Lernvideos Grundschullehrerin wird zum Online-Star

Ines Kutzner steht vor einer Tafel.
Deutsch-Fans haben den Youtube-Kanal "Grundschullehrerin Kutzi" für sich entdeckt. Ines Kutzner aus Lampertwalde ist die Frau hinter der Kamera. Bildrechte: youtube

Wer weiß, welche Karriere Ines Kutzner von der Grundschule Lampertswalde noch vor sich hat. Mehr als 3.700 Leute haben die Lehrerin bisher bei Youtube abonniert, fast 390.000 Mal wurde ihr Kanal schon aufgerufen. Hat sie selbst mit so einem Ansturm auf ihre Lernvideos gerechnet? "Nein", sagt Ines Kutzner. "Ich war total überrascht, dass das überhaupt angenommen wurde. Die Videos waren ja nur für meine Kinder aus meiner eigenen Klasse bestimmt und dann hat sich das entwickelt." Inzwischen hat sie auf ihrem Channel "Grundschullehrerin Kutzi" viel mehr Abonnenten als Schüler, aber als Youtube-Star sieht sich die Lehrerin noch nicht.

Es macht mir Freude, dass so viele zugreifen.

Ines Kutzner

Lernvideos sind jetzt der Renner

Die Lehrerin sagt selbst, dass der Zugriff auf Lernvideos jetzt im zweiten Lockdown allgemein angestiegen ist. Ihre Videos haben sich rumgesprochen und wurden online mit anderen Usern geteilt. Die Highlights: Ihre Videos zu Substantiven/Nomen und zu Verben haben Abrufzahlen, die vor der Corona-Krise in Fußballstadien genannt wurden, als die Zahl der Fans vom Stadionsprecher durchgesagt wurde.

Videos weltweit gern gesehen

An eine Schultafel in einem Klassenzimmer wurde mit Kreide das Wort Lockdown geschrieben und ein Virussymbol gemalt. An der Tafel hängt eine Mund-Nasenmaske. Im Vordergrund sind die Stühle auf die Tische gestellt.
Wenn die Schüler nicht in die Schule können, kommt eine Lehrerin aus Lampertswalde im Online-Video zu den Schülern. Bildrechte: imago images / Fotostand

Macht sie, wenn die Kamera an ist, irgendetwas anders, als wenn sie vor der Klasse steht? "Vor der Klasse rede ich fast genauso", gibt Ines Kutzner zu, "das sind Einführungsstunden, die ich im Video gebe". Der Inhalt und das Ziel sei gleich, so die Lehrerin, egal ob sie vor der Klasse stehe oder ein Video aufzeichne.

Was online jetzt anders ist: Sie spricht nicht nur die Kinder ihrer Klasse an, sondern die User weltweit, auch Erwachsene, die zum Beispiel Deutsch lernen und sich bei ihr bedanken oder jetzt besser ihre Kinder unterstützen können.

Videos werden aufgehoben

Wenn die Schulen wieder offen sind, will Ines Kutzner ihren Kindern die Videos als Hausaufgabe geben und dann darüber im Unterricht vertiefend sprechen. "Ihr schaut euch mein Video über Subjekt und Prädikat an und in der nächsten Stunde sprechen wir dann drüber", freut sich die motivierte Lehrerin schon auf die Zeit nach dem Lockdown. "So festigt sich das", sagt Ines Kutzner, "das hat schon einen riesigen Vorteil für die Kinder".

Quelle: MDR/sz/in

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 26.01.2021 | 5:00 - 10:00 Uhr

3 Kommentare

Kritische vor 43 Wochen

So geht es also auch. Habe es an alle verzweifelten Grundschulkindeltern im Umfeld weitergeleitet. Die meisten bekommen nur Sonntag Abend Berge von Arbeitsblättern, die in der Woche abzuarbeiten sind. Hier herrscht Frust ohne Ende. Kein Kontakt zu den Kindern, keine Einteilung und Erklärung der Aufgaben, kein Feedback, nichts. Andere hingegen, zwei von einer Privatschule, haben 1:1-Unterricht bei microsoft Teams, andere (wir) haben eine Mischung aus Online-Unterricht und Abarbeiten von Arbeitsblättern. Letzteres gefällt uns noch am besten, da es nach Stundenplan geschieht und das Kind am Vorabend die Aufgaben ausdruckt und weiß, z. B. morgen 13 Uhr Deutsch Konferenz. Jeder Lehrer macht es anders, es gibt auch welche, die seit Mitte Dezember abgetaucht sind, bei vollem Gehaltsausgleich, versteht sich.

Atze1 vor 43 Wochen

Und wer es immer noch nicht verstanden hat, kann es sich noch einmal ansehen. Für schwächere Schüler ist das optimal.

lk2001 vor 43 Wochen

Schön zu hören wie sich solche guten Ideen auszahlen.

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