Corona-Pandemie Impfdurchbrüche in Sachsen extrem selten

Eine Impfung gegen das Coronavirus schützt zwar nicht vor einer Infektion mit dem Virus, mindert aber den Verlauf. Darauf hat Gesundheitsministerin Köpping am Dienstag noch einmal hingewiesen. Um die Impfquote zu erhöhen, sollen in den kommenden Wochen Impfskeptiker gezielt angesprochen werden. Die Landesregierung stützt sich dabei auf eine Studie, die Merkmale beschrieben hat, in welchen Bevölkerungsgruppen die meisten Vorbehalte gegen die Impfung vorherrschen.

Eine Spritze ist vor den Logos der Unternehmen Sanofi, Biontech, Pfizer, AstraZeneca, Curevac, Johnson & Johnson, Sanofi und GlaxoSmithKline zu sehen. Alle Unternehmen stellen bereits Corona-Impfstoffe her, oder werden es in naher Zukunft tun.
474 Menschen in Sachsen haben sich nach einer Impfung mit dem Coronavirus infiziert - das sind 0,023 Prozent aller vollständig Geimpften. Bildrechte: dpa

Auch in Sachsen haben sich Menschen trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus infiziert. Mit Stand 12. August gab es 474 sogenannte Impfdurchbrüche, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden sagte. Das seien 0,023 Prozent aller vollständig Geimpften, also "extrem selten".

Sechs Prozent der Betroffenen waren im Krankenhaus - alle 50 Jahre oder älter. 25 Menschen oder 5,27 Prozent der geimpften Erkrankten starben. "Alle waren älter als 70 Jahre und hatten meist Vorerkrankungen."

Sachsen will Impfskeptiker gezielt ansprechen

Eine Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz, wie bei anderen Viren kann es trotzdem zu Infektionen kommen. Die Impfstoffe mindern jedoch das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, deutlich.

Ministerin Köpping kündigte am Dienstag an, auf Impfskeptiker gezielt zugehen zu wollen. Das soll auf der Grundlage soziodemografischer Daten erfolgen. "Wir werden uns demnächst direkt an die Haushalte wenden, wo wir die Zielgruppe vieler noch nicht geimpfter Menschen vermuten." Dafür vorbereitet seien unter anderem eine Postwurfsendung, Anzeigen in Tages- und Wochenpresse sowie Social-Media-Filme.

Illustration - Hand verweigert Impfung
Eine Studie hat ergeben, dass die meisten Impfskeptiker ein geringes Einkommen haben, zwischen 31 und 40 Jahre alt sind und und Parteiensympathie für die AfD hegen. Bildrechte: imago images/Ikon Images

Grundlage dafür sei die Datenbasis der mikrogeografischen Zielgruppenanalyse der Studie "Covid-19 in Sachsen" des Mercator Forums für Migration und Demokratie (MIDEM) an der TU Dresden. Menschen, die einer Coronaschutzimpfung skeptisch gegenüberstehen, lassen sich demnach anhand bestimmter Merkmale beschreiben. Die MIDEM-Studie habe die höchste Zahl der Impfskeptiker bei Menschen mit geringem Einkommen gezeigt, die als Arbeiterinnen und Arbeiter oder Freiberufler tätig sind, zwischen 31 und 40 Jahre alt sind, einen Realschulabschluss haben und Parteiensympathie für die AfD hegen.

Im Erzgebirge Anteil von Impfunwilligen besonders hoch

Im Erzgebirgskreis sei der Anteil der für die Impfwerbung besonders relevanten Zielgruppe mit 30 Prozent besonders hoch, teilte das Sozialministerium weiter mit. Auf Gemeindeebene liege der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe sogar bei bis zu 34 Prozent. In Gesamtsachsen zählten 25,6 Prozent der Einwohner zu den Impfskeptikerinnen und -skeptikern. Bundesweit seien es 19,7 Prozent.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 24. August 2021 | 19:00 Uhr

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