Meldungen am Sonnabend Corona-Ticker Sachsen am 10.04.: Kretschmer sieht AfD als "Gefahr für unser Land"

Wir halten Sie mit unserem Corona-Ticker täglich über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen
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Meldungen vom Folgetag

20:15 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle verabschiedet sich das Team des Corona-Tickers für heute. Auch morgen begleiten wir Sie mit neuen Informationen zur Corona-Lage in Sachsen durch den vorausgesagten sonnigen Frühlingssonntag. Aus gegebenen Anlass sagen wir am Ende dieses Einsatztages gute Nacht und "Ente gut - alles gut":

18:42 Uhr | Polizei kontrollierte 1.000 Autos

Polizeibeamte haben rings um Leipzig den Anreiseverkehr von Corona-Demonstranten kontrolliert. "Es ist schwierig für uns zu entscheiden, wer zur normalen Bevölkerung gehört und wer vorhat, eine verbotene Versammlung durchzuführen", sagte Leipzigs Polizeisprecher Olaf Hoppe. Am Ende des Tages zählte die Polizei 1.000 Fahrzeuge, die Beamte kontrolliert hatten. "In zwei begründeten Fällen wurden Wegweisungen durchgeführt", hieß es später.

Mehr zum Großeinsatz der Polizei sehen Sie gleich im Bericht der TV-Kollegen des MDR SACHSENSPIEGEL ab 19 Uhr.

18:23 Uhr | Kretschmer: "AfD Gefahr für unser Land"

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die AfD "eine Gefahr für unser Land" genannt. Auf Twitter bezog er sich auf eine "Corona-Resolution", die die AfD auf ihrem Bundesparteitag in Dresden verabschiedet hatte. Darin sprach sich die Partei gegen "jedweden, auch indirekten, Zwang zur Durchführung von Tests, Impfungen, unter anderem durch Einführung sogenannter Schnelltest-Apps und des grünen Impfpasses" aus. "Benachteiligungen für Maskenbefreite" seien "zu unterlassen".

Dazu sagte Kretschmer: "Wer Corona derart verharmlost, nimmt viele Todesfälle in Kauf. Die Sprache verrät den Charakter. Leider haben wir Deutsche zu oft erleben müssen, wie aus Worten Taten werden. Wir müssen gemeinsam wachsam bleiben!"

18:02 Uhr | Um Himmels willen: Optimismus in Sachsens Sternwarten

Die Sternwarten im Freistaat hatten es auch ohne Corona-Beschränkungen nicht leicht. Vielerorts waren Fördergelder knapp, die Technik überaltert oder Betreiber haderten mit den Standorten. Nicht so in Schneeberg. Dort wurden vor Corona mehr als eine halbe Million Euro in die Sanierung gesteckt. Nun hoffen die Betreiber auf Besucherandrang.

17:47 Uhr | 1,2 Millionen Tests für Schulen pro Woche

Ab Montag gilt in Sachsens Grundschulen und Schulen die Testpflicht. Zwei Mal in der Wochen müssen sich Lehrkräfte, Beschäftigte der Schulen sowie Schülerinnen und Schüler testen lassen oder selber testen. 1,2 Millionen Tests muss der Freistaat dafür pro Woche kaufen. Die Verteilung der Tests nannte Vincent Richter vom Schulamt Bautzen einen "Kraftakt". Referenten würden auch übers Wochenende die Tests ausfahren, damit sie in den Schulen vorliegen. Die Tests seien ein Baustein neben den anderen Hygienemaßnahmen in den Schulen, sagte Richter.

17:21 Uhr | Polizei räumt Markt in Halle

MDR-Reporter berichten, dass die Polizei in Halle kurz nach 17 Uhr den Marktplatz geräumt hat. Dort hatten sich ab 16:30 Uhr rund 50 "Querdenken"-Anhänger trotz des Verbots der Stadt versammelt. In zwei Ansprachen kündigte die Polizei die Räumung an und fuhr mit Wasserwerfern und Fahrzeugen vor. Die Teilnehmenden verließen den Platz und verstreuten sich im Stadtgebiet.

