Meldungen am Mittwoch Corona-Ticker Sachsen am 21.04.: Bundes-Notbremse könnte gegen Grundgesetz verstoßen

Wir halten Sie mit unserem Corona-Ticker täglich über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Auf einem Grundgesetz liegt der Schriftzug Notbremsengesetz
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Meldungen vom Folgetag

21:15 Uhr | Tickerende

An der Stelle beenden wir den Corona-Liveticker für heute. Wir sind am Donnerstag wieder für Sie da und berichten über die praktischen Folgen der Bundes-Notbremse in Sachsen. Falls Sie noch weiter in die Zukunft blicken und darüber nachdenken, was passiert, wenn die Pandemie vorüber ist, verweisen wir auf die Thesen des Zukunftsforschers Matthias Horx. In diesem optimistischen Sinne: Guten Abend, bleiben Sie gesund!

20:52 Uhr | Demo-Bilanz in Berlin

Die Polizei ist in Berlin mit einem Großaufgebot gegen rund 8.000 Gegner der Corona-Notbremse im Einsatz gewesen - darunter auch Beamte aus Sachsen. Nach Angaben der Polizei hatte es bei einer Versammlung massenhaft Verstöße gegen Corona-Auflagen gegeben. Daher sei diese aufgelöst worden. Rund 200 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

20:28 Uhr | Krankenschwestern über die Not in Kliniken

Viele Kliniken haben wieder auf Notbetrieb umgestellt - während Krankenschwestern, Ärztinnen, Pfleger und Mediziner seit Monaten an der Belastungsgrenze arbeiten. Die Krankenhäuser nehmen wieder viele Covid-19-Patienten auf. Laut eine Krankenschwester in Chemnitz ist die Situation ähnlich wie in der zweiten Welle, aber schlimmer. "Die Patienten sind jünger und sterben nicht so schnell wie die Alten. Sie kämpfen länger um ihr Leben."

Das Seenland Klinikum Hoyerswerda sagt, aktuell ist die Lage noch beherrschbar. Bislang wurden dort 730 Covid-19-Patienten stationär behandelt.

19:30 Uhr | Polen will regional lockern

Polen hat Lockerungen in elf seiner 16 Regionen angekündigt. Dort sollen ab nächsten Montag Friseure öffnen und jüngere Kinder in Grundschulen zurückkehren, sagte Gesundheitsminister Adam Niedzielski.

Ende März hatte die Regierung einen weiteren Lockdown angeordnet, nachdem es zuletzt 14 Corona-Tote auf eine Million Einwohner gab. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 3 je eine Million Bundesbürger. Das Auswärtige Amt stuft Sachsens Nachbarland Polen seit 21. März als Hochinzidenzgebiet ein.

18:49 Uhr | Das Leiden der Kinobranche

Jedes Kino in Deutschland wäre ohne Hilfen des Staates schon pleite, sagen Programmkino-Macher in Dresden und Leipzig. Das haben sie dem Team des MDR SACHSENSPIEGEL erzählt und gezeigt, wie zappenduster es für die Kinobranche aussieht.

18:28 Uhr | Drei neue Teststationen in Nordsachsen

Der Landkreis Nordsachsen öffnet im ländlichen Gebiet drei weitere Schnellteststationen. Damit sind dann insgesamt 17 in Betrieb. Ab morgen öffnen Zentren im ostelbischen Mehrgenerationenhaus Arzberg und in der Sportlerklause Beilrode. Ab nächsten Mittwoch, 28. April, können sich Bürger im Sportlerheim Löbnitz kostenlos testen lassen.

18:13 Uhr | Wechselunterricht bringt Grundschulen Personalprobleme

Bei Inzidenzwerten über 100 gilt für Schulen Wechselunterricht. Ab nächsten Montag beträfe das auch die Grundschulen in Leipzig. Das System fester Klassen ist dann passé. Wechselmodell und Notbetreuung stellen Schulleitungen aber vor große Personalprobleme. Auf Eltern kommt Organisationsaufwand zu.

Das Wechselmodell ist für Grundschüler das denkbar Schlechteste und Schwierigste. Es ist schwierig, die Kinder zu Hause gut zu betreuen oder betreut zu wissen. Das Modell bedeutet für berufstätige Eltern, dass sie mal tageweise zu Hause sein müssen, mal wochenweise.

