Meldungen am Sonntag Corona-Ticker Sachsen am 14.03.: Mehreren Landkreisen drohen wieder verschärfte Beschränkungen

Täglich halten wir Sie mit unserem Corona-Ticker über das Pandemiegeschehen in Sachsen auf dem Laufenden. Hier finden Sie Zahlen, Fakten, Hintergründe.

Mit Buchstabenwürfeln wurde in einen Setzkasten das Wort Lockdown gelegt.
Bildrechte: dpa

Meldungen des Folgetages

19:39 Uhr | Tickerende

An dieser Stelle beenden wir unseren Ticker zur Corona-Lage in Sachsen. Morgen geht es mit neuen Informationen weiter. Wir wünschen Ihnen einen schönen Abend.

19:35 Uhr | 9.100 aktive Corona-Fälle in Sachsen

Die sächsischen Landkreise und Großstädte haben heute 464 Neuinfektionen mit dem Corona-Virus gemeldet. Am vergangenen Sonntag waren es noch 394 neue Fälle. Die steigende Tendenz setzt sich damit weiterhin fort.

Aktuell gibt es nach MDR-Berechnungen 9.100 aktive Fälle in Sachsen. Das sind 314 Fälle mehr als gestern. Der bisherige Tiefstwert in diesem Jahr lag bei 6.900 Fällen (23. Februar). Die sachsenweite Inzidenz der vergangenen sieben Tage liegt laut Robert-Koch-Institut nun bei 105 und damit den zweiten Tag in Folge über dem Grenzwert von 100. Der Vogtlandkreis bleibt mit einer Inzidenz von 296 Hotspot Nummer eins in Sachsen. Die Stadt Leipzig steht mit einer Inzidenz von 59 derzeit am besten da.

17:59 Uhr | Dresdner Oberbürgermeister Hilbert verurteilt nicht genehmigte Demonstration

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat die Zwischenfälle bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik in Dresden verurteilt.

Dirk Hilbert
Bildrechte: dpa

Die Teilnehmer, die sich widerrechtlich in Dresden eingefunden haben, haben sich an keine bestehenden Regeln gehalten und somit bewusst eine gesundheitliche Gefährdung von vielen Menschen provoziert.

Die Ereignisse hätten deshalb gezeigt, dass das Verbot der Demonstrationen von der städtischen Versammlungsbehörde richtig gewesen sei, so Hilbert. Die Stadt hatte im Vorfeld eine Demonstration der Initiative "Querdenken 351" mit bis zu 5.000 angemeldeten Teilnehmenden untersagt. Das Verwaltungsgericht in Dresden sowie das Oberverwaltungsgericht in Bautzen bestätigten das Verbot.

 17:17 Uhr | Auch Erzgebirgskreis drohen ab Dienstag wieder mehr Corona-Beschränkungen

Wegen der anhaltend hohen 7-Tage-Inzidenzen drohen zu Wochenbeginn nach dem Landkreis Zwickau auch im Erzgebirgskreis verschärfte Corona-Beschränkungen. Im Landkreis Nordsachsen, wo die Lockerungen schon Ende Februar aufgehoben wurden, dürfte sich aufgrund der steigenden Fallzahlen erneut die Frage stellen, ob die Schulen offen bleiben.  

Im Landkreis Zwickau und dem Erzgebirgskreis hatte der Inzidenzwert laut Robert-Koch-Institut zuletzt an vier Tagen in Folge über der 100er-Marke gelegen. Drei Tage reichen bereits aus, damit die sogenannte Rückfallregelung der Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung in Kraft tritt. Demnach gelten in beiden Kreisen ab Dienstag Ausgangssperren und ein Alkoholverbot. Geschäfte, die Click & Meet anbieten, müssen erneut schließen.

7-Tage-Inzidenzen laut Robert-Koch-Institut
  14.03.2021 13.03.2021 12.03.2021 11.03.2021
Erzgebirgskreis 149 147 119 110
Landkreis Zwickau 128 135 126 110
Nordsachsen 125 120 104 90

15:40 Uhr | Immer weniger Menschen wollen sich an Corona-Regeln halten

Je länger die Corona-Pandemie dauert, desto weniger werden die Corona-Regeln von den Menschen in Mitteldeutschland akzeptiert. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsbarometer MDRfragt. Ein Jahr nach Beginn der Corona-Krise gebe es gewisse Ermüdungserscheinungen, hieß es. Viele MDRfragt-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer halten die Regelungen demnach für unlogisch und schwer nachvollziehbar. Bei einer ersten Befragung im Mai 2020 hatten 60 Prozent angegeben, sich an die Beschränkungen zu halten, inzwischen seien es nur noch 50 Prozent.

