Meldungen am Sonnabend Corona-Ticker Sachsen am 16.01.: Inzidenzwert im Freistaat bei 318

Von Montag bis Sonntag halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Apotheker nimmt Rachenabstrich
Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

19:40 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle beenden wir den Ticker zu Corona-Themen in Sachsen für heute. Wir sind am Sonntagfrüh an gleicher Stelle wieder für Sie da. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend, bleiben Sie gesund!

19:05 Uhr | Rodelspaß statt Vorsicht

Mindestabstand? Masken? Kontaktbeschränkungen? An einem Rodelhang in Gornau im Erzgebirge war davon am heutigen Sonnabend nichts zu sehen. Am Rodelhang herrschte dichtes Gedränge, die Autos parkten ebenfalls dicht an dicht. Kontrollen waren nach Reporterangaben ebenfalls nicht zu beobachten.

Autos stehen Stoßstange an Sißstange neben einem verschneiten Berg. Vor den Autos und seitlich stehen viele Familien mit Kindern zusammen und haben rodelschlitten dabei. Sie wollen den BErg zum Rodeln in Gornau am 16.1.2021 in angriff nehmen.
Autos stehen Stoßstange an Stoßstange - eine aktuelle Aufnahme aus Gornau vom Sonnabend (16. Januar 2021). Bildrechte: Harry Härtel

Im Erzgebirgskreis wurden in den vergangenen sieben Tagen insgesamt 1.026 Neuinfektionen gemeldet. Der Inzidenzwert beträgt derzeit 308.

18:26 Uhr | Inzidenz in Sachsen bei 318

In Sachsen sind seit gestern 1.179 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gemeldet worden. Damit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 318 (Vortagswert: 315). Den höchsten Anstieg der Neuinfektionen innerhalb eines Tages gab es in Dresden. In der Landeshauptstadt wurden 155 neue Fälle gemeldet. Seit gestern sind 82 Tote in Sachsen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gemeldet worden.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer twitterte heute, in Sachsen würden die strengsten Regeln bundesweit gelten, die den Menschen viel zumuteten. Er appellierte: "Machen Sie alle mit, damit der Erfolg so groß wie möglich wird: Kontakte konsequent vermeiden!"

17:19 Uhr | Corona-Lage in Sächsischer Schweiz-Osterzgebirge

Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge weist nach eigenen Angaben aktuell eine Sieben-Tage-Inzidenz auf 100.000 Einwohner von 446 aus. In den vergangenen sieben Tagen wurden vom Landkreis 1.095 Neuinfektionen gemeldet. Die meisten Neuansteckungen gab es demnach in Pirna (170 Fälle) und Dürrröhrsdorf-Dittersbach (118 Fälle).

Derzeit liegen 161 positiv auf Covid-19 getestete Personen in Krankenhäusern im Landkreis. Davon müssen 25 intensivmedizinisch versorgt werden.

16:23 Uhr | Kundgebung in Leipzig coronakonform

Eine Kundgebung mit 250 Teilnehmenden hat in Leipzig-Connewitz am Nachmittag friedlich stattgefunden. Das Bündnis "Rassismus tötet" hatte die Veranstaltung unter dem Motto "Nazihools - Die längste letzte Reihe der Welt" im Bereich der Wolfgang-Heinze-Straße angemeldet. Nach Einschätzung der Polizeidirektion Leipzig verlief "alles ruhig". Die Teilnehmenden hielten sich mit Abstand und Mund-Nase-Bedeckungen an die Auflagen der Corona-Schutzverordnung.

Die Kundgebung galt als Protest gegen die schleppende juristische Aufarbeitung der Connewitz-Krawalle vor fünf Jahren, als Neonazis und Hooligans den Stadtteil überfielen. Sie verursachten einen Sachschaden von rund 113.000 Euro. Es gab mehr als 200 Angeklagte. Die Verfahren sind teilweise immer noch nicht abgeschlossen, kritisieren Anwohnerinnen und Anwohner.

15:40 Uhr | Anstehen für Schnelltest in Görlitz

Grenzpendler müssen ab kommendem Montag einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorlegen. Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums ist dafür ein Antigen-Schnelltest ausreichend. Für Pendler gibt es in der Lausitz mehrere Orte, an denen Tests durchgeführt werden. Neben dem großen Testcenter in Kodersdorf bieten auch Apotheken oder Hausärzte solche Tests an. Die Praxis eines Görlitzer Arztes wird derzeit überrannt. Der Allgemeinmediziner Vratislav Prejzik hat Helfer aus Sachsen, Polen und Tschechien parat stehen.

14:56 Uhr | Impfquote in Sachsen steigt - aber immer noch unter Bundesdurchschnitt

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Sonnabend liegt die Impfquote inzwischen bei 10,7 pro 1.000 Einwohner. Bis einschließlich Freitag bekamen demnach knapp 43.500 Menschen im Freistaat eine Schutzimpfung. Rund 34.400 davon bekamen Beschäftigte aus dem medizinischen Bereich. Spitzenreiter in Deutschland ist Mecklenburg-Vorpommern mit einer Impfquote von 23,4. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 12,6.