Nancy Hochstein Kreiselternrat Leipzig

17:55 Uhr | Inzidenz in fast allen Landkreisen in Sachsen über 200

Am Mittwoch erreicht Sachsen laut Robert-Koch-Institut einen Inzidenzwert von 242. Neun von zehn sächsischen Landkreisen haben mittlerweile eine 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von mehr als 200. In Chemnitz (308), im Landkreis Zwickau (342), im Erzgebirgskreis (342) und im Landkreis Mittelsachsen (432) liegt der Wert über 300. Die niedrigsten Werte haben die Großstädte Dresden (154) und Leipzig (134).

Die Gesundheitsämter haben heute 2.046 Neuinfektionen gemeldet. In den Krankenhäusern werden auf Normalstationen aktuell 1.211 Covid-19-Erkrankte behandelt. Der kritische Grenzwert liegt bei 1.300. Im Zusammenhang mit Covid-19 wurden 43 neue Todesfälle gemeldet. Damit sind in Sachsen bislang 8.919 Menschen an oder mit Covid-19 gestorben.

17:30 Uhr | Countdown für nächste Impftermine

Ab 18 Uhr sind auf dem Anmeldeportal des DRK neue Impftermine in Impfzentren für die Priorisierungsgruppe 3 buchbar. Dazu gehören auch Beschäftigte des Lebensmitteleinzelhandels, der Kinder- und Jugendhilfe und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma oder Herzinsuffizienz.

Eine Auflistung der Berechtigten der Gruppe 3 finden Sie hier.

16:53 Uhr | Jurist: Bundes-Notbremse könnte gegen Grundgesetz verstoßen

Das im Bundestag verabschiedete Infektionsschutzgesetz könnte teilweise verfassungswidrig sein. Das sagte der Verfassungsrechtler und Professor an der Universität Würzburg, Kyrill-Alexander Schwarz, MDR SACHSEN.

Er sieht drei Knackpunkte, mit denen sich die Verfassungsrichter beschäftigen sollten. Er hält die Ausgangsbeschränkungen für "unverhältnismäßig", weil sie nicht auf sachlichen Gründen beruhten. Auch die Regelungen zu Menschen, die geimpft sind, könnten gegen das Grundgesetz verstoßen, weil ihre garantierten Freiheiten eingeschränkt würden. Mit der Rechtsverordnung namens Infektionsschutzgesetz greife die Regierung auch unmittelbar in Rechte ein, was nur durch Gesetze möglich sei.

16:24 Uhr | Bundestag beschließt einheitliche Notbremse

Der Bundestag hat am Nachmittag das Infektionsschutz verabschiedet, das als bundeseinheitliche "Corona-Notbremse" gilt. Sie soll dafür sorgen, dass die Infektionszahlen sinken. Morgen muss der Bundesrat das Ganze noch billigen. Mit den Gesetzesänderungen reagiert der Bund darauf, dass die zwischen Bund und Ländern vereinbarte "Notbremse" bei einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 auf 100.000 Einwohner in einer Woche von den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten nicht konsequent gezogen wurde.

16:19 Uhr | Handballer vom HC Elbflorenz Dresden in Quarantäne

Nach mehreren Corona-Infektionen muss die Mannschaft von Handball-Zweitligist HC Elbflorenz Dresden in Quarantäne. Das für diesen Sonnabend angesetzte Auswärtsspiel beim TV Emsdetten muss abgesagt und nachgeholt werden, teilte der Verein mit. Der sportliche Leiter, Karsten Wöhler, hofft, dass das Team nach der Quarantäne schnellstmöglich wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen kann.

Viel wichtiger ist aber, dass alle betroffenen Spieler die Krankheit gut überstehen und gesund zurückkehren.

Karsten Wöhler Sportlicher Leiter HC Elbflorenz Dresden

Auch die Handballer des SC DHfK Leipzig müssen länger auf ihren nächsten Auftritt in der Bundesliga warten. Das für Sonntag angesetzte Heimspiel gegen den Bergischen HC wird nicht angepfiffen, weil ein Spieler des BHC gestern positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Das Gesundheitsamt Solingen in NRW hat den BHC in Quarantäne geschickt.