17:03 Uhr | Heute 1.224 Neuinfektionen in Sachsen

Die Landkreise und Großstädte haben heute 1.224 Fälle von Neuinfektionen gemeldet. Die meisten davon wurden in den Landkreisen Zwickau (151 Fälle), Mittelsachsen (140) und im Vogtlandkreis (136 Fälle) registriert. 14 Menschen starben an oder im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion seit dem gestrigen Freitag. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer in Sachsen auf 8.644.

In allen Landkreisen und Großstädten liegt die 7-Tage-Inzidenz wieder über dem Schwellenwert von 100. Der Landkreis Zwickau weist nach MDR-Berechnungen den höchsten Inzidenzwert mit 373 (laut RKI 270) aus. Das Vogtland erreicht eine Inzidenz von 355 (RKI-Wert 299).

16:21 Uhr | 300 Zoobesucher nutzen Tests

Das Angebot des Dresdner Zoos von kostenlosen Corona-Schnelltests für die Besucher ist am Sonnabend "sehr gut angenommen worden", sagte Zoosprecherin Kerstin Eckart. Rund 300 Besucher hätten sich bis zu diesem Zeitpunkt testen lassen. Ein negativer Test ist neben einem vorab gebuchten Onlineticket Voraussetzung für den Zoobesuch. Besucher können den Nachweis auch über einen zuvor im Testcenter absolvierten Schnelltest oder Selbsttest erbringen.

Medizinisches Personal vor einem Zelt auf einem Parkplatz vor dem Zoo Dresden
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16:18 Uhr | Übersicht über kostenfreie Corona-Teststellen

An mehr als 370 Stellen kann man sich sachsenweit kostenfrei aufs Coronavirus testen lassen. Die Verbraucherzentrale in Sachsen rät, sich genau anzusehen, bei wem man sich testet, schließlich gehe es um hochsensible Gesundheitsdaten.

Eine Übersicht über kostenlose Teststationen finden Sie hier und hier.

16:03 Uhr | Umverlegte "Querdenker"-Versammlung in Halle verboten

Die von den sogenannten "Querdenkern" kurzfristig angekündigte Versammlung auf dem Marktplatz in Halle ist von der Versammlungsbehörde verboten worden. Das Verbot betrifft auch alle etwaige Ersatzversammlungen, teilte die Polizei Halle mit. Zuvor hatte bereits das OVG Bautzen das Verbot der "Querdenken"-Versammlung in Leipzig bestätigt. Daraufhin riefen die Demo-Organisationen zur Versammlung in Halle auf.

Das Verbot musste erfolgen, weil Erkenntnisse vorliegen, dass die öffentliche Sicherheit in der Stadt Halle (Saale) erheblich gefährdet sein könnte. Die hiesige Polizei beabsichtigt dieses Verbot durchzusetzen.

Polizeiinspektion Halle/Saale

Die Polizei Sachsen twitterte, sie habe dennoch Einsatzkräfte zur Unterstützung nach Halle geschickt. Seit dem Morgen sind im Großraum Leipzig/Halle die Bundespolizei und Polizisten aus acht Bundesländern präsent - insgesamt rund 1.700 Beamte.

15:18 Uhr | Deutscher Impfstoffhersteller hofft auf Zulassung

Der Impfstoffhersteller Curevac hofft auf eine Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde im Mai oder Juni. "Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket", sagte der Sprecher des Tübinger Unternehmens, Thorsten Schüller. Zuletzt war Curevac von einer EMA-Zulassung bis Ende Juni ausgegangen.

Curevac plane die Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr, sagte Schüller. Für 2022 sei die Produktion von einer Milliarde Impfstoffdosen vorgesehen.

15:00 Uhr | Kirchgemeinden Plauen: Frieden statt Spaltung

Die Ökumenische Nagelkreuzgemeinschaft Plauen ist ab heute Teil der Internationalen Nagelkreuzgemeinschaft. Hierzu zählen weltweit 160 Zentren, die durch Versöhnungsarbeit Wunden der Geschichte heilen und Vielfalt der Kulturen betonen wollen.

In Plauen stelle die Aufnahme der Gemeinschaft einen Gegenpol zu Spannungen und Spaltungen dar. Hatten erst die Asypolitik und das Agieren der rechtsextremen Kleinstpartei Der III. Weg Menschen in Plauen entzweit, sind es aktuell auch die Auseinandersetzungen um Maßnahmen zur Corona-Eindämmung, sagte die Ökumenebeauftragte des Kirchenbezirks Vogtland, Beatrice Rummel.

