Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Zum Langlauf über die Karlsbrücke in Prag werden sich wohl die wenigsten Sachsen entschließen. Wer Urlaub im Nachbarland plant, sollte die Einreise- und Corona-Regeln beachten. Bildrechte: dpa

Ausflugspläne?Ahoi und cześć Corona-Regeln: In den Winterferien nach Tschechien und Polen

von MDR SACHSEN

Stand: 10. Februar 2022, 15:08 Uhr

In den Winterferien planen viele Sachsen Ausflüge oder Reisen in Sachsens Nachbarländer. Tschechien hat am Donnerstag die Corona-Regeln gelockert und 2G in einigen Bereichen abgeschafft. Das trifft jedoch nicht auf die strengen Einreiseregeln zu. Die gelten auch für das EU-Land Polen. Das sollten Reisewillige beachten.

Tschechien lockert - aber nicht bei Einreise

In Tschechien hat die Regierung begonnen, die coronabedingten Einschränkungen aufzuheben. Das gilt jedoch nicht für die Einreiseregeln nach Tschechien. Die strengen Einreiseregeln ins Land bleiben bestehen, betonte das tschechische Gesundheitsministerium in dieser Woche. Demnach müssen ausländische Touristen bei der Einreise weiterhin:

  • einen negativen PCR-Test vorweisen. Das gilt auch für Geimpfte, solange sie keine Boosterimpfung haben.
  • Geboosterte brauchen keinen Testnachweis, Kinder unter zwölf Jahren sind ebenfalls von der Testpflicht befreit.
  • Für Ungeimpfte ist ein zweiter Test im Abstand von fünf bis sieben Tagen nach der Ankunft verpflichtend.
  • In Tschechien ist das Masketragen verpflichtend beim Einkauf und im öffentlichen Nahverkehr.

Kein 2G mehr in Gastro- und Kulturbranche

Seit Donnerstag gibt es für Restaurants, Gaststätten, Kulturveranstaltungen und beim Einkaufen keine 2G-Regeln mehr. Die Einheimischen bewerten das unterschiedlich, hat der Fernsehkorrespondent der ARD in Prag, Danko Handrick, festgestellt.

Skepsis und Optimismus bei Einheimischen

Bei einer kleinen Befragung in der Kneipe "Cerný vul" ("Schwarzer Ochse") nahe der Prager Burg sagte der Gast Petr Ehrlich: "Ich glaube, die Öffnung ist voreilig, in ganz Europa und auch hier. Corona ist noch nicht vorbei. Das Virus kann noch ein paar Haken schlagen, es kann noch eine Mutation kommen." Der Tscheche lag währen der zweiten Corona-Welle mit einer Coronainfektion im Krankenhaus: "Ich wäre fast draufgegangen. Also, ich würde das Virus lieber nicht unterschätzen."

Der Gastwirt im "Ochsen", Mira Cerny, findet hingegen, dass es mit den Lockerungen jetzt besser werde. "Es wird nicht toll, aber besser. Die Touristen fehlen und die Leute haben Angst. Ich hoffe, das ändert sich jetzt mal langsam. Aber keiner weiß das", sagte er dem ARD-Reporter Handrick.

In Prag hoffen viele Gastwirte auf Touristen und dass wieder mehr Einheimische in Gaststätten und Bierstuben kommen. Bildrechte: dpa

Die aktuelle Corona-Lage in Tschechien

Tschechien hat in dieser Woche wohl den Höhepunkt der Omikron-Welle erreicht oder ihn gerade überschritten. Die Inzidenz lag laut Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag bei 1.964,6 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Mehr als 3,31 Millionen Corona-Infektionen wurden bislang im Nachbarland erfasst. 37.612 Menschen starben im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Die Impfquoten sind ähnlich hoch wie in Sachsen: Vollständig geimpft sind 63,5 Prozent der tschechischen Bevölkerung. Eine Auffrischungsimpfung haben 36,1 Prozent bekommen.
In Sachsen haben 63,3 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung, geboostert sind 44,3 Prozent.

In Polen weder 2G noch 3G - aber Kapazitätsgrenzen

Einreisebedingungen für EU-Bürger wie nach Tschechien gelten auch für Polen. Das heißt, es besteht grundsätzlich und in jedem Transportmittel - oder auch zu Fuß - für Polen eine zehntägige Einreisequarantäne. Die entfällt, wenn man:

  • einen digitalen Impfnachweis der EU hat oder durch ein anderes Dokument in polnischer oder englischer Sprache seine gültigen Impfungen nachweist
  • oder einen Nachweis in polnischer oder englischer Sprache vorzeigt, dass die Corona-Erkrankung innerhalb der letzten sechs Monate vor Grenzübertritt durchlaufen wurde
  • oder einen negatives COVID-19-Testergebnis vorlegt, das nicht älter als 48 Stunden ist (Antigen- oder PCR-Test).
  • Von der Quarantänepflicht sind Kinder unter 12 Jahren in Begleitung geimpfter bzw. negativ getesteter Sorgeberechtigter befreit, ebenso Berufskraftfahrer und das Personal des Güter- und Personenverkehrs.

Sport und Kulturveranstaltungen sind in Polen schon lange wieder erlaubt. Es gelten aber Kapazitätsbeschränkungen. Bildrechte: dpa

Das polnische Alltagsleben

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionen gelten in Polen teilweise erhebliche Kapazitätseinschränkungen in Gaststätten, Hotels, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Kirchen, bei Veranstaltungen, im Sport und bei privaten Versammlungen. Obergrenzen gibt es auch für Geschäfte und Einkaufszentren. Weil laut polnischer Regierung Geimpfte und Genesene bei den einzelnen Kapazitätsbeschränkungen nicht mitgezählt werden, können Gäste theoretisch auf ein freies Zimmer in Hotels oder einen freien Tisch hoffen, berichten Reiseveranstalter im Internet.

Klubs und Diskos geschlossen

Nachtklubs, Diskotheken und andere Tanzveranstaltungen sind in Polen derzeit nicht geöffnet bzw. erlaubt. Und die Maskenpflicht gilt im öffentlichen Nahverkehr, überall beim Einkaufen, in Kinos, Theatern und allen öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken, Post, Banken, Schulen.

  • Alle Informationen zur Einreise und zu den aktuell gültigen Corona-Regeln in Polen finden Sie in der Übersicht hier zusammengestellt.

Die Corona-Lage in Polen

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Polen lag am Donnerstag bei 734,1. Vor einer Woche waren die Infektionszahlen höher. Anfang Februar lag die Inzidenz über 900, informierte das RKI. Mehr als 5,25 Millionen Corona-Infektionen wurden bislang in Polen erfasst. 107.204 Menschen starben bisher im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion.

Die Impfquote in Polen ist noch geringer als in Sachsen. 58 Prozent der Menschen jenseits von Oder und Neiße haben eine Zweitimpfung, 28,4 Prozent sind geboostert.
Zum Vergleich: In Sachsen haben 63,3 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung, geboostert sind 44,3 Prozent.

MDR (kk/Danko Handrich)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | 10. Februar 2022 | 12:36 Uhr