15:53 Uhr | Kopfschütteln über Aufhebung der Impfpriorisierung für Astrazeneca in Sachsen

Das Bundesgesundheitsministerium hat zurückhaltend darauf reagiert, dass Sachsen die Impfpriorisierung für Astrazeneca-Impfstoff aufhebt. "Es gibt eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), auf deren Grundlage wir eine Impf-Verordnung formuliert haben", sagte ein Ministeriumssprecher. Die Verordnung lasse zwar Spielraum, sei aber bindend. Er verwies darauf, dass ja schon drinstehe, dass der Impfstoff bei unter 60-Jährigen "nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten" einsetzbar sei.

Auf Länderebene verursachte die gestrige Ankündigung des Freistaats Kopfschütteln, weil sich faktisch nichts ändere. "Auch Ärzte in Sachsen müssen sich natürlich weiter an die Impf-Verordnung halten", hieß es aus Kreisen der Gesundheitsminister.

15:05 Uhr | Schnellere Impfungen für alle

Für mehr Tempo bei den Impfungen werben die Krankenkasse IKK classic und der Sächsische Handwerkstag. Zudem sollten die Impfungen Schritt für Schritt vollständig auf die niedergelassenen Haus- und Fachärzte übertragen werden. Die Politik sollte die Impffestlegungen aufheben und das Impfen allen ermöglichen, "besonders denen, die die Wirtschaft unter schwierigen Bedingungen am Laufen halten", hieß es.

Die Ärzte stellen seit Jahren unter Beweis, dass sie über eine effiziente Logistik für die schnelle Impfung einer großen Zahl von Menschen verfügen. Und darauf kommt es mehr denn je an.

Roland Ermer / Sven Hutt Handwerkstagspräsident / IKK-Landesgeschäftsführer

14:31 Uhr | Update bei Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App von RKI und Bundesregierung ist um einige Funktionen erweitert worden. Nach einem Update kann man sich per QR-Code in Geschäfte und Veranstaltungen einchecken.

14:02 Uhr | Augustusburger Modellprojekt endet am Sonntag vorzeitig

Das Modellprojekt "Covid Exit" in Augustusburg endet vorzeitig am Sonntag, sagte Bürgermeister Dirk Neubauer (SPD). Vom Aus habe er aus den Medien erfahren, kritisierte er und ärgerte sich über den Bund. Wegen der Bundes-Notbremse werde das Projekt abgesagt. Es sollte bis mindestens 28. April laufen. Dabei hatten Hotels und Gaststätten wieder geöffnet und Gäste und Personal mussten sich täglich auf Corona testen lassen. Wer negativ war, hatte via QR-Code Zutritt.

Jeder Tag, den es weiter gelaufen wäre, hätte uns mehr Sicherheit in den Daten gebracht.

Dirk Neubauer Bürgermeister von Augustusburg (SPD)

Nicht ganz 11.000 Mal wurden Menschen laut Bürgermeister Neubauer getestet und die Infektionen seien von Woche zu Woche gesunken. Aber: Der Bund habe offensichtlich kein Interesse daran, "aus dem 'wir glauben' dies oder das ein 'wir wissen' zu machen", kritisierte Neubauer auf Facebook. Gleichzeitig bedankte er sich bei allen Mitstreitern, die halfen, dass die Stadt "drei Wochen lang wieder Gäste begrüßt, ein Stück Normalität erlebt" habe.

13:29 Uhr | Polizei löst Kundgebung in Berlin auf

Die Polizei löst die Demonstration von Gegnern der Corona-Politik auf der Straße des 17. Juni in Berlin jetzt auf. Von der Versammlung gehe eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aus, hieß es. Bis zu 8.000 Menschen sollen demonstriert haben. Im Einsatz zur Absicherung der Demo und des Reichstagsgebäudes sind auch sächsische Polizeibeamte.

13:08 Uhr | Linke wählen Landesliste zur Bundestagswahl in kleinerem Rahmen

Am Sonnabend, 24. April, tritt die Landesvertreter-Versammlung der Linken in Sachsen zusammen und wählt die Landesliste zur Bundestagswahl. Wegen der Corona-Pandemie finde die Versammlung in reduziertem Rahmen statt, teilte die Partei mit. Anstelle von 200 Frauen und Männern kommen nur 160 zusammen. Zutritt in die Dresdner Messehalle gibt es nur nach Testung. Gäste sind nicht eingeladen, nur Medienvertreter. Alle Anwesenden müssen durchgängig eine FFP-2-Maske tragen.