13:17 Uhr | Lossatal rätselt über Infektionsursache

Mit einem Inzidenzwert von 1.306 war die Gemeinde Lossatal am Freitag Spitzenreiter im Landkreis Leipzig. In den vergangenen sieben Tagen sind dort 79 Personen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bisher habe man noch keinen Treiber der Pandemie ausgemacht, sagte Bürgermeister Uwe Weigelt MDR SACHSEN. Der hohe Wert könnte damit zu tun haben, dass viele Bewohner zur Arbeit pendeln und die Gemeinde verlassen. Nach Angaben der Kommune leben 6.093 Einwohner in Lossatal (Stand 2019).

11:40 Uhr | Kretschmer zu Aufgaben nach Corona-Pandemie

Die größte Aufgabe nach der Corona-Pandemie sieht Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer darin, den Staat zurückzunehmen und die Wirtschaft zu stärken, um die Staatsfinanzen zu stabilisieren.

Jetzt müssen diese Summen zurückgezahlt werden und zwar von dieser, unserer Generation.

Michael Kretschmer Sächsischer Ministerpräsident (CDU)

Diese Rückzahlung gehe "nicht mit Bürokratie, das geht nicht mit staatlicher Regulierung. Das geht nur mit Dynamik", meinte Kretschmer in einem Interview mit dem Sender phoenix zur Diskussion um einen möglichen Kanzlerkandidaten der CDU. Demjenigen müsse es gelingen, diese wirtschaftliche Kraft zu entfesseln.

10:30 Uhr | Ab heute FFP2-Maskenpflicht in Pflegeheimen in Sachsen

Ab sofort müssen Pflegekräfte und Besucher in Pflegeheimen und bei der Tagespflege FFP2-Masken tragen. Möglich seien auch Masken mit vergleichbarem Standard. Das hatte die Landesregierung in der zurückliegenden Woche beschlossen. Laut Sozialministerin Petra Köpping gibt es genügend Masken. "Für die Pflegeeinrichtungen haben wir als Land fünf Millionen Masken kostenlos zur Verfügung gestellt, die auch an die Besucher ausgereicht werden können." Man wolle nicht, dass jemand seine Angehörigen nicht besuchen könne.

Michael Richter, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Sachsen, sagte im Interview mit MDR SACHSEN: "Es wird natürlich kontrolliert, ob Besucher FFP2-Maske tragen. Sie sollten allerdings ihre eigene Maske mitbringen." In einzelnen Heimen könnten Masken gekauft werden, darauf sollten sich Besucher aber nicht verlassen.

09:38 Uhr | Leipziger Theater entwickelt Audiowalk "Tempus-Wow"

Das Leipziger Schauspiel hat einen Audiowalk für die Innenstadt entwickelt. Im Spaziergang "Tempus-Wow" führt Autorin Heike Geißler aus Riesa die Hörer in ihrem Audio entlang des historischen Stadtkerns und richtet den Blick auf Details, die sonst im Alltag übersehen werden.

Der Audiowalk kann über die Seite des Leipziger Schauspiels kostenlos heruntergeladen und jederzeit selbstständig begangen werden. Die Tour dauert rund 45 Minuten. Die Strecke ist ungefähr 2,2 Kilometer lang. Startpunkt ist der Nikischplatz, Endpunkt der Simsonplatz.

09:20 Uhr | Schnelltests auch beim Zahnarzt und in Apotheken geplant

Das Bundesgesundheitsministerium plant, dass Corona-Schnelltests in Zukunft auch beim Zahnarzt und in Apotheken durchgeführt werden können. Das geht aus einer Verordnung hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte unter anderem der Stuttgarter Zeitung, "Schnelltests helfen, Menschen mit erhöhtem Infektionsrisiko zu schützen." Nun könnten im Auftrag der Gesundheitsämter "auch Zahnarztpraxen und Apotheken in Schulen, Kitas oder Pflegeheimen testen". Für Pendler dürfen Schnelltests bereits in Apotheken durchgeführt werden.

Gleichzeitig wird in der Verordnung den Angaben zufolge auch die Anzahl der Tests für ambulante Pflegedienste erhöht. Insbesondere im Bereich der ambulanten Intensivpflege soll es 20 Tests pro Betreutem und Monat geben. Auch Bewohnerinnen und Bewohner von Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe können künftig getestet werden.

08:50 Uhr | Städtetagspräsident Jung begrüßt schärfere Corona-Auflagen

Leipzigs Oberbürgermeister und Städtetagspräsident Burkhard Jung schließt sich Überlegungen für schärfere Corona-Maßnahmen an. Der Funke-Mediengruppe sagte er, der Lockdown habe bisher zu wenig bewirkt, daher könnten die Beschränkungen nicht gelockert werden. Bei der Bund-Länder-Konferenz am kommenden Dienstag müsse "überlegt werden, ob weitere Bereiche in die Beschränkungen einbezogen werden müssen".

Die Lage sei weiter sehr ernst, die Zahl der täglichen Toten erschreckend. "Und die Corona-Mutationen machen das Infektionsgeschehen noch unberechenbarer", warnte Jung.