14:30 Uhr | Junge Menschen fühlen sich um Jahr beraubt

Die Sozialkontakt-Beschränkungen im Lockdown treffen auch Jugendliche und Studierende hart. Sie sehen sich wegen Corona seit Monaten im Leben ausgebremst. 80 Prozent der jungen Erwachsenen fühlen sich einer wichtigen Lebensphase beraubt, hat das Meinungsbarometer MDRfragt herausgefunden. Über die Sehnsucht nach Leben und Austausch, abseits der Lernerei zu Hause oder Langeweile im Jugendzimmer:

14:14 Uhr | Mediziner warnt vor Krise in Kliniken und Triage

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat angesichts steigender Zahlen von Covid-19-Patienten vor einer Zuspitzung der Lage in den Krankenhäusern gewarnt. "Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben", sagte er der "Passauer Neuen Presse". Damals sei die Zahl der Infektionen stark angestiegen. "Deshalb ist es richtig, dass die Kliniken sich auf einen Ansturm einstellen."

Frank Ulrich Montgomery
Der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery. Bildrechte: Adam Berry/dapd

Montgomery schloss nicht aus, dass Ärzte in die Situation kommen könnten, Hilfeleistungen priorisieren zu müssen. "Mit Sicherheit wird die Triage wieder im Raum stehen. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird." Der Begriff Triage (französisch für Auswahl, Sortieren) stammt aus der Kriegsmedizin und beschreibt die Priorisierung medizinischer Hilfen, besonders bei unerwartet hohem Patientenaufkommen und unzureichenden Behandlungsmöglichkeiten.

14:06 Uhr | Parteichef Urban sieht bei Corona-Protestlern Potenzial für AfD

Der Parteichef der sächsischen AfD, Jörg Urban, sieht in den aktuellen Protesten gegen die Corona-Maßnahmen Potenzial für die AfD. Diese Bürger nannte Urban auf dem Bundesparteitag in Dresden "Partner im Kampf um ein besseres Deutschland". Mit diesen Bürgern verbinde die AfD mehr als sie im Detail vielleicht trenne. Die AfD sei keine "sterile Parlamentspartei". Und: "Jeder Demonstrant, jeder Regierungskritiker ist ein potenzieller AfD-Wähler und vielleicht sogar ein künftiges Parteimitglied".

13:26 Uhr | DRK-Impfbus und Gebäude in Oelsnitz beschmiert

Ein großer weißer Anhänger steht vor einer Wiese. auf dem Anhänger sieht man da sLogo des deutschen Roten Kreuzes und den Namenzug. Daneben hat ein Unbekannter das Wort "Mörder" beschmiert. Der Bus stand am 9.4.2021 in Oelsnitz.
Bildrechte: Deutsches Rotes Kreuz

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat nach Schmierereien auf einen Impf-Truck und ein DRK-Gebäude in Oelsnitz Anzeige erstattet. "Wir sind fassungslos. Was soll man dazu sagen", meinte DRK-Sprecher Kai Kranich auf Anfrage von MDR SACHSEN. Die Impftermine, die am Sonnabend eingeplant waren, sollen heute auch stattfinden, sagte Kranich. Bereits zwei Mal sind Impfbusse des DRK im Vogtland auf diese Weise attackiert worden. Auch Gebäude wurden schon beschmiert.

Wir lassen uns von so etwas nicht entmutigen. Es wird weiter geimpft.

Kai Kranich Sprecher des DRK Sachsen

Zahlreiche Nutzer verabscheuten auf Twitter die Tat. Gleichzeitig bedankten sie sich bei den Mitarbeitern des DRK für deren Einsatz.

13:08 Uhr | OVG: "Querdenken"-Demo bleibt verboten

Das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat am Mittag das Verbot der Stadt Leipzig für die sogenannten "Querdenken"-Versammlungen bestätigt. Damit blieb die in der Nacht von den "Querdenken"-Organisatoren erhobene Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Leipzig vom Freitag erfolglos.

Angesichts der in Sachsen überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen und der zunehmenden Verbreitung von Virusvarianten besteht ein unkalkulierbares und nicht zu kontrollierendes Risiko. Nach den Erfahrungen aus vielen ähnlichen Versammlungen auch in anderen Städten ist nicht zu erwarten, dass von den Teilnehmern die nötigen Hygienemaßnahmen wie das Tragen eines medizinischen Mund-Nasen-Schutzes und das Abstandhalten eingehalten werden.

