "Mildere Mittel haben nicht gewirkt." Deswegen bleibe nun angesichts steigender Infektionszahlen nur "stringentes staatliches Handeln".

Die medizinische Versorgung ist nicht verhandelbar. Sachsen muss das jetzt durchziehen. Die Krankenhäuser sind voll. Jeder, der das sehen will, sieht das auch. Die anderen haben jetzt mal Sendepause.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

19:00 Uhr | Die Infektionslage in Sachsen

Der Landkreis Görlitz liegt mit einem einen Sieben-Tage-Inzidenzwert bei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern von 601 vor dem Landkreis Bautzen mit einem Wert von 560. In insgesamt sechs Landkreisen beträgt die Inzidenz mehr als 400.

Die Landkreise und Großstädte in Sachsen haben insgesamt 2.648 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das ist ein neuer Höchstwert für einen Donnerstag. Die meisten neuen Fälle gab es demnach in Dresden (445 Fälle) und im Landkreis Zwickau (364 Fälle).

Nach Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums werden derzeit 2.674 Erkrankte stationär mit einer Corona-Infektion behandelt. Davon benötigen 474 eine intensivmedizinische Betreuung. 61 Menschen sind seit gestern sachsenweit im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion gestorben.

18:17 Uhr | Inzidenzwert im Landkreis Görlitz über 600

Der Landkreis Görlitz hat am Donnerstag fast 600 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen vermeldet. Der Inzidenzwert liegt nach Angaben des Landratsamtes bei 599,86, nach MDR-eigenen Berechnungen liegt er schon leicht über 600 (Unterschied begründet sich mit unterschiedlich hohen zugrunde liegenden Einwohnerzahlen). So oder so: "Das ist der höchste jemals im Landkreis gemessene Wert", sagte eine Sprecherin am Donnerstag.

In den vergangenen sieben Tagen waren 1.516 Neuinfektionen registriert worden, allein am Mittwoch und Donnerstag jeweils mehr als 320. Derzeit werden in den Kliniken des Landkreises Görlitz 260 Menschen stationär behandelt, 31 davon intensivmedizinisch.

17:37 Uhr | Sachsens SPD verschiebt Landesparteitag

Die sächsische SPD verschiebt ihren geplanten Landesparteitag wegen der Corona-Pandemie von Ende Januar auf das letzte Aprilwochenende 2021. Dann soll die Parteispitze neu gewählt werden.

Es liegt in unser aller Verantwortung, auch über den 10. Januar hinaus Kontakte soweit wie möglich einzuschränken. Die Pandemie wird dann noch nicht vorbei sein.

Henning Homann Generalsekretär der sächsischen SPD

17:16 Uhr | Eltern in systemrelevanten Berufen sollen Notbetreuung beantragen

Eltern, die für ihre Kinder im neuen Lockdown eine Notbetreuung brauchen, können die ab sofort beantragen, teilten die Kommunen mit. Zwar werde die neue Coronaschutzverordnung erst am morgigen Freitag verabschiedet. Damit werde aber die Zeit zu knapp, damit sich Eltern noch die nötigen Bescheinigungen vom Arbeitgeber holen könnten, erklärte die Stadtverwaltung Plauen dazu.

Kitas und Schulen müssen in Sachsen ab Montag schließen. Eine Notbetreuung soll nur für einen eng begrenzten Kreis von Familien möglich sein. Die Regelungen sollen strenger sein als für die Notbetreuung im Frühjahr. Nur Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten, werden die Notbetreuung für ihre Kinder in Anspruch nehmen können. Dazu müssen beide Eltern einen Nachweis erbringen.

Das waren die systemrelevanten Berufe in Sachsen während des ersten Lockdowns.

16:32 Uhr | Chemnitzer Infektionsmediziner appelliert eindringlich

Der Chemnitzer Infektionsmediziner Thomas Grünewald hat eindringlich an alle Menschen appelliert, die Schutzmaßnahmen ernstzunehmen. Es sei bereits eine Minute vor 12. Eine ordentliche Versorgung der Patienten sei nur zu gewährleisten, wenn die Bevölkerung mithelfe:

Auch wenn Sie draußen nicht so viel davon sehen, seien Sie froh, dass es so ist. Wir möchten gar nicht die Situation erreichen, dass hier Lastwagen mit Särgen abfahren, das wollen wir alles gar nicht haben. Wir wollen unsere Patienten ordentlich versorgen können, dass unser Personal nicht ausgebrannt wird. Wir wollen ordentliche Medizin machen, so wie es Menschen hier in Deutschland gewohnt sind. Dazu brauchen wir die Mithilfe der Bevölkerung - jetzt umso mehr!