08:00 Uhr | Linkspartei verlangt besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz

Die Linke hat sich für einen besseren Infektionsschutz am Arbeitsplatz in Betrieben ausgesprochen. Die Zwickauer Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann sagte: "Infektionsschutz und Kontaktvermeidung dürfen in der Pandemie nicht am Werkstor aufhören. Ein Rechtsanspruch auf Homeoffice wäre in der Pandemie zwar ein wichtiger Baustein, um Kontakte und Infektionsrisiken im beruflichen Bereich zu verringern. Die aktuellen Daten zeigen aber deutlich, dass die Mehrheit der Beschäftigten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht von zu Hause aus arbeiten kann." Wichtig seien strenge Vorgaben für Hygiene, Schutzausrüstung, Luftfilterung und Abstandsregeln in Betrieben. Die Einhaltung der Regeln müsse aber auch kontrolliert werden.

Laut Statistik arbeitet die Mehrheit der Sachsen nicht im Büro. 2018 betraf das 57,3 Prozent. Besonders gering ist der Anteil der Büroarbeit im Gastgewerbe, der Land- und Forstwirtschaft, dem Baugewerbe und dem Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen. Auch im Handel und im Verarbeitenden Gewerbe sind Bürojobs in der Minderheit.

07:20 Uhr | Polizei stellt Tausende Verstöße gegen Corona-Schutzverordnung fest

Seit Mitte Dezember 2020 hat die Polizei in Sachsen mehrere Tausend Verstöße gegen die Corona-Schutzverordnung festgestellt. Nach Angaben des Innenministeriums haben die Beamten in der Zeit vom 14. Dezember 2020 bis zum 7. Januar 2021 2.477 Bußgeldverfahren eingeleitet. Verwarngelder wurden in 83 Fällen verhängt. Außerdem seien 1.314 mündliche Verwarnungen ausgesprochen worden.

Zu häufigen Verstöße zählten den Angaben zufolge die falsche Trageweise von Mund-Nase-Bedeckungen in der Öffentlichkeit sowie die Unterschreitung des Mindestabstandes. Auch habe es immer wieder unzulässige Gruppenbildungen gegeben und der 15-Kilometer-Radius sei ohne triftigen Grund überschritten worden.

06:00 Uhr | Durchwachsene Bilanz für Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden

Der Lockdown und Reisebeschränkungen haben 2020 für einen Einbruch der Passagierzahlen an den beiden Flughäfen in Leipzig/Halle und Dresden gesorgt. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG am Freitag mitteilte, wurden 2020 rund 918.341 Fluggäste registriert. Das seien gut 78 Prozent weniger als im Vorjahr.

Der Frachtumschlag am Flughafen Leipzig/Halle hingegen stieg den Angaben zufolge 2020 um 11,7 Prozent auf rund 1.383.485 Tonnen. Das sei ein neuer Höchstwert, so die AG. Allein im Dezember erhöhte sich das Frachtaufkommen demnach um 35 Prozent.

Wir können uns glücklich schätzen, dass wir vor allem mit unserer Luftfracht weiter stabiles Geschäft für die gesamte Unternehmensgruppe anziehen. Für 2021 rechnen wir mit weiterem Frachtwachstum und außerdem mit einer schrittweisen Erholung der Passagierzahlen, sobald die Reisebeschränkungen nachlassen. Dann wird der Flughafen Dresden maßgeblich profitieren, der im Frühjahr vorübergehend schon gut aus der Krise gekommen war.

Götz Ahmelmann CEO der Mitteldeutschen Flughafen AG

05:46 Uhr | Winterferientipps in Lockdown-Zeiten

Die Winterferien stehen kurz bevor, doch im Lockdown ist an Reisen oder Urlaubsmodus nicht wirklich zu denken. Wie Sie trotzdem das Beste daraus machen können - wir haben ein paar Tipps zusammengestellt.

05:20 Uhr | Zwischeneinrichtung für Asylsuchende bezugsfertig

Die Dresdner Interimsaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende ist bezugsfertig. Wie die Landesdirektion am Freitag mitteilte, soll sie künftig die bisherige Unterkunft ersetzen, die ab Jahresmitte umgebaut und saniert werden soll. Zunächst werde sie aber als Zwischenstation vor der Verteilung von Asylbewerbern auf die Kommunen im Sinne der Corona-Schutzverordnung genutzt. Asylbewerber sollen mindestens sieben Tage dort bleiben und müssen dann einen Corona-Test machen. Weiter geht es dann nur bei einem negativen Ergebnis. Ab Montag ziehen Familien und Einzelpersonen in die Wohncontainer ein, vorerst bis zu 100 Menschen.

Die Kapazität der Anlage mit fünf Wohncontainern im Dresdner Norden liegt bei rund 450 Personen. Die Container-Unterkunft war bereits 2016 errichtet worden, aber wegen rückläufiger Asylbewerberzahlen bisher nur als Reserve vorgehalten worden.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.01.2021 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 16.01.2021 | 19:00 Uhr

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