OVG Bautzen aus Beschluss vom 10. April 2021 - 6 B 177/21

13:04 Uhr | "Querdenker" verlegen Protest nach Halle/Saale

Nachdem die Stadt Leipzig und das Verwaltungsgericht die "Querdenken"-Proteste im Stadtgebiet verboten hatten, wollen die Organisatoren nun in Leipzigs Nachbarstadt Halle demonstrieren. In internen Chats kündigten sie den Protest für 16:30 Uhr an.

Zwischenzeitlich hatte es an Kontrollpunkten der Polizei in Markkleeberg auf der B2 stadteinwärts Rückstau bis zur Autobahn 38 gegeben, wo auf möglicherweise anreisende Versammlungsteilnehmende kontrolliert wurde.

12:20 Uhr | Vollstreckung hunderter Freiheitsstrafen verschoben

Bis Mitte Februar ist in Sachsen die Vollstreckung von 440 Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren coronabedingt verschoben worden. Verurteilte wegen Gewalttaten, Sexualstraftaten oder Rauschgiftkriminalität waren davon aber ausgenommen, teilte das Justizministerium mit. Zudem seien 5.254 Ersatzfreiheitsstrafen noch unerledigt oder unterbrochen. Das bezieht sich auf Geldstrafen, die Verurteilte nicht bezahlen können.

Die Strafaufschübe entlasten die zehn Justizvollzugsanstalten, urteilte das Ministerium. Die Belegung ist insgesamt von rund 3.400 auf 2.850 Inhaftierte zurückgegangen. Die Gefängnisse seien statt zu 87 Prozent derzeit zu 76 Prozent ausgelastet. Am 1. April saßen insgesamt 2.829 Menschen hinter Gittern in sächsischen Strafanstalten.

11:21 Uhr | Kunsthandwerk online erlebbar

An diesem Wochenende finden die Europäischen Tage des Kunsthandwerks statt - aber wegen Corona online. In der Oberlausitz geben 17 Werkstätten und Betriebe via Internet Einblicke in ihr Schaffen. Auch Holzkünstler Thomas Schwarz wollte mit Künstler-Kollegen in sein Atelier in der Nähe von Schleife einladen. Normalerweise besuchen 150 Interessierte pro Tag solche Schau-Aktionen. Nun erzählen seine Holzskulpturen ihre Geschichte online.

Der Holzkünstler Thomas Schwarz vor einem seiner jüngsten Werke. Es entstand aus einer Linde, die ein Wirbelsturm bei Panschwitz-Kuckau umgeworfen hat.
Der Holzkünstler Thomas Schwarz vor einem seiner jüngsten Werke. Es entstand aus einer Linde, die ein Wirbelsturm bei Panschwitz-Kuckau umgeworfen hat. Bildrechte: MDR/Martin Kliemank

11:00 Uhr | Vorbereitungen und Abwarten in Leipzig

Die Polizei kontrolliert rings um Leipzig den Anreiseverkehr an Ausfallstraßen und Zubringern. Es waren mehrere Veranstaltungen für die Leipziger Innenstadt und in den umliegenden Landkreisen angemeldet worden, die fast alle am Nachmittag stattfinden werden. Unterstützt werden die Leipziger Beamten von der Bundespolizei und Polizisten aus sieben Bundesländern, darunter auch Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen.

Auch die Leipziger Gruppe von "Querdenken" hatte mit anderen Gruppen zu einer Kundgebung in Leipzig aufgerufen. Die Stadt hat die Kundgebungen untersagt und das Verbot mit einem Verweis auf das Sächsische Versammlungsgesetz begründet. Eine Klage dagegen muss das OVG Bautzen entscheiden. Bis zum Mittag soll der Entscheid vorliegen.

10:54 Uhr | Städtetag begrüßt bundesweit einheitliche Regeln

Der Deutsche Städtetag hat die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes begrüßt und sich für eine bundesweit einheitliche Notbremse ausgesprochen. Bisher habe es "zu viel Durcheinander in den Ländern" gegeben, mit welchen Bedingungen die Notbremse ab einer Inzidenz von 100 greife, sagte der Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Der Entwurf für ein verschärftes Gesetz sieht bundesweit einheitliche nächtliche Ausgangssperren von 21 bis 5 Uhr in allen Landkreisen und kreisfreien Städten ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vor. Um Vertrauen zurückzugewinnen, brauche es nun eine gute Kommunikation von Bund und Ländern, verlangte Jung, der auch Oberbürgermeister der Stadt Leipzig ist. Das Bundeskabinett will sich am Dienstag damit befassen.