Thomas Grünewald Leiter der Klinik für Infektionsmedizin Klinikum Chemnitz

16:18 Uhr | Nach bundesweiter Mobilisierung erwartet Polizei Dresden Großeinsatz

Die Polizei Dresden bereitet sich auf einen Großeinsatz am Sonnabend vor. Trotz Verbotes will sich die sogenannte "Querdenker"-Szene an verschiedenen Orten in der Stadt versammeln. Es lägen für viele Plätze in der Innenstadt Versammlungsanzeigen vor. Im Netz werde bundesweit mobilisiert. Zudem werde der Sonnabend in der Hooliganszene Sachsens und in den Nachbarbundesländern und in europäischen Ländern beworben, teilte die Polizei mit.

Dresden steht ein Großeinsatz in seiner Dimension ähnlich der Einsätze rund um den 13. Februar bevor.

Jörg Kubiessa Polizeipräsident

Die Dresdner Polizei wird am Sonnabend von der sächsischen Bereitschaftspolizei, Einsatzkräften aus Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und der Bundespolizei unterstützt werden.

Unterdessen hat die Versammlungsbehörde der Stadt zwei weitere für Sonnabend angemeldete Versammlungen verboten. Beide gehörten zum "Kontext der Querdenken-Szene", teilte die Stadt mit. Einmal handelte es sich um einen Fahrzeugkorso, zum anderen um eine als Gottesdienst beworbene Veranstaltung. Die eigentliche sogenannte "Querdenken"-Demo war bereits verboten worden.

15:49 Uhr | Sachsen sollen im Lockdown nur wohnortnah einkaufen

Sachsen will Einkaufstouren seiner Bürger über die Landesgrenzen während des harten Lockdowns ab kommender Woche verhindern. Das bestätigte das Sozialministerium auf Anfrage von MDR SACHSEN. Derzeit sei geplant, das Einkaufen nur in einem Umkreis von 15 Kilometern um den Wohnort herum und ausschließlich innerhalb der Landesgrenzen zu gestatten. Die endgültige Regelung werde erst am Freitag feststehen, hieß es. Die benachbarten Bundesländer wurden laut Sozialministerium über die Pläne informiert.

Schaufenster eines Modegeschäfts zur Weihnachtszeit mit Sonderangeboten, Passant mit Schutzmaske in der Essener Innenstadt in Zeiten der Coronakrise beim zweiten Teil Lockdown
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14:41 Uhr | Kita-Träger-Verband kritisiert Kita-Schließungen

Der Bundesverband der Kindertagesstätten freier Träger kritisiert die mit dem harten Lockdown in Sachsen geplanten Kitaschließungen. Damit würden Kinder erneut zu Verlierern der Pandemie, obwohl sie erwiesenermaßen nicht die Infektionstreiber seien, sagte die Bundesvorsitzende des Verbands, Waltraud Weegmann. Kinder benötigten einen dauerhaften Zugang zu Bildung. Die Jüngsten unter ihnen hätten auch keine Möglichkeit, ihre Kontakte digital zu pflegen. Zudem müsse eine Betreuung in den Einrichtungen stattfinden, wenn Eltern weiterhin arbeiten sollen.

Aus dem ersten Lockdown wissen wir, dass die negativen Folgen der Kitaschließungen für Kinder immens waren.

Waltraud Weegmann Bundesverband der freien Kita-Träger

14:00 Uhr | Sachsen hat noch 112 Intensivbetten für Covid-Patienten frei

Trotz angespannter Lage in den Krankenhäusern in Sachsen gibt es noch ausreichend Intensivbetten, urteilt das sächsische Sozialministerium. Das hat am Mittwoch insgesamt 112 freie Betten zur intensivmedizinischen Versorgung von Covid-19-Patienten gemeldet bekommen. Mit Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen sei davon auszugehen, dass auch die Anzahl dieser Patienten in den Krankenhäusern zunächst weiter steigen werde.