Die sächsischen Linken wollen zur Bundestagswahl am 26. September mit sozialen Themen punkten. Man werde "die soziale Karte spielen", hieß es. Es sollten nicht diejenigen die Kosten der Krise bezahlen, die ohnehin über sehr wenig Einkommen verfügten. Die Linken schlagen unter anderem eine gestaffelte Vermögenssteuer vor.

12:48 Uhr | Weitere Änderungen im Arbeitsschutz

Beschäftigte haben künftig Anspruch auf zwei kostenlose Coronavirus-Schnelltests pro Woche. Das Bundeskabinett hat heute eine weitere Änderung der Arbeitsschutzverordnung beschlossen. Erst gestern war die Regelung in Kraft getreten, dass Arbeitgeber grundsätzlich mindestens ein Testangebot jede Woche machen müssen, wenn Arbeitnehmer nicht im Homeoffice sind.

Mann arbeitet am Laptop
Homeoffice können Arbeitnehmer nicht mehr ohne Grund ablehnen. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Die neue Verordnung soll nun zeitgleich mit dem geänderten Infektionsschutzgesetz in Kraft treten. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sagte, dass die Regelungen zum Homeoffice "nachgeschärft und in das Infektionsschutzgesetz übernommen" worden seien. Demnach müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nun das Angebot zum Homeoffice der Arbeitgeber annehmen, wenn kein zwingender Grund entgegensteht. Ein solcher Grund könnten Störungen durch Dritte im Homeoffice sein, etwa durch Kinder der Beschäftigten, oder ein fehlender adäquater Arbeitsplatz in ihrer Wohnung.

12:08 Uhr | Modellprojekt auf Kippe: Stimmung in Oberwiesenthal getrübt

Das drohende Aus für das Modellprojekt für Corona-Lockerungen in Augustusburg wird auch in Oberwiesenthal bedauert. Dort wollte man am 30. April auch mit so solchen Vorhaben Gastronomie und touristische Einrichtungen wieder öffnen.

Der Leiter des Covid-Ex-Projektes in Oberwiesenthal, Erik Schulze sagte: "Unsere Stimmung ist natürlich entsprechend gedämpft. Wir schauen mit Sorge nach Augustusburg und finden es wirklich sehr schade, dass das Modellprojekt jetzt dort endet." Man stand in engem Austausch mit Augustusburg. Man wolle dennoch beim Erzgebirgskreis auf eine Genehmigung drängen, so Schulze. So könne Oberwiesenthal "in Abhängigkeit vom Bundesinfektionsschutz einen neuen Starttermin für uns skizzieren".

11:38 Uhr | Leipziger Gewandhaus wird ab morgen Testzentrum

Im Gewandhaus zu Leipzig wird morgen ein Corona-Testzentrum eröffnet. Gewandhausdirektor Andreas Schulz erklärte, da das Konzerthaus derzeit kein Publikum empfangen dürfe, wolle man aktiv mithelfen, die Pandemie einzudämmen. Er hoffe, die zentrale Lage des Hauses helfe, dass viele das Angebot nutzen. Im Zentrum können sowohl kostenlose Schnelltests als auch PCR-Tests durchgeführt werden. Dafür müssen Termine gebucht werden.

Auch in Schkeuditz gibt es ein neues Testzentrum: Die Helios-Klinik bietet ab sofort auch kostenlose Tests an.

10:58 Uhr | Corona-Inzidenz geht in Sachsen weiter zurück

Die Rate der Neuansteckungen mit dem Coronavirus ist in Sachsen weiter zurückgegangen. Das Robert Koch-Institut bezifferte die Sieben-Tages-Inzidenz heute mit 201. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 221 gelegen. Der Inzidenzwert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern sich binnen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Bundesweit sank die Inzidenz leicht auf 160.

Zwei Landkreise in Sachsen liegen weiter über der 300er-Marke: der Erzgebirgskreis (322) und der Landkreis Zwickau (304). Die niedrigsten Inzidenzen haben die beiden Städte Dresden (119) und Leipzig (124). Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen 8.791 Corona-Patienten gestorben.

10:34 Uhr | Deutsche Bahn will Mitarbeiter impfen

Die Deutsche Bahn will ihren Beschäftigten Angebote für eine Corona-Schutzimpfung unterbreiten. Das Unternehmen plant eigene Impfzentren, in denen Mitarbeitende durch Betriebsärzte geimpft werden können, sobald das möglich ist. Derzeit seien bundesweit Impfzentren an zehn Standorten geplant, hieß es. "Sobald ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen so viele systemrelevante Mitarbeitende wie möglich ein Impfangebot von ihrem Arbeitgeber erhalten."