Alle Beteiligten müssen jetzt zeigen, dass sie aus den Fehlern bei der Umsetzung und der Kommunikation von Beschlüssen gelernt haben.

Burkhard Jung Städtetagespräsident und OB in Leipzig

10:29 Uhr | Bund plant verbindliche Notbremse

Die Bundesregierung schlägt eine bundesweit einheitliche Ausgangssperre in der Nacht von 21 bis 5 Uhr vor. Die solle gelten, wenn Landkreise und kreisfreie Städte eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 haben. So steht es in einer "Formulierungshilfe für die schwarz-rote Regierungskoalition". Das Papier lag der Nachrichtenagentur AFP vor.

Weitere vereinheitlichte Regelungen sollen sich auf die Schließung von Schulen, Kitas, Läden, Gastronomie, Hochschulen, Sportstätten und Kultureinrichtungen beziehen. Der Bund will im Eilverfahren durch Kabinett und Parlament Gesetzesänderungen beschließen lassen und so mehr Kompetenzen in der Pandemiebekämpfung an sich ziehen.

10:02 Uhr | Kaum Mund-Nasen-Schutz beim AfD-Parteitag

In der Dresdner Messe treffen zur Stunde die Delegierten des AfD-Bundesparteitages ein. Wie ein MDR-Reporter berichtet, werden zwar die Zutrittskarten von Ordnern und der Polizei kontrolliert, aber nicht der Mund-Nasen-Schutz, den kaum jemand trägt. Das Bündnis "Dresden Nazifrei", das gemeinsam mit anderen Initiativen gegen den Parteitag demonstriert, kritisierte, dass die Partei in der Hochzeit der dritten Corona-Welle einen Präsenzparteitag abhält.

09:50 Uhr | Tausende freie Impftermine in Sachsen

Nach der Freigabe von Impfterminen für über 60-Jährige sind immer noch tausende Termine frei. Vor allem in den Impfzentren in Chemnitz, Eich, Löbau und Mittweida gibt es von morgen bis zum kommenden Mittwoch freie Kapazitäten.

Das DRK Sachsen hatte 50.000 Impftermine mit dem Präparat von Astrazeneca angekündigt. Das Angebot richtet sich speziell an Menschen über 60 Jahren.

09:30 Uhr | 42 Verdachtsfälle von Thrombosen nach Impfung mit Astrazeneca

Nach einer Impfung mit Astrazeneca sind in Deutschland bislang 42 Verdachtsfälle von Hirnvenen-Thrombosen registriert worden. Das meldet das Paul-Ehrlich-Institut. Demnach waren vor allem Frauen im Alter bis 63 Jahre betroffen. Es gab acht Todesfälle. Bis Anfang April wurden in Deutschland über 2,9 Millionen Impfungen mit Astrazeneca durchgeführt. Das Präparat wird inzwischen fast nur noch bei Menschen eingesetzt, die älter als 60 Jahre sind. Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft derzeit auch Thrombose-Fälle nach Impfungen mit dem Corona-Wirkstoff von Johnson & Johnson in den USA.

08:58 Uhr | RKI meldet Inzidenzwert von 182 für Sachsen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen bleibt bundesweit auf einem hohen Niveau. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gab es 24.097 Fälle binnen eines Tages, am Freitag wurden 25.500 Fälle gemeldet. Die Wocheninzidenz stieg im Vergleich zum Freitag auf 120,6 (110).

Auch für Sachsen meldete das RKI mit 182 einen höheren Inzidenzwert. Der Vogtlandkreis gehört mit einer Inzidenz von 299 weiter zu den am meisten betroffenen Landkreisen im Bundesgebiet. Mit einer Inzidenz von 563 bzw. 472 sind die Stadt und der Landkreis Hof die traurigen Spitzenreiter.