14:51 Uhr | Bad Dübener Vereine kritisieren kostspielige Corona-Lockerungen

Sportvereine aus Bad Düben haben am Sonnabend auf dem Marktplatz der Stadt auf ihre schwierige Lage in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Um ihre Demonstration auch optisch zu veranschaulichen, platzierten sie einen Schwebebalken auf dem Markt. "Wir demonstrieren ja nicht gegen Corona, sondern wollen einfach den Finger heben und sagen, liebe Politik vergesst uns bei den Lockerungen nicht", sagte Steffen Brost, Vereinsvorsitzender vom TV 90 Blau-Gelb Bad Düben. Die Regeln müssten vor allem bezahlbar sein, so Brost. Angesichts der derzeitigen Vorschriften der Sächsischen Corona-Schutzverordnung rechnet der Verein mit Kosten von bis zu 5.000 Euro pro Woche für Corona-Schnelltests.

14:06 Uhr | Modellprojekt: Startschuss für Corona-Impfungen beim Hausarzt

Axel Stelzner aus Lichtentanne ist einer von 40 Medizinern, die in Sachsen am Modellprojekt "Impfen in der Hausarztpraxis" teilnehmen. Zum Auftakt am Freitag hatte er sich 20 Patientinnen und Patienten in seine Praxis bestellt. Vorteilhaft sei an den Impfungen in der Hausarztpraxis, dass er die Vorerkrankungen und Unverträglichkeiten von denjenigen, die geimpft werden sollen, genau kenne, sagte Stelzner.

13:33 Uhr | Innenminister Wöller kündigt kritische Auswertung von Polizeieinsatz an

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei der "Querdenker"-Demonstration am Sonnabend in Dresden hat sich jetzt auch Sachsens Innenminister Roland Wöller geäußert. Auf Anfrage von MDR SACHSEN sagte er:

Roland Wöller (CDU), Innenminister von Sachsen
Bildrechte: dpa

Ich verurteile die Gewalt gegen Polizisten und Journalisten auf das Schärfste. Trotz Versammlungsverbot haben die Coronaleugner mit roher Gewalt und grenzenlosem Egoismus gezeigt, dass sie den Rechtsstaat und die Gesundheit aller mit Füßen treten.

Roland Wöller Innenminister des Freistaates Sachsen

Wie jeder große Einsatz werde auch dieser kritisch und gründlich ausgewertet. Dies gelte es abzuwarten. Vorschnelle Urteile und pauschale Kritik an der Polizei seien daher fehl am Platze, so Wöller.

Bei der zuvor verbotenen Demonstration am Sonnabend wurden zwölf Polizisten verletzt. Wegen Verstoßes gegen die Sächsische Corona-Schutzverordnung leitete die Polizei 943 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein.

13:08 Uhr | Corona-Krise kostet bisher 250 Milliarden Euro an Wirtschaftskraft

Der Corona-Lockdown kostet die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal dieses Jahres rund 50 Milliarden Euro. Das berichtete die "Bild am Sonntag" und beruft sich auf das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Demnach beläuft sich der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts durch die Corona-Krise auf bislang 250 Milliarden Euro. Das Institut schätzt die Zahl sogenannter "Zombie"-Unternehmen auf rund 5.000. Sie existieren nur noch, weil die Pflicht zur Anmeldung von Firmenpleiten bis Ende April ausgesetzt ist.

12:13 Uhr | Sachsens Inzidenzwert zweiten Tag in Folge über 100

In Sachsen liegt die 7-Tage-Inzidenz am Sonntag bei 105 und damit den zweiten Tag in Folge bei über 100. Das teilte das Robert-Koch-Institut mit. Die 100er-Marke gilt in Landkreisen und Großstädten als kritische Grenze für Lockerungen beziehungsweise Verschärfungen. Als Hotspot gilt nach wie vor das Vogtland mit rund 296 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche. Im Erzgebirgskreis beträgt der Wert 149, im Landkreis Zwickau 128, im Landkreis Nordsachsen 125, im Landkreis Meißen 102 und im Landkreis Görlitz 103.