Bei der Bahn sind nach Konzernangaben mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland systemrelevant. Viele von ihnen gehören zur Gruppe 3 gemäß Coronavirus-Impfverordnung. Viele Eisenbahner haben in Zügen und auf Bahnhöfen direkten Kundenkontakt, sorgen in Werkstätten für einsatzbereite Fahrzeuge oder steuern rund um die Uhr Sicherheits- und Signaltechnik.

10:24 Uhr | Sachsen nutzen bei Gesundheitsfragen häufiger Online-Angebote

Die Menschen in Sachsen greifen in Gesundheitsfragen immer öfter auf Online-Angebote zurück. In der Corona-Pandemie seien digitale Angebote häufiger als zuvor genutzt worden, teilte die Krankenkasse DAK-Gesundheit als Ergebnis einer Umfrage unter 1.007 Frauen und Männern mit. Vor allem Internetrecherche, Onlinekurse und Krankenkassen-Services seien häufiger genutzt worden. Dagegen blieben Videosprechstunden bei Medizinern noch die Ausnahme, obwohl es inzwischen deutlich mehr Interesse als Angebote gebe, hieß es.

09:02 Uhr | Kliniken warnen vor Versorgungsengpässen

Auf einer blauen Fläche liegen zwei Teile eines künstlichen Hüftgelenks
Wer ein künstliches Hüftgelenk braucht, muss sich derzeit oft gedulden. Viele Operationen werden wegen Corona verschoben. Bildrechte: MDR/Maria Socolowsky

Ärzte und Kliniken warnen angesichts der hohen Zahl von Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen vor verschärften Engpässen bei der Versorgung anderer Patienten. "Wenn sich die Infektionslage in den nächsten Wochen nicht entspannt, werden viele Kliniken an den Punkt kommen, dass sie Operationen nicht nur um ein paar Wochen, sondern um Monate verschieben müssen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gernot Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

90 Prozent der Kliniken stellten aktuell mehr als 10 Prozent der Eingriffe zurück, 50 Prozent sogar mehr als 20 Prozent, hieß es. Bei einzelnen Eingriffen, zum Beispiel beim Hüftgelenksersatz, würden im Schnitt wieder 40 Prozent abgesagt, so Gaß.

08:01 Uhr | Landesbühnen-Schauspieler halten sich Spielstart Ende Mai bereit

Die Landesbühnen Sachsen wollen Ende Mai die neue Spielzeit beginnen. Geplant seien fünf Inszenierungen, darunter "Peter Pan", "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Winnetou", so Intendant Manuel Schöbel. Als Ausweichspielstätte für die Felsenbühne Rathen, die bis 2022 umgebaut wird, diene auch in diesem Jahr ein Theaterzelt. "Wir hier in den Landesbühnen haben die Hoffnung, dass wir da spielen können und bereiten uns vor", sagte Schöbel. Davon überzeugt könne niemand sein. Aber man habe gelernt, sich "bereitzuhalten und mit einer Spontanität zu agieren, wenn sich die Möglichkeit eröffnet".

07:03 Uhr | MDRfragt zur Corona-Politik: Fast die Hälfte für härtere Maßnahmen

Brückenlockdown, No Covid, harter Shutdown: In den letzten Wochen wurde viel diskutiert über die Verschärfung der Corona-Maßnahmen, um die Verbreitung von Corona auszubremsen und die Krankenhäuser zu entlasten. Dass es für die nächsten Wochen weitreichendere oder sogar komplette Schließungen in den nicht-lebenswichtigen Bereichen geben sollte, findet knapp die Hälfte der MDRfragt-Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie die aktuelle Befragung zeigt. An ihr haben sich mehr als 26.500 Menschen beteiligt.

06:41 Uhr | Corona schränkt Provenienzforschung in Museen ein

Die coronabedingten Einschränkungen in den Museen erschweren die Provenienzforschung, also die Herkunftsrecherche zu Objekten in den Sammlungen. Der Dresdner Kunsthistoriker Gilbert Lupfer, Vorstand beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, sieht sie "momentan stark behindert". Abstand und Zugangsbeschränkungen in Büros seien eine Herausforderung, im Homeoffice seien nur Datenpflege und Bildbearbeitung möglich. "Und wichtige externe Archive, für die Recherche etwa im NS-Bereich unverzichtbar, sind schwerer zugänglich." Die Termin-Warteliste im Bundesarchiv reiche schon bis 2022, weil die Plätze in den Lesesälen coronabedingt reduziert sind. "Das ist ein Problem, da viele Akten noch nicht digitalisiert sind."