Nach Angaben des sächsischen Sozialministeriums stieg auch die Zahl der Covid-Patienten auf den Normalstationen auf 1.127 (am Vortag 1.116). Ab einer Belegung von 1.300 Betten müssten laut aktueller sächsischer Corona-Schutzverordnung die derzeitigen Lockerungen rückgängig gemacht werden.

08:25 Uhr | Zoo Dresden bietet Corona-Schnelltests an

Der Zoo in Dresden bietet bis auf Weiteres an den Wochenenden kostenlose Corona-Schnelltests für seine Besucher an. Ein negatives Testergebnis ist neben einem vorab gebuchten Online-Ticket Voraussetzung für den Zutritt zum Zoo. Die Besucher können den Nachweis auch über einen zuvor in einem Testcenter absolvierten Schnelltest oder einen Selbsttest erbringen. Deren Ergebnisse dürften jedoch nicht älter als 24 Stunden sein. Kinder unter 7 Jahren sind von der Testpflicht befreit.

Die Schnelltests am Zoo werden auf einem extra abgesperrten Bereich des Parkplatzes von einem mobilen Testcenter angeboten, das vom Gesundheitsamt der Stadt zertifiziert ist. Besucher müssen ihre Gesundheitskarte mitbringen, um das Angebot wahrnehmen zu können. Das Ergebnis soll innerhalb von 15 bis 20 Minuten vorliegen. Das Testteam ist laut Zoo am Samstag und Sonntag von 8:30 bis 16 Uhr einsatzbereit.

auf einem Parkplatz steht ein Zeltpavillon. Davor ein Schild, das darauf verweist, das man sich mit abstand im Pavillon auf Corona testen lassen kann.
Bildrechte: Konstantin Henß

08:03 Uhr | Lange Schlange vor Corona-Testzentrum im Dresdner Kulturpalast

Seit dieser Woche dürfen in Sachsen Kultureinrichtungen, Friseure und mancherorts der Einzelhandel nur mit einem negativen Corona-Schnelltest besucht werden. Außerdem darf der Test nicht älter als 24 Stunden sein. Was nach einem einfachen Prinzip klingt, ist in der Praxis offenbar nicht so leicht umzusetzen. Denn auch wenn es Schnelltest heißt, geht sehr oft gar nichts schnell. Viele Teststationen sind überlastet und die Termine größtenteils ausgebucht. Vor der Corona-Teststation im Dresdner Kulturpalast bildete sich am Freitag eine lange Schlange. Wartezeiten von eineinhalb Stunden waren keine Seltenheit.

07:28 Uhr | Modellprojekt in Oberwiesenthal soll am 30. April starten

Das Modellprojekt Covid-Ex in Oberwiesenthal nimmt neuen Anlauf. Wie Projektkoordinator Erik Schulze mitteilte, wird für einen Start der 30. April ins Auge gefasst. Anfang der nächsten Woche reiche man noch einmal aktualisierte Unterlagen beim Landratsamt des Erzgebirgskreises ein. "Inzwischen haben sich die Regularien ein bisschen geändert und es sind mehr Öffnungen möglich. Entsprechend passen wir unseren Antrag gemäß der gültigen Corona-Schutzverordnung an", sagte Schulze. Das Projekt soll inzidenzunabhängige Öffnungen von Hotels und Gaststätten ermöglichen. Mehr als 60 Unternehmen machen mit.

07:00 Uhr | Chemnitzer Parkeisenbahner klagen über Verluste

Bei der Parkeisenbahn Chemnitz ist das Bedauern groß, von den jüngsten Corona-Lockerungen nicht profitiert zu haben. Das verpasste Ostergeschäft habe eine große Lücke in den Haushalt gerissen, sagte der technische Geschäftsführer der Parkeisenbahn, Matthias Dietel: "Das Osterfest hat uns etwa 20.000 Euro gekostet, die wir nicht einnehmen konnten, weil wir nicht gefahren sind." Bereits 2020 habe man coronabedingt zwischen 60.000 und 70.000 Euro zu wenig eingenommen.

Wir hoffen auf den Tag, wo wir nicht hier rumstehen und wieder in den Betrieb starten können.

Matthias Dietel Technischer Geschäftsführer der Parkeisenbahn Chemnitz

Rote Parkeisenbahn mit bunten Ballons fährt durch Park
Bildrechte: Ines Gruner-Rudelt

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/Reuters

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.04.2021 | ab 06:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 10.04.2021 | 19:00 Uhr

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