Die Patientenverteilung und Kapazitätenauslastung koordinieren das Klinikum Chemnitz und die Unikliniken Leipzig und Dresden für Sachsen. Zeichnet sich ein Engpass ab, stockt das betreffende Krankenhaus zunächst selbst Kapazitäten auf, soweit das möglich ist. Zudem verteilen die Krankenhausleitstellen Patienten auf andere, aufnahmebereite, Krankenhäuser, hieß es.

12:30 Uhr | Busse und Bahnen im VVO auch im Lockdown ohne Einschränkungen

Die Unternehmen im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) fahren mit wenigen Ausnahmen auch im Lockdown planmäßig weiter. Damit stünden insbesondere auch für die An- und Abreise zur Notbetreuung ausreichend Kapazitäten zur Verfügung, erklärte der VVO. Regionalbusse würden nach Schulfahrplan verkehren, nur wenige rein Schülerbusse sollen entfallen. Auf der S-Bahn S3 zwischen Dresden und Tharandt entfallen den Angaben zufolge ab Montag die Verstärkerzüge in den morgendlichen und nachmittäglichen Hauptverkehrszeiten.

Auch die überwiegend für Ausflugs- und Schülerverkehr bestellten Dampfzüge der Lößnitzgrundbahn (Radebeul - Radeburg) und der Weißeritztalbahn (Freital-Hainsberg - Dippoldiswalde) sollen nach regulärem Fahrplan unterwegs sein. Ein Sprecher des VVO begründete dies damit, dass entsprechende Verkehrsverträge eingehalten werden müssten.

12:17 Uhr | Kretschmer: Verdummung mit Wissenschaft entgegentreten

Mahnungen und Vorschläge für Verhaltensregeln bringen keine Eindämmung der Corona-Pandemie, wenn Schulen und Geschäfte geöffnet bleiben. Das sagte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer gestern im Heute-Journal des ZDF. Deutlich wandte er sich gegen Corona-Leugner und verlangte:

Wir müssen der Verdummung in diesem Land entgegentreten, indem wir klar für wissenschaftliche Fakten argumentieren. Die Stimmen aus der Wissenschaft müssen stärker zur Geltung gebracht werden.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident

Auf die Frage, ob er den Mahnungen der Kanzlerin zu spät gefolgt sei, wich Kretschmer aus. Er verwahrte sich auch dagegen, einen Zusammenhang zwischen Corona-Hotspots in Sachsen und Hochburgen der AfD-Wähler zu interpretieren. Das sei eine Banalisierung.

11:25 Uhr | Waltersdorf bereitet sich trotz Lockdown auf mögliche Skisaison vor

Waltersdorf im Zittauer Gebirge bereitet sich trotz Corona-Lockdown auf eine mögliche Skisaison an der Lausche vor. Der Anfängerlift an der Rübezahlbaude ist gestern aufgebaut worden. Nun müssen die Anlagen nur noch vom TÜV abgenommen werden, sagte Wolfgang Kießlich von der gleichnamigen Skischule. Das werde in den nächsten Tagen erfolgen.

Weil allerdings unklar ist, wann aufgrund der Corona-Pandemie der Liftbetrieb beginnen kann, wird derzeit auf eine Beschneiung des Lauschehangs noch verzichtet.

10:35 Uhr | Hallenser Oberbürgermeister verlangt von Sachsen Umkreisbeschränkungen

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat angesichts des angekündigten Lockdowns konkretere Maßnahmen von Sachsen verlangt. Eine Möglichkeit sei, in der sächsischen Landesverordnung Umkreisbeschränkungen festzuschreiben, sagte Wiegand in einem Interview mit dem MDR. Wichtig sei, den Besucherverkehr zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt einzuschränken, um eine Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. In Halle gebe es derzeit noch "gute Zahlen".

Am Mittwoch lag die Inzidenz in der rund 240.000 Einwohner zählenden Stadt bei rund 122 Infizierten pro 100.000 Menschen innerhalb der vergangenen sieben Tage. Der Oberbürgermeister sprach sich allerdings gegen eine Kontrolle des Einreiseverkehrs nach Halle aus, solche gab es bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr.

Ich setze auf die Eigenverantwortung, auf die Vernunft der Menschen.

