Meldungen am Sonntag Corona-Ticker Sachsen am 07.03.: CDU will Hausärzte beim Impfen stärker einbinden

Täglich halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Impf-Spritzen
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19:46 Uhr | Tickerende

Damit beenden wir den Corona-Ticker aus Sachsen für heute. Wir wünschen Ihnen einen schönen Sonntagabend und sind morgen an gleicher Stelle für Sie da. Bleiben Sie gesund!

18:56 Uhr | Ringimpfung im Vogtlandkreis

Um im Vogtlandkreis die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sollen kommende Woche die Impfkapazitäten deutlich hochgefahren werden. Zusätzlich gibt es Pläne, die bisherige Priorisierung aufzuheben.

18:45 Uhr | Erste überarbeitete Allgemeinverfügungen erlassen

Ab Montag gilt die neue Sächsische Corona-Schutzverordnung. Darin sind auch verschiedene Lockerungsschritte enthalten. So dürfen zum Beispiel Einzelhandelsgeschäfte wieder mit Terminvereinbarung für Kunden öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner im Freistaat Sachsen und des Landkreises oder der kreisfreien Stadt liegt. Damit die Lockerungen auch angewendet werden dürfen, müssen die Landkreise und kreisfreien Städte allerdings neue Allgemeinverfügungen erlassen. Bis Sonntagabend haben erst folgende Landkreise und kreisfreien Städte Lockerungen erlaubt: Chemnitz, Dresden, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Görlitz. Der Vogtlandkreis hat aufgrund der nach wie vor hohen Inzidenzwerte entsprechend eine neue Allgemeinverfügung ohne zusätzliche Lockerungen erlassen.

Meldungen des Folgetags

18:25 Uhr | Inzidenzwert für Sachsen steigt auf 82

Am Sonntag sind nach Angaben der Landkreise und kreisfreien Städte in Sachsen insgesamt 394 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das sind 78 Fälle mehr als am Sonntag der Vorwoche. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen und liegt nun laut Robert-Koch-Institut sachsenweit bei 82. Die höchste Inzidenz weist weiterhin der Vogtlandkreis mit 243 auf. Am niedrigsten ist der Wert in der Stadt Leipzig. Dort liegt die Inzidenz bei 49.

Hinweis Bislang haben wir die Inzidenzzahlen aus den gemeldeten Infektionen der Landkreise und Großstädte errechnet. Da sich die neue Corona-Schutzverordnung aber an Zahlen des RKI orientiert, haben wir entschieden, diese in der täglichen Meldung zu verwenden. Die Neuinfektionen und Todesfälle stammen weiterhin von den Gesundheitsämtern.

16:51 Uhr | CDU erhöht Druck beim Impfen

In Sachsen soll nach dem Willen der CDU das Impfen gegen das Corona-Virus beschleunigt werden. Der gesundheitspolitische Fraktionssprecher Alexander Dierks sagte am Sonntag, Hausärzte sollten wie mobile Impf-Teams behandelt werden. Dazu müsse den Impfzentren erlaubt werden, Praxen mit Impfstoff und Zubehör zu beliefern. Die Hausärzte impften dann nach Priorität in eigener Zuständigkeit.

Es muss darüber hinaus auch den Haus- und Facharztpraxen möglich sein, Personen der Prioritätengruppen 1 und 2 zu impfen, so wie es in den Impfzentren bereits erfolgt. [...] Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat schon angekündigt, die Bundes-Impfverordnung so zu ändern, dass Hausärzte generell bei der Corona-Impfung einbezogen werden. Das wird aber noch etwas dauern. Solange wollen wir nicht warten und mit dieser pragmatischen Lösung die Zeit sinnvoll nutzen.

Alexander Dierks gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion

Nach Auskunft des Sozialministeriums sollen im März zunächst 40 Praxen in einem Pilotprojekt gegen Corona impfen. Mehr sei noch nicht möglich, weil der Bund dafür keine Honorare festgelegt hat. Eingesetzt werde der Impfstoff von Moderna.

16:25 Uhr | Menschen in sozialen Berufen erkranken häufiger an Covid-19

Pflegekräfte und Kita-Beschäftigte erkranken nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK) öfter an Covid-19 als andere Berufstätige. Das berichtete der NDR am Sonntag unter Berufung auf die ihm vorliegende Untersuchung. Die gesetzliche Krankenversicherung hat danach alle Corona-Diagnosen ihrer erwerbstätigen Mitglieder ausgewertet, insgesamt knapp 28.000.

