Pandemielage in Sachsen Kretschmer warnt vor dritter Corona-Welle im Januar

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, steht vor der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal und trägt dabei einen Mund- und Nasenschutz.
Die Pandemielage in Sachsen ist weiter angespannt. Laut Ministerpräsidenten Michael Kretschmer treten wir "in eine sensible Phase". Bildrechte: dpa

In Sachsen wird Mitte Januar eine dritte Corona-Welle erwartet. Das hat Ministerpräsident Michael Kretschmer unter Berufung auf Experten am Dienstag in Dresden mitgeteilt. Vor uns würden die zehn härtesten Wochen der Pandemie liegen, so der Politiker. Daher hat er erneut an die Bevölkerung appelliert, Kontakte zu reduzieren, den Mindestabstand einzuhalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Diese Regeln sollten seiner Ansicht nach inzwischen jedem "in Fleisch und Blut" übergegangen sein.

Wie groß die Welle wird und welchen Schaden sie anrichtet, haben die Menschen in Sachsen und in Deutschland selbst in der Hand.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident

Vorerst keine Lockerungen in Sicht

Die neuesten Zahlen würden zeigen, dass es einen leichten Knick im Sieben-Tage-Mittelwert der Neuinfektionen gebe. Das dürfe uns aber nicht in Sicherheit wiegen. So lange die Inzidenzwerte so hoch sind, dass keine Kontaktverfolgung möglich ist, können die Regeln nicht gelockert werden, so Kretschmer.

Die Inzidenz ist zu hoch, um über Lockerungen zu sprechen.

Michael Kretschmer Sachsens Ministerpräsident

Das jetzige Ziel sei es, alle Kontaktpersonen einer infizierten Person innerhalb eines Tages zu kontaktieren und die angeordnete Quarantäne zu kontrollieren. Dafür sollen die bestehenden Strukturen gestärkt werden. So werde beispielsweise die Bundeswehr die Gesundheitsämter unterstützen. Die Polizei und Ordnungsämter seien zudem angehalten, alle Verstöße gegen die Corona-Regeln zu ahnden. Außerdem sollen die Mitarbeiter der Landkreise auch Weihnachten und über den Jahreswechsel arbeiten.

Hoffnung auf Solidarität

Sowohl der Ministerpräsident wie auch die sächsische Sozialministerin Petra Köpping haben wiederholt ihre Hoffnung geäußert, dass die Menschen im Freistaat sich in der aktuellen Situation vernünftig verhalten und klug agieren. Solidarität ist nicht die Suche nach Schlupflöchern, mahnt Köpping.

Impfstart in drei Pflegeheimen

Am 27. Dezember sollen in Sachsen die ersten Corona-Impfungen verabreicht werden. Wie Köpping mitteilte, wurden drei Pflegeheime in Radeberg, im Erzgebirgskreis und im Landkreis Zwickau ausgesucht. Bis Ende des Jahres sollen ihren Angaben zufolge in Sachsen mehr als 24.300 Impfdosen eintreffen, in der ersten Januarwoche weitere 34.100 Impfungen. Zunächst werden nur die mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern unterwegs sein. Der genaue Start für die Impfzentren sei auch von der Lieferung des Impfstoffes abhängig. Den Start der Impfungen beschreibt Köpping als "ein Stück Hoffnung".

Schnelltests in Apotheken ab Januar möglich

Im neuen Jahr sollen auch in Apotheken Corona-Schnelltests durchgeführt werden können. Laut Köpping bedarf es zunächst noch einer entsprechenden Zulassung. Ab Januar können sich Apotheken entsprechend schulen lassen. Die Ministerin weist darauf hin, dass die Tests nicht überall möglich sein werden, da die Apotheken einen geeigneten Platz, entsprechendes Personal und die passende Schutzausrüstung benötigen.

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 22.12.2020 | 19:00 Uhr

112 Kommentare

Micky Maus vor 48 Wochen

"da ringen aktuell Corona-Patienten auf der Intensiv-Station um ihr Leben "

Auf den Intensivstationen ringen immer Menschen um ihr Leben.
Das ist kein Corona-Effekt!

Roberto vor 48 Wochen

"Wofür sollte sich Kretschmer entschuldigen?" - Naja vielleicht dafür, dass er die Sache anfangs zu sehr auf die leichte Schulter genommen hat? Dass seine Sächsinnen und Sachsen zur Unvernünftigkeit neigen, siehe ihr Wahlverhalten, und dass der Anteil der Aluhutträger hier ziemlich hoch ist, ist schließlich nichts Neues.

Ritter Runkel vor 48 Wochen

@DER Beobachter
Wenn Ihnen nichts anderes an Argumenten einfällt, als den Diskussionspartner in die Ecke von AfD und Coronaleugnern zu stellen, zeigt, dass Sie keine Ahnung haben, mit wem Sie diskutieren.
Ist mir aber ehrlich gesagt egal. Ich habe es echt nicht nötig, mir hier von Ihnen Zustimmung abzuholen.
Sie dürfen gern denken, was Sie wollen. Dass ich aber AfD-Anhänger wäre, da liegen Sie falsch.

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