Bernd Wiegand | Oberbürgermeister von Halle/Saale

10:20 Uhr | Dresdner Friedenspreis für couragierte Ärztin aus Madrid

Die spanische Ärztin Cristina Marin Campos erhält den mit 10.000 Euro dotierten Dresden-Preis für ihr Engagement in der Corona-Krise. Der Friedenspreis wird von der Klaus-Tschira-Stiftung gefördert und dem Verein "Friends of Dresden" ausgelobt. Wie der Verein mitteilte, bekommt die 32 Jahre alte Marin Campos, Ärztin am Hospital Universitario de La Princesa in Madrid, den Preis stellvertretend für das medizinische Personal in aller Welt, das in der Corona-Krise Herausragendes leistet. Die Auszeichnung soll am 21. Februar bei einer Online-Präsentation verliehen werden.

Als die erste Pandemie-Welle im Frühjahr 2020 Spanien besonders hart traf, war auch das Krankenhaus von Christina Marin Campos überfüllt. Sie merkte schnell, dass die Kranken auf den abgeschotteten Stationen besonders unter der Isolation litten. Deshalb rief sie über die sozialen Medien die Bevölkerung auf, Briefe an Patientinnen und Patienten zu schicken. Schon am ersten Tag gingen 35.000 Briefe ein. Sie kamen von Kindern, von Menschen aus Altersheimen und selbst von Gefängnisinsassen.

09:14 Uhr | Thüringen offenbar keine Alternative für Einkaufstouristen

Das Land Sachsen schiebt einem möglichen Einkaufstourismus nach Thüringen einen Riegel vor. Wie Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte, ist laut sächsischem Sozialministerium in der neuen, ab Montag geltenden Verordnung geregelt, dass das Überschreiten von Bundes- und Landesgrenzen nicht mehr ohne triftigen Grund möglich ist. Unabhängig von der Entfernung sei es Bürgern dann nicht mehr gestattet, in Thüringen einzukaufen, hieß es. Wer das dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Das Sozialministerium in Dresden wollte die Angaben aus Thüringen zunächst nicht bestätigen.

Unabhängig von der Entfernung sei es Bürgern dann nicht mehr gestattet, in Thüringen einzukaufen, hieß es. Wer das dennoch tut, riskiert ein Bußgeld. Das Sozialministerium in Dresden wollte die Angaben aus Thüringen zunächst nicht bestätigen.

Thüringer Polizisten können laut Ramelow im Verdachtsfall die Personalien aufnehmen und an die zuständige sächsische Behörde melden. Ostthüringer Kommunen befürchten einen Ansturm von sächsischen Einkaufstouristen, wenn ab kommender Woche Sachsen in den Lockdown geht.

08:50 Uhr | Baugewerbe wächst trotz Pandemie

Das Bauhauptgewerbe in Deutschland hat sich in seinem Wachstumskurs von der Corona-Pandemie nicht bremsen lassen. Im September lagen die Umsätze zwei Prozent über dem Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt heute mitteilte. Auch die Zahl der Beschäftigten hat innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent zugelegt. Für die ersten neun Monate des Jahres können die Betriebe sogar ein Umsatzplus von 3,4 Prozent verbuchen. Die Zahl der Beschäftigten überstieg im Schnitt den Vorjahreswert um 1,5 Prozent.

In den ersten neun Monaten ging lediglich der Umsatz mit dem Bau von Straßen und Bahnstrecken leicht um 0,3 Prozent zurück. Alle anderen Bereiche liegen besser als im Vorjahreszeitraum. Herausragend waren dabei der Leitungstiefbau (+9,6 Prozent), Abbrucharbeiten (+9,3 Prozent) und das Zimmererhandwerk (+8,9 Prozent).

08:24 Uhr | Ansturm auf Geistertickets für Dresden gegen Darmstadt

Fußball-Drittligist Dynamo Dresden hat für das DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt bereits 17.500 sogenannte Geistertickets verkauft. Nach wenigen Stunden musste gestern der Verkauf im Dynamo-Fanshop am Stadion vorerst gestoppt werden, weil alle vorhandenen Tickets ausverkauft waren. Heute sollen wieder Karten erhältlich sein.

Dynamo hofft, bis zum Spiel am 22. Dezember insgesamt 30.000 Geistertickets zu verkaufen. Der Erlös soll die Verluste der Sportgemeinschaft Dynamo abfedern. Für die aktuelle Spielzeit rechnet der Verein unter anderem wegen fehlender Zuschauer mit einem Minus von bis zu sechs Millionen Euro.