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Berufsgruppen seien extrem. Während im Durchschnitt von 100 000 Erwerbstätigen knapp 500 wegen einer Corona-Infektion krankgeschrieben wurden, so waren es bei ambulanten und stationären Altenpflegekräften mit gut 1.200 mehr als doppelt so viele. Es folgen Kita-Beschäftigte sowie Krankenschwestern und -pfleger. Ebenfalls unter den besonders betroffenen Berufsgruppen sind Ergo- und Physiotherapeuten, medizinische Fachangestellte wie Arzthelferinnen sowie Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Ärztinnen und Ärzte.

14:11 Uhr | Hausärzteverband sieht Schnelltest-Anspruch kritisch

Der Deutsche Hausärzteverband hält es für illusorisch, dass der ab Montag geltende Anspruch aller Bürger auf kostenlose Corona-Schnelltests umgesetzt werden kann. "Was wir nicht anbieten können, ist ein Tag der offenen Tür für alle, die sich mal eben spontan testen lassen wollen", sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Bild am Sonntag". Weigeldt warf der Politik eine völlig ungenügende Planung vor. Man wisse nicht einmal ansatzweise, wann diese Schnelltests in welchem Umfang von wem geordert und zu wem geliefert werden sollen.

12:43 Uhr | Dulig würdigt Leistungen von Frauen in der Corona-Pandemie

Zum Internationalen Frauentag am morgigen Montag hat Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig die Leistungen von Frauen in der Corona-Pandemie gewürdigt. "Besonders für viele berufstätige Mütter hat sich der Anteil an der sogenannten Sorgearbeit nochmals erhöht", so Dulig am Sonntag. So würden sie mitunter tagsüber ihre Kinder beschulen, betreuen und bekochen, den Haushalt führen und ihre beruflichen Pflichten dann erfüllen, wenn die Kinder schlafen. "Bei allen Vorteilen, die Homeoffice mit sich bringen kann, dürfen wir diese Ausdehnung der Tage und die Mehrfachbelastung nicht übersehen." Zugleich verwies Dulig darauf, dass in Sachsen zwei Drittel der Frauen einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen - das sei die höchste Beschäftigungsquote bundesweit.

12:08 Uhr | Aktionsnetzwerk wertet Leipziger Protest gegen Autokorsos als Erfolg

Das Aktionsnetzwerk "Leipzig nimmt Platz" hat den Protest gegen mehrere Autokorsos von Gegnern der Corona-Auflagen in Leipzig als Erfolg gewertet. "Das war heute ein guter Tag für Leipzig, ein guter Tag für die Zivilgesellschaft", schrieb Irena Rudolph-Kokot von diesem Bündnis auf Twitter. Sie dankte allen, die sich an den Aktionen beteiligt haben.

11:35 Uhr | Kugelstoßerin Schwanitz für Olympia-Verschiebung auf 2024

Die frühere Kugelstoß-Weltmeisterin Christina Schwanitz aus Dresden hat sich für eine erneute Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio bis ins Jahr 2024 ausgesprochen. So könne man die Vier-Jahres-Periode wiederherstellen, sagte Schwanitz im Deutschlandfunk. "Dann hat die Welt Zeit, mit Corona zu leben. Und dann geht es nicht mehr um Angst, sondern dann geht es tatsächlich wieder um den Sport", sagte Schwanitz, die am Freitag Bronze bei der Hallen-EM geholt hatte. Schwanitz hatte zuletzt wiederholt ihre Vermutung geäußert, dass die Spiele in Tokio nicht ausgetragen werden können. Sollten sie doch stattfinden, "wird das nie so werden, wie ich das kennenlernen durfte". Die Skepsis vieler Menschen bei der Durchführung könne sie verstehen. "Corona ist ja kein Pappenstiel, das ist nicht bloß ein Husten und ein Schnupfen", sagte Schwanitz.

Christina Schwanitz (Kugelstoßerin vom  LV 90 Erzgebirge)
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11:05 Uhr | Bund fördert Sequenzierungsprojekt in Sachsen

Das Bundesministerium für Gesundheit fördert die Sequenzierung von Mutationen des Coronavirus mit 500.000 Euro. In einem grenzüberschreitenden Gemeinschaftsprojekt sollen im Uniklinikum Dresden ab Montag wöchentlich 150 Tests aus Sachsen, der Tschechischen Republik und Polen gesammelt und sequenziert werden, wie die Staatskanzlei am Sonntag mitteilte.

10:51 Uhr | Intensivmediziner: "Überschaubare dritte Welle"

Der Leiter der Intensivmedizin am Helios-Klinikum Leipzig, Dierk Schreiter, geht von einer überschaubaren dritten Corona-Welle aus. Im Interview bei MDR AKTUELL sagte Schreiter, er glaube und hoffe, dass die dritte Welle flacher ausfalle. Trotzdem werde sie durch die Mutationen spürbar sein. In spätestens 14 Tagen werde man sagen können, wie schwer die dritte Welle genau ausfalle. Die jetzt beschlossenen Lockerungen zeigten sich erst dann in der Intensivmedizin.