06:29 Uhr | Casting in Zittau: Mit Corona-Test für einen Sommer Cowboy werden

Das Zittauer Theater sucht für seine Sommerproduktion "Die rechte und die linke Hand des Teufels" weitere Verstärkung. Bislang hätten sich 15 Statisten beworben, sagte Sprecherin Jasmin Schröter. Interessierte seien deshalb zum Casting am Sonnabend um 10 Uhr ins Zittauer Theater eingeladen. Wer als Bandit, Cowboy oder Siedlerin mit dem Schauspielensemble auf der Bühne stehen wolle, müsse einen offiziellen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Selbsttests würden nicht akzeptiert, hieß es. Anmeldungen sind auf der Internetseite des Theaters möglich.

06:00 Uhr | Diskussion um drohende Schulschließungen dauert an

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat sich angesichts der hohen Inzidenzwerte in Sachsen für eine Schließung der Schulen ausgesprochen. Landesvorsitzende Uschi Kruse sagte dem MDR, zwar sei die in der Bundesnotbremse festgelegte Inzidenz von 165 ein politischer Wert und kein wissenschaftlicher. Für Sachsen wäre aber die 165 schon ein wirklich wichtiges Zeichen. Man brauche dringend eine Haltelinie.

Der Landeselternrat lehnt dagegen Schulschließungen ab. Vizechefin Nadine Eichhorn sagte, man sehe, dass die Schulen das Infektionsgeschehen im Großen und Ganzen abbildeten. Die Bildungseinrichtungen sollten es der Gesellschaft wert sein, dass in anderen Bereichen Einschnitte hingenommen würden. Auch die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin kritisiert Schulschließungen.

05:46 Uhr | Lockdown droht: 1.300er Krankenhaus-Bettenmarke rückt näher

In Deutschland sind innerhalb eines Tages fast 24.900 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilte, wurden zudem 331 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank leicht auf 160. In Sachsen liegt sie bei knapp 221.

Zudem sind nach Angaben des Sozialministeriums in den sächsischen Krankenhäusern 1.239 Betten auf Normalstationen mit Corona-Patienten belegt. Das sind 60 mehr als am Vortag. Bei 1.300 belegten Betten wird ein Lockdown verfügt.

05:31 Uhr | Augustusburger Modellprojekt droht Abbruch

Das Augustuburger Modellprojekt für Corona-Lockerungen steht offenbar vor dem Aus. Das sagte Sachsens Staatskanzleichef Oliver Schenk gestern in Dresden. Im Zuge der geplanten Neuerungen beim Infektionsschutzgesetz, müssten laufende Modellprojekte beendet werden. Das Gesetz soll in dieser Woche noch Bundestag und Bundesrat passieren. Augustusburgs Bürgermeister Dirk Neubauer zeigte sich enttäuscht. Fakt sei aber auch, eine Genehmigung sei vom Landkreis bis zum 28. April gültig.

Sollte es so sein, dass man das Projekt abbricht, halte ich es für einen klaren Fehler, weil die Zahlen, die wir hier haben einfach eine deutlich andere Sprache sprechen. Es wäre einfach sehr schade, weil jeder Tag der uns hier fehlt auch Beweiskraft reduziert. Und ich dachte eigentlich, dass wir beweisen wollen, dass das geht, was wir hier machen. Aber vielleicht bin ich da im Irrtum.

Dirk Neubauer Bürgermeister von Augustusburg

05:16 Uhr | Protestaufrufe: Sächsische Polizei unterstützt in Berlin

Wegen der Abstimmung über das geänderte Infektionsschutzgesetz heute im Bundestag ist die Polizei auf Proteste und einen größeren Einsatz vorbereitet. Es gebe bundesweite Aufrufe im Internet, in die Hauptstadt zu reisen und mit zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einsatzkräfte aus Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Sachsen und von der Bundespolizei sollen die Berliner Polizei unterstützen.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/AFP/Reuters

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 21. April 2021 | 19:00 Uhr

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