08:04 Uhr | Bibliotheken in Dresden schließen und bieten Lieferservice

Die Städtischen Bibliotheken in Dresden sind ab Montag wegen der Corona-Pandemie geschlossen - zunächst bis zum 10. Januar. Auch die Rückgabeautomaten in der Bibliothek Neustadt und der Zentralbibliothek können in dieser Zeit nicht genutzt werden. Entliehene Medien werden bis mindestens zwei Wochen nach der Wiedereröffnung automatisch verlängert, teilte die Bibliothek mit.

Besitzer eines gültigen Bibliotheksausweises können sich in der Zeit vom 14. Dezember bis zum 10. Januar Medien nach Hause bestellen - für sechs Euro pro Lieferung. Auch die Sächsische Landesbibliothek in Dresden bleibt ab Montag geschlossen.

07:30 Uhr | FDP-Politiker kritisiert schleppende Auszahlung der Novemberhilfen

Der sächsische FDP-Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst hat die schleppende Auszahlung der Novemberhilfen des Bundes für Unternehmen in der Corona-Pandemie beklagt. "Auch in Sachsen (...) ist gerade einmal ein Bruchteil der beantragten Hilfsgelder ausgezahlt. Die Unternehmen, die um ihre Existenz und die gefährdeten Arbeitsplätze kämpfen, werden durch eine unglaublich schwerfällige Bürokratie im Regen stehen gelassen", sagte er.

Herbst hält es für "absolut inakzeptabel", dass es offenbar keine funktionierende Software gibt, um die Antragsflut auf Novemberhilfen zeitnah abzuarbeiten. Herbst hatte im Bundestag den Stand der Auszahlung erfragt. Demnach wurden in Sachsen mit Stand 7. Dezember 6.560 Anträge mit einem Volumen von insgesamt rund 86,5 Millionen Euro gestellt, aber nur knapp 13,8 Millionen Euro wurden bereits ausgezahlt.

07:20 Uhr | Polizei will in und um Leipzig stärker kontrollieren

Die Polizeidirektion Leipzig hat angekündigt, Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung in den Landkreisen um Leipzig und in der Stadt Leipzig konsequenter zu ahnden. Hintergrund seien die weiter steigenden Zahlen von Corona-Infizierten und die Todesfälle in diesem Zusammenhang, hieß es. Allein am Dienstag seien 156 Verstöße festgestellt und Ermahnungen ausgesprochen worden.

Nach der Ankündigung will es die Polizei offenbar in Zukunft nicht mehr bei Ermahnungen belassen. Die Corona-Schutzverordnung sieht Bußgelder je nach Verstoß ab 60 Euro vor.

07:05 Uhr | Oberlausitzer Händler verabschieden sich von Kunden vor Lockdown

Die Gewerbetreibenden in den Oberlausitzer Städten bereiten sich auf den Lockdown vor. So teilte der Aktionsring Görlitz mit, dass am Freitag und Sonnabend der Weihnachtsmann zum letzten Mal in diesem Jahr in der Innenstadt unterwegs sein wird.

In Weißwasser wollen die Händler vor der Schließung am Montag ihren Kunden noch einmal Gelegenheit für den Weihnachtseinkauf geben. Deshalb öffnen sie ihre Geschäfte am Sonnabend bis 18 Uhr. In Bautzen gibt die Stadtverwaltung allen Gewerbetreibenden die Möglichkeit, ihre aktuellen Angebote kostenlos über die Internetseite zu kommunizieren.

06:56 Uhr | Staatliche Museen und Theater bleiben bis Ende Februar zu

Staatliche Museen und Theater in Sachsen bleiben zunächst bis Ende Februar 2021 geschlossen. Das hat Kulturministerin Barbara Klepsch gestern mit den Chefinnen und Chefs der betroffenen Einrichtungen entschieden. Damit können die Einrichtungen auch in den sächsischen Winterferien nicht besucht werden.

06:31 Uhr | IHK Leipzig befürchtet Ansturm auf Innenstädte

Die Industrie- und Handelskammer Leipzig rechnet unmittelbar vor dem harten Lockdown mit einem Besucherandrang am Wochenende in den Innenstädten. IHK-Präsident Kristian Kirpal sagte dem MDR, das sei für das Infektionsgeschehen nicht dienlich. Kirpal befürchtet zudem, dass viele Kunden ihren Weihnachtseinkauf ab nächster Woche in benachbarten Bundesländern erledigten, wo die Geschäfte offen blieben.

