Bund-Länder-Beratungen Böllerverbot zu Silvester - Fußball in Sachsen weiter ohne Publikum

Die Bund-Länder-Beratungen haben für Sachsen wenig Neues gebracht, weil der Freistaat angesichts der hohen Infektionszahlen die meisten der neuen Regeln bereits umsetzt. Doch auch hier gibt es eine Verschärfung. Sachsens Regierungschef Kretschmer ist weitgehend zufrieden mit den Beratungen.

In Sachsen wird der Verkauf von Böllern und Feuerwerk zu Silvester in diesem Jahr - wie auch in allen anderen Bundesländern - erneut verboten. Das sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer nach der gemeinsamen Konferenz mit Bund und Ländern. An publikumsträchtigen Plätzen soll es zudem ein Feuerwerksverbot geben. Das Verbot sei notwendig, um die Kliniken nicht zusätzlich zu belasten, so Kretschmer. Für betroffene Unternehmen ist eine Kompensation im Rahmen der geplanten Wirtschaftshilfen vorgesehen.

Kritik an Reglungen zum Fußball

Mit Blick auf die beschlossenen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte betonte Kretschmer, das Problem sei nicht, dass sich einzelne Menschen träfen, sondern größere Gruppen. In diesem Zusammenhang zeigte sich Kretschmer enttäuscht, dass es nicht zu einem bundesweiten Ausschluss von Zuschauern in den Fußballstadien kommt. Das wird unter anderem in Sachsen bereits so gehandhabt. Auf Beschluss von Bund und Ländern dürfen an Großveranstaltungen im Freien höchstens 15.000 Zuschauer teilnehmen.

Viele Bundesländer wie Sachsen, Bayern und Baden-Württemberg seien der Auffassung, dass Fußballstadien mit Fans "nicht in diese Zeit passen", sagte Kretschmer. "Schade, dass es nicht gelungen ist, das durchzusetzen." Dies wäre besser gewesen, "um Fairness und einen gewissen Frieden" zu gewährleisten, wenn das in ganz Deutschland gleich gehandhabt worden wäre.

Kretschmer: Geltende Regeln sollen verlängert werden

Insgesamt sei er aber zufrieden über die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen, sagte Kretschmer. Es gebe einen "neuen und klaren Korridor der Pandemiebekämpfung für Gesamtdeutschland". Er appellierte erneut an die Menschen, jetzt diszipliniert zu sein und auch durch das eigene Verhalten daran zu arbeiten, bestimmte Dinge schnell wieder zu ermöglichen. "Wir müssen deutlich nach unten kommen", sage Kretschmer mit Blick auf die hohe Zahl der Neuinfektionen insbesondere in Sachsen.

Die geltenden Regeln in Sachsen sollen laut Kretschmer auch über den 12. Dezember hinaus verlängert werden. Vizekanzler Scholz habe zugesagt, persönlich dafür einzutreten, die Regelungen aufrechtzuerhalten, sagte Kretschmer.

Das wäre ja auch ein wirklicher Riesen-Schaden und von niemand nachzuvollziehen, dass bei einer so dramatischen Entwicklung die Regelungen auslaufen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Falls das neue Infektionsschutzgesetz bis dahin nicht vorliege, soll die geltende Novelle verlängert werden.

Quelle: MDR (kb)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 02. Dezember 2021 | 19:00 Uhr

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