11:50 Uhr | Unternehmen leiden unter Grenzschließung zu Tschechien

Am Sonnabend war es auf den Tag genau ein Jahr her, seit Tschechien wegen der hohen Inzidenzwerte die Grenzen zu Deutschland dicht gemacht hatte. Mittlerweile ist es anders rum: Deutschland lässt seit fast vier Wochen kaum noch Menschen aus Tschechien ins Land. Die Infektionszahlen dort gehören zu den höchsten weltweit. Grenznahe Unternehmen aus Sachsen und ihre Angestellten aus Tschechien stellt das vor große Probleme.

11:10 Uhr | Reisewarnungen für mehrere Urlaubsgebiete aufgehoben

Urlaub auf Mallorca ist seit heute wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen hatte die Bundesregierung die Reisewarnung aufgehoben. Auch die anderen Balearen-Inseln Menorca, Ibiza und Formentera sowie Teile des spanischen Festlands sind kein Risikogebiet mehr. Auf Mallorca liegt die Wochen-Inzidenz derzeit bei 21. Der Wert für die Einstufung als Risikogebiet liegt bei 50. Die Lufthansa verzeichnete nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Wochen bereits einen deutlichen Anstieg bei Buchungen für die Ostertage. Auch für Teile Portugals ist ab heute bei der Rückkehr keine Quarantäne mehr nötig.

Strand von Mallorca.
Eine Reise nach Mallorca ist ab sofort wieder möglich. Bildrechte: imago/Eibner

10:56 Uhr | Astrazeneca-Lieferengpässe: Keine Auswirkungen auf Sachsen

Die Lieferausfälle beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca haben vorerst keine Auswirkungen auf Sachsen. Das teilte ein Sprecher vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) dem MDR mit. An den 10.000 Terminen pro Tag werde festgehalten. Verschiebungen seien nicht geplant. Dennoch beobachtet das DRK die Entwicklungen nach eigenen Angaben mit Sorge. Deshalb werde das Impfstoff-Management überprüft. Astrazeneca kann im ersten Halbjahr nur 100 Millionen Dosen an die EU liefern. Zugesagt waren ursprünglich mehr als doppelt so viele.

10:30 Uhr | Linke fordert soziales Vergabegesetz

Nach Ansicht der Linken muss die Vergabe von Aufträgen des Landes an Unternehmen sozialer werden. Diese Forderung hat Antonia Mertsching, Lausitzer Abgeordnete der Linken-Fraktion. "Sachsen braucht ein Vergabegesetz, das auf das wirtschaftlichste Angebot schaut - und das ist nicht immer das billigste. Steuergeld sollte nur an Unternehmen fließen, die gute Arbeit leisten, ihre Beschäftigten anständig behandeln und nachhaltig wirtschaften!" Die Abgeordnete kritisierte damit Masken-Bestellungen der Landesregierung bei chinesischen Produzenten während der Corona-Pandemie, obwohl es auch einheimische Angebote gegeben habe. Das habe auch wirtschaftliche Folgen für regionale Produzenten gehabt.

07:05 Uhr | Erzgebirgs-Impfbus macht zum zweiten Mal Halt in Großhartmannsdorf

Das rollende Impfzentrum des Erzgebirgskreises macht heute erneut Halt in Großhartmannsdorf. Bereits am 22. Februar hatten sich rund 120 Einwohner über 80 Jahre im Impfbus gegen das Coronavirus ihre erste Dosis geholt. Nun folgt der zweite Durchgang. Verimpft wird der Wirkstoff von Biontech/Pfizer.

05:55 Uhr | Linke und SPD fordern parlamentarische Aufarbeitung der "Querdenker"-Demonstration

Nach den gewaltsamen Ausschreitungen bei der verbotenen Demonstration der "Querdenker"-Bewegung in Dresden werden Rufe nach Konsequenzen laut. Albrecht Pallas, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, forderte die Aufarbeitung der Ereignisse im Innenausschuss: "Erneut wurden aus den Reihen der Querdenker brutal Polizisten und Journalisten angegriffen. Die Polizei war offenkundig - im Gegensatz zum 12. Dezember 2020 - nicht in der Lage, das Verbot der Versammlungen durchzusetzen und Ersatzversammlungen zu verhindern." Er sei erschüttert, dass es zu diesen Situationen kommen konnte. Die Ereignisse müssten politisch und parlamentarisch aufgearbeitet werden. Der Ausschuss müsse hinterfragen, ob die Taktik von Versammlungsbehörde und Polizei richtig war, ob der Kräfteansatz gepasst hat und ob eher hätte eingegriffen werden müssen.

Quelle: MDR/Redaktion/dpa/epd/afp/Reuters

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 14.03.2021 | ab 05:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 14.03.2021 | 19:00 Uhr

Mehr aus Sachsen