Hier hätte sich Sachsen mit den anderen Ländern abstimmen müssen, kritisierte der Kammerpräsident. Auch sei unklar, ob den Händlern das Abholen von Ware oder das Anliefern erlaubt bleibe. Die Landesregierung in Dresden lasse zu vieles im Unklaren.

06:15 Uhr | Bundespolizei kontrolliert verstärkt an Grenzen

Aufgrund der kritischen Corona-Lage in Sachsen und den Nachbarländern hat die Bundespolizei ihre Kontrollen an den EU-Binnengrenzen zu Tschechien und Polen verstärkt. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, es gebe weiterhin "Grenzverkehr ohne triftigen Grund". Dieser sei nicht erlaubt. Sofern Anhaltspunkte vorlägen, dass Reisende die infektionsschutzrechtlichen Bestimmungen nicht einhalten, würden deren Daten erhoben und dem zuständigen Gesundheitsamt übermittelt, hieß es.

05:49 Uhr | Verfassungsschutz warnt vor Gewaltbereitschaft bei Querdenkern

Der Bundesverfassungsschutz warnt vor einer wachsenden Gewaltbereitschaft bei der Querdenken-Bewegung. Laut einer Stellungnahme, die den Funke-Medien vorliegt, lassen Anfeindungen sowie Angriffe auf Polizisten und Journalisten darauf schließen. Vor allem Demonstrationen mit vielen Teilnehmern wohne ein erhöhtes Eskalationspotenzial inne, heiß es dort.

Die Innenminister von Bund und Ländern beraten heute in Berlin über den Umgang mit der Querdenken-Bewegung. In Baden-Württemberg hat Innenminister Thomas Strobl bereits angekündigt, dass der Landesverfassungsschutz die Bewegung beobachten werde. Es gebe erste tatsächliche Anhaltspunkte für eine extremistische Bestrebung, hieß es zur Begründung.

05:39 Uhr | Schärfere Regeln in vier Landkreisen

Ab heute gilt in den Landkreisen Bautzen und Görlitz im gesamten öffentlichen Raum eine Maskenpflicht. Auch der Konsum von Alkohol wird komplett untersagt. Zudem gelten weitere Beschränkungen für Versammlungen. Die beiden Kreise hätten sich auf einheitliche Regeln für ganz Ostsachsen abgestimmt, teilte der Landkreis Bautzen mit.

Auch der Vogtlandkreis und der Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge haben ihre Allgemeinverfügungen angepasst. Auch sie untersagten den Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit sowie den Ausschank komplett.

05:30 Uhr | Pessimistische Stimmung wegen Corona

Dreiviertel der Menschen in Mitteldeutschland sind pessimistisch und denken nicht, dass die Corona-Krise bald überstanden ist. Ebenso viele fürchten nachhaltige Schäden für Wirtschaft und Gesellschaft. Das sind zwei Ergebnisse der aktuellen Umfrage von MDRfragt, an der sich knapp 20.000 Menschen beteiligt haben.

Mehr als 75 Prozent der Teilnehmenden halten die aktuellen Corona-Maßnahmen für nicht wirksam genug. 40 Prozent wollen sich bewusst stärker einschränken, als es die Regeln vorgeben. Eine deutliche Mehrheit beurteilte zudem die Lockerungen für Weihnachten und Silvester als falsch.

05:08 Uhr | Chemnitz bereitet Kinder-Notbetreuung vor

Die Stadt Chemnitz bereitet die Notbetreuung für Kinder vor, deren Eltern in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Wie während des ersten Lockdowns sollen auch ab kommendem Montag alle Einrichtungen geöffnet bleiben, damit die Kinder dort im gewohnten Umfeld betreut werden können, teilte die Stadt mit. Die Liste der systemrelevanten Berufe sei noch nicht final von der Landesregierung verabschiedet worden. Auch stehe noch nicht fest, wie das Thema Elternbeiträge gelöst wird.

Für Fragen der Eltern ist eine Hotline des Jugendamtes geschaltet: Telefon 0371-4 88 51 80 oder Mails an: jugendamt.kita@stadt-chemnitz.de

Während des ersten Lockdowns galten diese Berufe in Sachsen als systemrelevant. Am Freitag will sich die Landesregierung dazu äußern.

Ein Pfleger hält Hand einer Seniorin 3 min
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MDR AKTUELL Do 02.04.2020 11:52Uhr 03:10 min

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Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.12.2020 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 10.12.2020 | 19:00 Uhr

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