10:13 Uhr | 90 Verstöße bei Demonstrationen in Leipzig

Gegner der Corona-Politik haben für eine Demonstration in Leipzig am Samstag weniger Anhänger mobilisieren können als erwartet. An dem Protest mittels mehrerer Autokorsos beteiligten sich rund 350 Fahrzeuge, wie die Leipziger Polizei am Samstagabend mitteilte. Parallel dazu nahmen laut Polizei "deutlich über 1.000 Teilnehmer" an Gegenprotesten unter dem Motto "Querdenken ausbremsen" teil. Durch die Teilnehmer der Gegenproteste sei es zu Verkehrsbehinderungen gekommen, erklärte die Polizei weiter. Ein Aufeinandertreffen des Autokorsos mit dem Gegenprotest und damit eine konfrontative Situation sei verhindert worden.

Insgesamt seien 90 Verstöße gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung registriert worden. Mehrere Straftaten, unter anderem drei Sachbeschädigungen an Fahrzeugen, eine Beleidigung zum Nachteil eines Journalisten sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte habe es gegeben. Bei einem Verkehrsunfall mit einem Fahrradfahrer habe sich ein Polizeibeamter leicht verletzt. Insgesamt seien 2.500 Polizisten aus Sachsen, Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen im Einsatz gewesen, hieß es.

09:38 Uhr | Viele Beerdigungen auf Sachsens Friedhöfen

Mit der sich abschwächenden Corona-Pandemie hat sich auch die Platznot in den sächsischen Krematorien wieder entspannt. Weil aber so viele Menschen auch infolge der Pandemie gestorben sind, gibt es auf manchen Friedhöfen jetzt viele Bestattungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Oft zögerten jedoch Angehörige mit der Beisetzung, um später möglicherweise in größerem Kreis von ihren Verstorbenen Abschied nehmen zu können.

In Sachsen gibt es laut Sozialministerium 1.220 kirchliche und 500 kommunale Friedhöfe sowie neun Bestattungswälder. Beerdigungen und Beisetzungen sind weiter nur im engsten Familienkreis mit bis zu zehn Trauergästen zulässig.

08:57 Uhr | Kretschmer nimmt Bundesregierung in Schutz

Am Montag sollen die angekündigten Gratis-Schnelltests für alle verfügbar sein - das klappt wohl nicht durchgängig. SPD und CSU machen den Bund und vor allem Minister Spahn verantwortlich. Andere widersprechen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer nahm die Bundesregierung in Schutz. "Der Vorwurf an den Bund ist billig", sagte er den Funke-Zeitungen. Schnelltests seien im Übermaß produziert und lieferbar.

08:32 Uhr | Mutation des Coronavirus: Wie geht es weiter?

Die Infektionszahlen in Sachsen und Deutschland gehen seit Januar tendenziell zurück. Aber es hängt ein Damoklesschwert über uns: Die britische Corona-Mutation. Eine ansteckendere Virusvariante ist auf dem Vormarsch. Epidemiologe Ralf Reintjes von der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) sagt, bis Ende April könnte die britische Mutation komplett die alte Variante in Deutschland verdrängt haben. Aktuell stünde man an einem Scheitelpunkt.

08:01 Uhr | Babyboom im Lockdown

Offenbar ist es Paaren in Bautzen beim ersten Lockdown im Frühjahr 2020 nicht langweilig gewesen. Denn die Stadt erlebt einen regelrechten Babyboom. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, erblickten im Dezember vergangenen Jahres fast doppelt so viele Babys das Licht der Welt wie im Jahr zuvor.

07:46 Uhr | Sachsens Kirchen steht Sparkurs bevor

Sachsens Kirchen rechnen wegen der Corona-Pandemie mit einer Verschärfung ihrer Finanzlage. Dabei richtet sich das katholische Bistum Dresden-Meißen ohnehin auf ein Millionendefizit in der Zukunft ein, denn das Kirchensteueraufkommens sei traditionell gering, so das Bistum. "Es liegt bei 31,6 Millionen Euro und macht damit nur knapp die Hälfte der Gesamteinnahmen aus", sagte Bischof Heinrich Timmerevers am Sonnabend. Da seien die Auswirkungen von Corona noch nicht berücksichtigt. Auch das Bistum Görlitz wagt keine Prognose und hat in der Etatplanung für 2021 vorsorglich mit einem zehnprozentigen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen zu 2020 kalkuliert. Die evangelische Landeskirche erwartet ebenso Einbußen, aber keine Existenznöte.

Teilnehmer sitzen während einer Vesper anlässlich des Abschluss der Sanierung in der Dresdner Kathedrale auf ihren Plätzen.
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Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/Reuters

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.03.2021 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 07.03.2021 | 19:00 Uhr

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